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Wer wird Bundesrat? Waadtländer FDP-Frauen stellen Anspruch auf Bundesratssitz

Der Tessiner Ignazio Cassis gilt als Favorit für die Wahl in den Bundesrat. Doch in der Waadt überlegen sich Staatsrätin Jacqueline de Quattro und Nationalrätin Isabelle Moret eine Kandidatur.

Legende: Video «Jacqueline de Quattro zum Frauen-Anspruch» abspielen. Laufzeit 1:06 Minuten.
Vom 24.06.2017.

Die Frage um die Nachfolge von Bundesrat Didier Burkhalter hat an der Delegiertenversammlung der FDP zu reden gegeben. Im Tessin rechnet man sich grosse Chancen aus, nach dem Rücktritt von Flavio Cotti 1999 erstmals wieder einen Bundesrat zu stellen. Mit FDP-Fraktionspräsident Ignazio Cassis steht ein unbestrittener Tessiner Kandidat bereit.

Legende: Video «Olivier Feller (FDP/VD) bringt Romandes ins Spiel» abspielen. Laufzeit 1:07 Minuten.
Aus Tagesschau am Mittag vom 24.06.2017.

Doch ob der neue Bundesrat am Ende aus dem Tessin kommen wird, ist offen. Man solle die Romandie nicht ausser Acht lassen, betont Nationalrat Olivier Feller (FDP/VD), der auch der Gruppe der französisch, italienisch und rätoromanisch sprechenden Bundesparlamentarier «Groupe Latin» vorsitzt.

«Die FDP hat fast immer einen Westschweizer Bundesrat gehabt.» Vor dem Hintergrund der aktuellen Wahlerfolge der FDP in der Romandie fände es Feller «ein bisschen komisch», wenn man eine Westschweizer Kandidatur kategorisch ausschliessen würde.

Legende: Video «Ignazio Cassis zu Kandidaten aus der Romandie» abspielen. Laufzeit 0:56 Minuten.
Vom 24.06.2017.

Cassis unterstützt Anspruch der Romandie

Kronfavorit Ignazio Cassis sieht den Anspruch der Westschweiz. Die FDP habe die Kantonalparteien eingeladen, bis zum 11. August Kandidaten vorzugsweise aus der lateinischen Schweiz zu melden. «Selbstverständlich darf die Romandie ihren Anspruch geltend machen und Namen nennen», betont Cassis.

Gleichzeitig erwarte die italienische Schweiz allerdings von der französischsprechenden Schweiz Solidarität für eine Kandidatur aus dem Tessin. Wie Cassis betont, wäre er auch nicht enttäuscht über weitere Westschweizer Kandidaten.

Es ist mehr als legitim, dass Kandidaten aus der ganzen lateinischen Schweiz gesucht werden.
Autor: Ignazio CassisFDP-Fraktions-Chef

Vielleicht doch eine Westschweizer Frau?

Weil mit SVP-Bundesrat Guy Parmelin bereits ein Mann aus der Waadt im Bundesrat sitzt, sind die Chancen für eine Kandidatur aus demselben Kanton eher gering, wie Feller sagt. Aber mit Staatsrätin Jacqueline de Quattro und Nationalrätin Isabelle Moret sind aus der Waadt bereits zwei mögliche Kandidatinnen ins Spiel gebracht worden.

Jacqueline de Quattro.
Legende: Jacqueline de Quattro: «Ich überlege mir eine Kandidatur auch, Isabelle Moret ebenfalls.» SRF

Für De Quattro ist es klar, dass das Tessin einen Anspruch auf einen Bundesratssitz hat. «Es gibt aber auch noch einen anderen legitimen Anspruch: Jenen der FDP-Frauen.» Sie warteten bereits seit der Absetzung von Elisabeth Kopp 1989 auf einen Bundesratssitz, sagt De Quattro der «Tagesschau» von SRF.

«Wenn diese Frau gar aus dem Tessin käme, wäre das super. Sie könnte aber auch aus der Romandie kommen.» Wichtig sei es, dass es eine Auswahl gebe, betont De Quattro und wird konkret:

Ich überlege mir eine Kandidatur, Isabelle Moret ebenfalls.
Autor: Jacqueline de QuattroStaatsrätin Waadt

Sie beide würden sich bei einer Kandidatur der anderen gegenseitig unterstützten, sagt De Quattro. «Wir machen das unter Ladies: solidarisch.» Es sei nicht unbedingt ihr Ziel, immer zu gewinnen. «Aber es ist ein Ziel, zu zeigen, dass es Kompetenzen bei Herren und Damen gibt, und zwar auf beiden Seiten der Saane.»

45 Kommentare

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  • Kommentar von martin blättler (bruggegumper)
    Viel wichtiger als das Bundesratsgezerre wäre,dieBundesverwaltung so zusammenzustauchen,dass wieder klar ist,wer das Sagen hat: Das Volk wählt das Parlament,dieses die BR,diese haben die Aufträge des Parlaments mit Hilfe ihrer Verwaltung zu erledigen.Wenn Bundesangestellte Politik machen wollen,sollen sie sich wählen lassen.Sie sind reine ausführende Organe. Dieser Beamtenapparat verselbstständigt sich zusehends mehr.
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  • Kommentar von martin blättler (bruggegumper)
    Für alle, die es noch nicht gemerkt haben:es gibt auch noch die Nordwestschweiz. Die wirtschaftsstärkste Region der Schweiz hat seit 50 Jahren keinen Bundesrat mehr gehabt.(Stich war kein echter Nordwestschweizer,da Solothurner) Es gibt also gewichtige Gründe gegen weitere welsche BR.
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    1. Antwort von E. Waeden (E. W.)
      Die wirtschaftsstärkste Region in der Schweiz ist der Kt. Zürich!;-)
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  • Kommentar von Adrian Flükiger (Ädu)
    Hö, hö - das Dilemma des Freisinns. Abgesehen davon, die West-CH ist mit aktuell 3 BR in diesem Gremium klar über vertreten, wie auch der Kanton Bern mit diesem unsäglich schwachen BR JSA - auch ein Freisinniges Problem!
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