Was bleibt nach Rio 2016 vom «House of Switzerland»?

Die Olympischen Spiele bieten eine gute Gelegenheit für die Nationen, sich der ganzen Welt zu präsentieren. Die Schweiz hat mitten in Rio für sechs Millionen Franken einen grossen Pavillon errichtet. Wie nachhaltig ist diese Investition?

Die olympische und brasilianische Flagge wehen nebeneinander. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: In Rio an den Olympischen Spielen wird sich die Schweiz wieder mit dem «House of Switzerland» präsentieren. Reuters

Die Schweiz investiert sechs Millionen Franken in einen Pavillon, der nach einem Monat wieder abgebaut wird. Doch das Geld sei gut investiert, sagt Nicolas Bideau, Verantwortlicher des Bundes für das «House of Switzerland» in Rio. «Es ist eine optimale Gelegenheit, um Botschaften zu kommunizieren.» Der Pavillion werbe für das Land und die Wirtschaft und das lohne sich, sagt Bideau.

Im «House of Switzerland» können die Besucher die olympischen Wettkämpfe auf Grossleinwand live mitverfolgen. Ein Restaurant serviert Schweizer Gerichte. Zudem stellen sich verschiedene Schweizer Firmen und Ferienorte vor.

Offenheit kommunizieren

Ziel des aufwendigen Auftritts sei es, Sympathie zu schaffen, sagt Bideau. «Die Brasilianer kennen uns nicht wirklich und es ist mir ein grosses Anliegen, dass sie uns als sympathisch und offen empfinden.»

Unterstützung erhält das Projekt von verschiedenen Schweizer Marketingexperten. Die sechs Millionen Franken seien eine sinnvolle Investition für das Image der Schweiz.

Werbeeffekt verpufft rasch

Peter Fischer, Assistenzprofessor am Institut für Marketing der Universität St. Gallen, bezweifelt allerdings, dass der Imagegewinn über die Olympischen Spiele hinaus andauern wird. Bisher sei es jedes Mal nach Olympischen Spielen ruhig geworden um das «House of Switzerland». «Es ist jeweils nicht gelungen, die Aufmerksamkeit über die Jahre hinweg – sprich zwischen den Olympischen Spielen – aufrecht zu erhalten», sagt er.

Die Schweiz müsse mehr dafür tun, dass der Imagegewinn die Olympischen Spiele überdauert. So empfiehlt Fischer, das «House of Switzerland» an weiteren grossen Sport- und Kulturveranstaltungen aufzustellen, und interessierte Personen über die sozialen Medien direkter anzusprechen und zu umwerben. Wenn das gelinge, dann sei der Imagegewinn nachhaltiger.