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Schweiz Vollgeld-Initiative: Bundesrat lehnt Experimente ab

Mehr Stabilität im Bankensektor ist das Ziel der so genannten Vollgeld-Initiative. Der Bundesrat befürwortet zwar dieses Ziel, er lehnt aber den Vorschlag der Initiative ab. Es wäre ein nationaler Alleingang und hätte eine Umgestaltung des Geld- und Währungssystems zur Folge.

Hand mit Geld drin
Legende: Kredite dürfen auch andere Banken als die Nationalbank vergeben. Keystone

«Die Idee der Initiative ist, dass die Schweizerische Nationalbank Geld schuldenfrei ohne Gegenleistung vergeben würde. Wie ein Geschenk. Auf den ersten Blick klingt das ja ganz gut», sagte Bundesrat Ueli Maurer an einer Medienkonferenz zur Volksinitiative «Für krisensicheres Geld: Geldschöpfung allein durch die Nationalbank!».

Maurer wies darauf hin, dass damit die heutige Ordnung vollständig umgekrempelt würde. Geschäftsbanken könnten keine Kredite mehr vergeben, wie dies jetzt der Fall ist. Es wäre ein Experiment mit unsicherem Ausgang.

Gewinnpotential würde geschmälert

Die Idee der vorliegenden Initiative sei während der Finanzkrise entstanden. Man habe nach Lösungen gesucht, um den Finanzplatz nachhaltig zu stabilisieren. Doch mehr Stabilität sei auch mit der Initiative nicht gewährleistet, betonte Maurer.

Allerdings wäre die Nationalbank mit einem Monopol zur Ausgabe von Buchgeld mehr den politischen Interessen ausgesetzt. Das Gewinnpotential der Banken würde geschmälert und der Druck auf die Margen würde sich verstärken. Der Finanzsektor und die Volkwirtschaft würden durch die Annahme der Initiative geschwächt.

Finma hat die Aufsicht über den Finanzplatz

Seit der Finanzkrise hat der Bundesrat das Aufsichtssystem mit der Finanzmarktaufsicht Finma wesentlich gestärkt. Es gibt höhere Liquiditäts- und Kapitalvorschriften. Die Banken gingen weniger Risiken ein, und die Schweizer Banken gehörten mittlerweile zu den bestkapitalisiertesten Banken der Welt, sagte Maurer und für systemrelevante Banken gälten besondere Bestimmungen. Einlagen auf Bankkonten sind bis zu 100‘000 Franken geschützt.

«Die Reform wäre ein Alleingang und beinhaltet unwägbare Risiken für den Finanzplatz Schweiz», sagte Maurer. Die Schweiz sei nun mal ein internationaler Finanzplatz. Sie spiele nach den gleichen Regeln wie alle anderen.

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8 Kommentare

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  • Kommentar von m. mitulla (m.mitulla)
    Die Vollgheldinitiative macht Schluss mit Spekulationen ohne Sicherheit. Die Initiative sollte auf die ganze Welt übertragen werden.
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  • Kommentar von Thierry Lustenberger (thierry)
    Würde den Banken plötzlich erlaubt, Banknoten zu drucken, gäbe es einen Aufschrei. Niemand würde das wollen. Es wäre auch nur lächerlich, zu behaupten, ein Banknotenmonopol dürfe nicht umgesetzt werden, weil es das "Gewinnpotential der Banken" schmälern würde und dass die SNB dem Druck nicht standhalten könnte, allein Banknoten auszugeben. Vollgeld wendet dieses Prinzip vom Bargeld auf das Buchgeld. Heute wird dieses immer noch von privaten Banken erzeugt. Wir sollten das endlich ändern.
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  • Kommentar von Michael Schwyzer (Michael Schwyzer)
    4. Abgesehen von der Übergangsphase ist der Ausgang ziemlich sicher: Ein sichereres, verständliches, endlich gerechtes Geldsystem, in dem Banken keine ungerechtfertigte Selbstbereicherungsmöglichkeit (private Geldschöpfung) mehr haben und sie von keiner Staatsgarantie bei wirtschaftlichem Versagen mehr profitieren.
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