Weko prüft geplante Zusammenarbeit von Ringier, SRG und Swisscom

Die Wettbewerbskommission (Weko) hat angekündigt, die Gründung der gemeinsamen Werbevermaktungsfirma von Ringier, SRG und Swisscom genauer unter die Lupe zu nehmen. Im Fokus steht der Verdacht auf eine marktbeherrschende Stellung.

Die Wettbewerbskommission (Weko) will die Gründung einer gemeinsamen Werbevermaktungsfirma von Ringier, SRG und Swisscom genauer prüfen. Man komme aufgrund der vorläufigen Prüfung zum Schluss, dass sich durch die geplante Zusammenarbeit bei der zielgruppenspezifischen TV-Werbung eine marktbeherrschenden Stellung begründen oder verstärken könnte, teilte die Behörde mit.

SRG, Swisscom und Ringier hatten im August über das neue Gemeinschaftsunternehmen informiert. In einer neuen Firma wollen sie die Vermarktung ihrer Medienangebote und Werbeplattformen bündeln. Die drei Unternehmen wollen mit der Zusammenarbeit internationalen Online-Riesen wie Google oder Facebook auf dem Werbemarkt die Stirn bieten. Diese sind stark in der Datenauswertung und können so personalisierte Werbung verkaufen.

Die Weko hat für die Prüfung des geplanten Zusammenschlusses vier Monate Zeit.

Bereits Verband Schweizer Medien äusserte Kritik

Das Vorhaben führte bereits kurz nach dessen Bekanntgabe zu einem Zwist zwischen dem Verband Schweizer Medien (VSM) und Ringier. Der VSM kritisierte, die gemeinsame Zusammenarbeit verzerre den Wettbewerb in der Medienbranche zusätzlich.

«Es geht überhaupt nicht an, dass eine Werbeallianz (...) mit zwei staatsnahen Unternehmen die anderen Privaten letztlich an die Wand drückt», sagt VSM-Geschäftsführerin Verena Vonarburg in einem Interview mit dem Onlineportal Persoenlich.com.

Gemäss Ringier hat der VSM faktisch ein Werbeverbot für die SRG gefordert. «Dies ist eine Radikalforderung, hinter der Ringier nicht stehen kann», wurde Ringier-Chef Marc Walder in einer Mitteilung vom August zitiert. Ringier trat in der Folge aus dem Verband aus.