Vogelgrippe nun auch am Genfersee

Eine Reiherente und eine Lachmöwe sind am Lac Léman am H5N8-Virus gestorben. Um die Ansteckung zwischen Wildvögeln und Hausgeflügel zu vermeiden, erweitert der Bund die Kontrollgebiete. Diese waren bisher auf einen Landstrich um den Bodensee beschränkt.

Könnten betroffen sein: Möwen am Genfersee (Archivbild). Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Könnten infiziert sein: Möwen am Genfersee (Archivbild). Keystone

Nach dem Auftreten der Vogelgrippe in der Bodenseeregion ist das Virus nun auch am Genfersee nachgewiesen worden: Im Hafen von Lausanne sind eine Reiherente und eine Lachmöwe tot aufgefunden worden. Sie trugen das H5N8-Virus in sich.

Das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) erweitert nun die Kontrollgebiete. Angesichts der erhöhten Ansteckungsgefahr in Gebieten, in denen sich Wildwasservögel aufhielten, «müssen die kürzlich verfügten Schutzmassnahmen rund um die grösseren Seen verstärkt werden».

Stallpflicht für Hausgeflügel

Damit es nicht zu Kontakten zwischen Wildvögeln und Hausgeflügel kommt, muss nun in einem Kontrollstreifen von einem Kilometer Breite Hausgeflügel in geschlossenen Räumen oder in Stallsystemen mit einem dichten Dach und seitlichen Begrenzungen gehalten werden.

Das BLV wird Anfangs nächste Woche die entsprechende Verordnung anpassen. Je nach Entwicklung kann es die Massnahmen weiter verstärken. Ziel es ist, Ansteckungen von Hausgeflügel «unter allen Umständen zu verhindern».

Berühren verboten

Bis am Samstag wurde laut BLV in der Schweiz keine Ansteckung von Hausgeflügel registriert. Es fordert aber grosse Wachsamkeit und hält Geflügelhalter an, die Empfehlungen des BLV umzusetzen.

Weiter werden Personen, die auf tote Wildvögel stossen, gebeten, diese nicht zu berühren und sich an einen Wildhüter, an die Fischereiaufsicht oder an die Kantonspolizei zu wenden.

Fakten zur Vogelgrippe

  • Für eine Übertragbarkeit des Vogelgrippe-Virus H5N8 vom Tier auf den Menschen gibt es keine Hinweise.
  • Das neu aufgetretene H5N8-Virus haben wohl Zugvögel in die Schweiz gebracht. Zunächst war der aktuelle Erreger in Indien, in Polen und schliesslich in Deutschland nachgewiesen worden.
  • Zuletzt trat die Vogelgrippe als H5N1-Erreger auf. Seit 2003 erkrankten weltweit rund 850 Menschen.
  • Die wichtigste Vorschrift als Schutzmassnahme: Geflügelhalter müssen die Stallpflicht einhalten.

Sendungsbeiträge zu diesem Artikel

  • Eingesperrte Hühner wegen Vogelgrippe

    Aus Schweiz aktuell vom 11.11.2016

    Keinen Kontakt zwischen Hausgeflügel und Wildvögeln: Diese Auflage gilt für alle Hühnerbesitzer in einer Kontrollzone mit einer Breite von einem Kilometer rund um den Bodensee. Sie wurde vom Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen als Massnahme gegen die Vogelgrippe erlassen. Ein Augenschein auf der Geflügelfarm Soller in Egnach TG zeigt die Konsequenzen dieser Auflage.

  • Die Vogelgrippe ist zurück

    Aus Rendez-vous vom 17.11.2014

    Zuerst Deutschland, dann Holland und jetzt England: Bei den neuesten Ausbrüchen von Vogelgrippe in Holland und Deutschland handelt es sich um das hochansteckende Virus H5N8. Der Erreger war bislang nur in Asien bekannt. Wie kam das Virus nach Europa?

    Peter Maurer