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Schweiz Was den Schweizern am meisten Sorgen macht

Über 70 Prozent der Schweizerinnen und Schweizer sind der Meinung, dass Egoismus die Identität der Schweiz gefährde. Genau gleich viele sehen in der Beziehung der Schweiz zur EU eine Bedrohung. Dies geht aus dem Sorgenbarometer 2015 der Credit Suisse hervor.

Die Entsolidarisierung der Gesellschaft macht den befragten Schweizerinnen und Schweizern Sorgen. 71 Prozent – vier Prozentpunkte mehr als vor einem Jahr – gaben an, der Egoismus gefährde die Identität der Schweiz. Das sind genau gleich viele, wie jene, die in der Beziehung der Schweiz zur EU eine Bedrohung der Identität sehen. Dies weist das Sorgenbarometer 2015 der Credit Suisse (CS) aus.

Eine gespaltene Meinung zeigt die Umfrage zu den bilateralen Verträgen mit der EU auf: 60 Prozent der Befragten wünschen eine Fortsetzung der bilateralen Verhandlungen. Das sind sechs Prozentpunkte weniger als 2014. Kleiner geworden ist gleichzeitig aber auch der Anteil jener, welche die bilateralen Verträge aufkünden wollen: Er sank von 31 auf 24 Prozent.

Neutralität schwingt oben auf

96 Prozent der Stimmbürgerinnen und Stimmbürger der Schweiz sind stolz auf die Neutralität des Landes, 94 Prozent sind stolz, Schweizer zu sein. So viele waren es noch nie.

Auf die Neutralität sind die Schweizerinnen und Schweizer aber nicht nur stolz: Jeder zweite sieht darin die Hauptstärke des Landes, jeder Dritte das Hauptmerkmal. Zudem werden Frieden und Bildung als die grössten Stärken des Landes genannt.

Andauernde Sorgen um die «drei A»

Am meisten Sorgen bereiten der Bevölkerung nach wie vor die «drei A»: Arbeitslosigkeit, Ausländerfragen und die Altervorsorge. Sorgen um die Arbeits- und Jugendarbeitslosigkeit haben dabei mit fünf Prozentpunkten im Vergleich zum Vorjahr am stärksten zugenommen.

Doch auch wenn allfällige Arbeitslosigkeit sie beunruhigt: Vorderhand geben über 60 Prozent der Schweizerinnen und Schweizern an, dass es ihnen wirtschaftlich gut oder sehr gut gehe.

Nationalbank mit Vertrauensverlust

Beim Vertrauen in die Akteure des Landes steht eine Institution seit sieben Jahren an der Spitze, dieses Jahr mit 68 Prozent: Das Bundesgericht.

Lag die Nationalbank (SNB) letztes Jahr noch auf Platz 2 der vertrauenswürdigsten Einrichtungen, so belegt sie 2015 mit 52 Prozent und einem Minus von 12 Prozentpunkten im Vergleich zum Vorjahr nur noch Rang 8.

Für das Sorgenbarometer der CS führte das Forschungsinstitut gfs.bern im Auftrag der Bank im Juli und August 2015 die repräsentative Umfrage bei 1009 Stimmberechtigten mit Wohnsitz in der Schweiz durch.

CS-Sorgenbarometer

Das Sorgenbarometer wurde zum 39. Mal erstellt. Im Auftrag der Credit Suisse wird eine repräsentative Umfrage bei Stimmberechtigten mit Wohnsitz in der Schweiz durchgeführt. Den Schlussbericht zum Sorgenbarometer 2015 finden Sie hier. Den Spezialteil zum Identitätsbarometer finden Sie hier.

14 Kommentare

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  • Kommentar von M. Kaiser (Klarsicht)
    Die grösste Sorge macht mir das politische Dessinteresse der Bevölkerung bei wichtigen Fragen des allgemeinen Lebens sowie das ewige wachsen und konsumieren müssen, in einer weit überstrapazierten und überbevölkerten Welt, die Millionen Verlierer und Tote zurücklässt.
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  • Kommentar von Kerzenmacher Boris (zombie1969)
    "Ausländerfragen (43%, +3)" Es sollte klar gesagt werden, dass es nur um eine bestimmte Gruppe von Migranten geht, nämlich denen aus dem islamischen Kulturkreis. Die Migranten aus anderen Ländern und Kulturkreisen haben keine Probleme und stellen auch nicht permanent irgendwelche Forderungen. Diesem Problem muss man sich endlich stellen und auf die betreffende Gruppe Druck ausüben.
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  • Kommentar von Thomas Z (TZ)
    Der Überwachungsstaat macht mir mehr und mehr Hirnrunzeln. Angst habe ich nicht, aber meine Wut wird grösser und grösser und langsam fragt sich auch der kleine Mann mehr und mehr, wie er seinem Staat eins auswischen kann. Wir kommen langsam aber sicher beim Öffnen des Bankgeheimnisses dorthin, dass man international Konten öffnet und schliesst und dies mehrfach im Jahr und so ein Nachverfolgen dermassen unmöglich macht, dass kein Staat dieser Welt das Personal aufbringen kann. Die Wut greift...
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