Die SVP zählt ab der neuen Legislatur am meisten Vertreterinnen und Vertreter im Bündner Parlament. Die Partei kommt neu auf 35 Sitze, zehn mehr als bisher.
Die Kantonalpartei hatte sich vor den Wahlen das Ziel von fünf zusätzlichen Sitzen gesteckt. «Die Freude ist daher doppelt so gross», sagt der Parteipräsident Roman Hug. «Wir freuen uns über diesen grossen Zuwachs. Für unsere Partei ist das ein grosser Moment.» Hug erklärt sich den Wahlerfolg mit der richtigen Themensetzung. «Wir waren in regem Austausch mit der Bevölkerung und haben gespürt, wo der Schuh drückt.»
Zulegen konnten neben der SVP einzig die Grünen. Sie holen fünf Sitze dazu und sind im Grossen Rat neu mit sieben Parlamentariern vertreten. Die Grünen traten erstmals im Alleingang an, ohne gemeinsame Liste mit der SP.
Grosse Verliererin der Bündner Parlamentswahlen ist die Mitte-Partei. Sie verliert sechs Sitze im Parlament. Sie kommt neu auf 28 Sitze und ist damit nicht mehr die stärkste Kraft im Parlament. Auch die anderen Parteien verlieren Sitze: die SP fünf, die FDP vier. Die Grünliberale Partei konnte ihre Anzahl von sieben Sitzen beibehalten.
Mehr Streitereien vorprogrammiert
Aufgrund der Wahlresultate dürfte im Parlament stärker um Themen gestritten werden, sagt SRF-Regionalredaktorin Valentina De Vos. «Die Polarisierung hat zugenommen. Sowohl die SVP auf der rechten Seite als auch die Grünen auf der linken Seite gehören zu den Gewinnern.»
Zu den Gewinnern gehören aber auch die Frauen. Im Grossen Rat steigt der Frauenanteil von 32.5 auf rund 40 Prozent.
Noch nie so viele Kandidierende
Für die 120 Sitze im Parlament kandidierten 522 Personen – so viele wie noch nie. Es ist das zweite Mal, dass im Kanton Graubünden nach dem Proporzsystem gewählt wird. Bereits 2022 hatte das neue Wahlsystem die politischen Kräfteverhältnisse deutlich verändert.
Im diesjährigen Wahlkampf standen Themen wie Wohnungsnot, Gesundheitsversorgung, Klimaschutz, Fachkräftemangel, Wirtschaftsförderung und die Zukunft der Bergregionen im Zentrum.