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Hitzeperioden als Risiko Was ist an der Hitze so gefährlich?

Legende: Audio Von den Tücken der Hitze abspielen. Laufzeit 04:57 Minuten.
04:57 min, aus Echo der Zeit vom 21.06.2017.

Vor allem für ältere und kranke Menschen sind hohe Temperaturen ein Gesundheitsrisiko. Dass die Hitze zum Gesundheitsrisiko wird, dürfte häufiger werden, wenn der Klimaerwandel fortschreitet.

Damiano Urbinello ist Epidemiologe beim Bundesamt für Gesundheit (BAG). Er hat sich mit den möglichen gesundheitlichen Risiken von höheren Temperaturen in der Schweiz befasst.

SRF News: Sind denn für den Menschen Hitzewellen gefährlich oder birgt die Klimaerwärmung übers ganze Jahr eine Gefahr?

Damiano Urbinello: Hitzewellen haben einen direkten Effekt. Studien haben gezeigt, dass bereits ein bis zwei Hitzetage über 30 Grad Celsius ein Gesundheitsrisiko darstellen können. Aber auch der Klimawandel kann Auswirkungen auf die Gesundheit haben.

Welche gesundheitlichen Gefahren bringt denn der Klimawandel mit sich?

Mit dem Klimawandel besteht die Gefahr, dass sich neue Gefahren etablieren können, wie etwa die Verbreitung der asiatischen Tigermücke, die neue Infektionskrankheiten verbreiten kann.

Geht es da nur um neue Krankheiten?

Es kann durchaus sein, dass sich bestehende Krankheiten, etwa die von Zecken übertragenen Infektionskrankheiten wie die Frühsommer-Meningoenzephalitis oder Borreliose mit den klimatischen Veränderungen in der Schweiz ausbreiten werden.

Auch gewisse Pflanzen profitieren vom Klimawandel und können sich ausbreiten. Was bedeutet das für Allergiker?

Für Allergiker sind das schlechte Nachrichten, weil sich mit der Zunahme der Durchschnittstemperatur die Pollensaison verlängert. Zudem können neue Allergene in den Pollen von eingeschleppten Pflanzen auftreten.

Eine mehrspurige Kreuzung, umgeben von Bäumen und Grünflächen in der Stadt Hamburg.
Legende: Städtebauliche Massnahmen: Mehr Grün am Beispiel von Hamburg. imago

Wird auch an städtebauliche oder architektonische Massnahmen gedacht?

Der Effekt von mehr Grünflächen in Städten wird in der Städteplanung bereits berücksichtigt. Im Rahmen eines Pilotprogramms des Bundesamts für Umwelt (Bafu) gab es ein Projekt in Sitten, wo städtebauliche Massnahmen ergriffen wurden, um die urbane Hitze in den Städten etwas zu reduzieren. Dazu wurden grüne Flächen angepflanzt, oder Parkplätze unterirdisch verlagert, oder auch ein Bach durch die Stadt geführt.

Damiano Urbinello

Damiano Urbinello
Legende: Twitter @u_damiano

Der Epidemiologe arbeitet im Bundesamt für Gesundheit (BAG) im Direktionsbereich Gesundheitspolitik. Er beschäftigt sich mit gesundheitlichen Auswirkungen durch den Klimawandel.

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9 Kommentare

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  • Kommentar von martin blättler (bruggegumper)
    Diese Panik vor der Hitze ist eine Kopfgeburt.Seit ich denken kann,habe ich bei nasskaltem Wetter Gelenkschmerzen.Bei dieser Hitze sind die komplett weg. Aus meiner Sicht darf sich die Klimaerwärmung weiterentwickeln. Es gibt weltweit sicher mehr Kälte-als Hitzetote,sonst wären tropische Länder wie Indien nicht derart überbevölkert.
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  • Kommentar von Denise Casagrande (begulide)
    Die teuren zuständiugen Verantwortlichen beim BAG, müssen sich nicht um die vorhandenen Fakten der zunehmenden Hitze/Erwärmung/Wasserknappheit kümmern - vielmehr müssten sie endlich gegen die "Verursachungen" und Zunahme der Gesundheitsbelastungen durch "CO2, Ozon, Feinstaub, Chemiebomben der LW und Co, etc aktiv werden, gegen die Vergiftung von Erde, Wasser, Luft!! ??Übelbekämpfung, bringt gar nichts!!
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  • Kommentar von Achim Frill (Afri)
    Meine Güte, was für ein Gschiss wegen ein paar Hitzetagen. In Südeuropa ist das in den Medien nicht mal eine Zeile wert, die Menschen leben einfach damit. Aber hier steht alles Kopf und hyperventiliert.
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