Zum Inhalt springen
Inhalt

Schweiz «Weiterbildung ist der beste Kündigungsschutz»

Die Zahl der älteren Arbeitnehmer wird in den nächsten Jahren weiter zunehmen. Zu diesem Thema fand in Bern eine Konferenz statt. Mit dabei: Wirtschaftsminister Schneider-Ammann, Vertreter von Bund und Kantonen, Arbeitgeber, Arbeitnehmer und Sozialpartner. In einem Punkt waren sich alle einig.

Legende: Video Differenzen geeignete Massnahmen abspielen. Laufzeit 01:36 Minuten.
Aus Tagesschau vom 21.04.2016.

Viel Wissen, viel Erfahrung ist etwas, das nur ältere Arbeitnehmer haben. Deshalb gelte es, dieses Potenzial so lange wie möglich in einem Unternehmen zu halten. Das beteuern alle Beteiligten. Generell seien die älteren Angestellten beruflich gut aufgestellt, sagt Wirtschaftsminister Johann Schneider-Ammann an einer Konferenz zum Thema ältere Arbeitnehmende in Bern: «Die Beschäftigungsquote ist hoch.»

Ein Viertel der Arbeitslosen ist über 50

Aber das sei natürlich kein Trost für diejenigen, die im Alter von 50+ «aus dem Arbeitsprozess hinausgedrängt werden und Mühe haben, zurückzufinden», so Schneider-Ammann. Ende März waren dies knapp 40'000 von 155'000 Arbeitslosen.

Doch auch wenn die Situation generell gut ist, wie der Bundespräsident sagt, verlieren gerade ältere Männer seit letztem Sommer tendenziell etwas häufiger ihre Arbeit. Die genauen Gründe dafür kennt der Bund noch nicht.

Ist eine ältere Personen allerdings einmal arbeitslos, ist es für sie oft schwierig, eine neue berufliche Tätigkeit zu finden.

Betriebe sollen vermehrt Hand bieten

Deshalb sollen sich ältere Arbeitnehmer gezielt und mehr als heute weiterbilden, um beruflich fit zu bleiben, so der Tenor. Eine wichtige Massnahme, meint auch Adrian Wüthrich, Präsident der Gewerkschaft Travailsuisse: «Die Weiterbildung ist eigentlich der beste Kündigungsschutz, den wir in der Schweiz haben. Und da konnten wir eine Einigung zwischen Arbeitnehmern und -gebern erzielen.»

Eine Einigung ist es insofern, dass die Angestellten selber die Weiterbildung forcieren, dass aber auch die Betriebe Hand bieten dazu. Darüber hinaus sollen die regionalen Arbeitsvermittlungszentren – besser noch als heute – individuelle Beratungen durchführen für ältere, arbeitslose Menschen. Denn das Ziel müsse sein, diese Menschen so lange wie möglich im Arbeitsmarkt zu halten.

Keine wichtigen News verpassen

Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten per Browser-Push-Mitteilungen.

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren.

15 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Doris Gloor (Doris Gloor)
    Und wenn Herr Schneider-Ammann vom guten Ergebnis gelebter Sozialpartnerschaft spricht, dann wähne ich mich auf einem anderen Planeten! Hier wird eindeutig die Problematik verkannt und verschleiert.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Doris Gloor (Doris Gloor)
    Es erstaunt immer wieder zu lesen, was einzelne Politvertreter über die Problematik von älteren Arbeitnehmern von sich geben. Wenn man dann auch noch lesen darf, dass Herr Gian-Luca Lardi vom Arbeitgeberverband als wichtige Ergänzung meint, mehr auf eigenverantwortliche Standortbestimmung der Arbeitnehmer zu setzen, da frage ich mich, von welcher Eigenverantwortung wird hier gesprochen? Um was geht es da genau!
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Ursula Schüpbach (Artio)
    Bei manchen Bundestäten und ihren Anhänger/innen nützt auch "Weiterbildung" nichts.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen