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Massnahmen gegen Vogelgrippe Vogelgrippe: Bund verschärft Schutzmassnahmen

Das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen weitet die Schutzmassnahmen für Geflügel aus. Hühner, Enten und weiteres Geflügel dürfen ab Mittwoch nicht mehr im Freien gefüttert werden.

Legende: Video Verschärfte Massnahmen wegen Vogelgrippe abspielen. Laufzeit 01:39 Minuten.
Aus Tagesschau vom 15.11.2016.
  • Der Bund verstärkt die Massnahmen gegen die Vogelgrippe.
  • Ab Mittwoch gilt die gesamte Schweiz als Kontrollgebiet: Alle Betriebe müssen ihr Geflügel in einem geschlossenen Stall füttern und tränken.
  • Kann ein Geflügelhalter nicht verhindern, dass die Tiere mit Zugvögeln in Kontakt treten, dann wird Stallpflicht erlassen.
  • Der Kontakt zwischen Wildvögeln und Hausgeflügel soll so grundsätzlich verhindert werden.
  • Neuer Fall im Kanton Freiburg aufgetaucht: Höckerschwan war mit H5N8-Erreger infiziert.

Nach den jüngsten Vogelgrippefällen weitet der Bund die Schutzmassnahmen auf die ganze Schweiz aus. Um jeden Kontakt der Tiere zu vermeiden, müssen Fütterung und Tränke in Zukunft in einem gegen aussen geschlossenen Stall stattfinden. Dies gab das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen in Bern bekannt. Falls sich die Vorgaben nicht einhalten lassen, müssen die Tiere in geschlossenen Räumen oder in Stallsystemen mit einem dichten Dach und seitlichen Begrenzungen untergebracht werden.

Massnahmen bis Januar 2017

Gleichzeitig gibt der Bund aber Entwarnung: Für eine Ansteckung in Schweizer Geflügelbetrieben gibt es laut dem Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) derzeit keine Anhaltspunkte. Die Massnahmen gelten voraussichtlich bis Ende Januar 2017. Bis dann sollten alle Zugvögel im Süden sein.

Erstmals aufgetaucht ist die Vogelgrippe des Typs H5N8 vor rund zehn Tagen am Bodensee. Dort verendeten bislang 80 Wildvögel, hauptsächlich Reiherenten. Die hochansteckende Krankheit wird von Zugvögeln verschleppt, die auf der Reise in ihre Winterquartiere Zwischenhalte einlegen. Am Wochenende wurden zwei Fälle am Genfersee nachgewiesen.

Fälle an drei Schweizer Seen

Am Dienstag ist das Virus nun auch am Neuenburgersee nachgewiesen worden: In Estavayer-le-Lac (FR) fand ein Wildhüter-Fischereiaufseher einen toten, infizierten jungen Höckerschwan. Die Todesursache sei das H5N8-Virus gewesen, schreibt die Staatskanzlei des Kantons Freiburg.

Eine besondere Herausforderung für den Bund ist die Tatsache, dass mit dem Bodenseegebiet gleich drei Länder betroffen sind. Deutschland, Österreich und die Schweiz sprechen sich bei der Lagebeurteilung und den Massnahmen ab.

H5N8: Für Menschen ungefährlich

Der aktuelle Vogelgrippe-Erreger H5N8 ist für Menschen offenbar ungefährlich – und damit markant unterschiedlich zum H5N1, der vor 10 Jahren grassierte. Bei dem aktuellen Typ H5N8 sind keine Übertragungen auf Menschen bekannt. Auch gibt es keine Hinweise, dass H5N8 bei Säugern aufgetreten ist. Es ist laut Experten unwahrscheinlich, dass sich Aasfresser wie Katzen oder Füchse an infizierten Wildvögeln anstecken. Der Vogelgrippe-Erreger ist vermutlich von Zugvögeln aus Russland nach Mitteleuropa getragen worden.

Züchter erfreut

Die Geflügelzüchter begrüssen die Massnahmen. Es sei sogar höchste Zeit geworden, sagt Jean Uhlmann Präsident von Gallo Suisse, dem Verband der Schweizer Eierproduzenten. Man habe den Verbandsmitgliedern schon letzte Woche geraten, die Tiere unter einem Dach zu halten.

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5 Kommentare

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  • Kommentar von marlene Zelger (Marlene Zelger)
    Hoffentlich kann dieses Seuche erfolgreich bekämpft werden, ohne dass Enten, Hühner & Co. massenhaft geschlachtet werden müssen und auch der Güggel wieder im Freien krähen kann.
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  • Kommentar von Beat Gurzeler (B.Gurzeler)
    Unsere Superhelden in Bern nehmen an das die Vogelgrippe nicht auf die die draussen herumlaufenden Tiere ( die man nicht in einem Stall halten kann ), eine solche Aussage kann nur in Stadt Bern heraus gegeben werden. Aber eben es gibt immer noch zu viele Leute die das Glauben, für mich gilt der sehende Beweis, darum bin ich nicht so Behördengläubig.
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  • Kommentar von Ilse König (königin)
    Der Bundesrat sollte endlich mal die Massentierhaltung verbieten. Logisch werden alle Tiere angesteckt, haben sie kaum Platz!
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    1. Antwort von Olivier Wetli ("nicht von dieser Welt")
      -> Überfluverbote fürs Gefieder, und Stallpflicht für Enten, Schwäne und Gänse.
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    2. Antwort von Paul Meier (Paul Meier)
      Frau König. Sind Sie bereit für ein Ei 3 Franken zu bezahlen. So viel müsste ein Hühnerhalter von einst mit 10 Tieren erhalten, um die Kosten zu decken. Die heutigen Konsumenten haben wirklich keine Beziehungen mehr mit der heutigen Tierhaltung. In hier verbotenen Legekäfige einsperren, dann haben sie keinen Kontakt mit den Vögeln. Importeier sind ja so billig. Soll doch jeder Hausbesitzer in seinem Garten ein Hühnerhaus mit zehn Hühner halten. Dann braucht es keine Massentierhaltung.
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