Weniger Radiohörer in der Schweiz

In der Schweiz wird zwar viel Radio gehört, aber weniger als auch schon: Ausser im Tessin sind die Reichweiten im ganzen Land gesunken. Bei den Privaten muss Radio 24 seine Führungsposition in der Deutschschweiz abgeben.

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Bildlegende: Die privaten Radiosender machen gegenüber den SRG-Programmen an Boden gut. Imago

Die Schweiz ist ein Land von Radiohörern – auch wenn es langsam weniger werden. Die Quoten sind in allen Landesteilen hoch.

  • Deutschschweiz: 87,1 Prozent
  • Romandie: 83,1 Prozent
  • Tessin: 88,7 Prozent
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Mediapulse

Mediapulse misst im Auftrag des Bundes die offiziellen Kennwerte zur Radio- und Fernsehnutzung. Seit 2013 werden auch Radioprogramme erfasst, die übers Internet gehört werden. Die Zahlen werden zwei Mal jährlich veröffentlicht.

Die von Mediapulse veröffentlichten Daten wurden im zweiten Semester 2015 bis zum 27. Dezember erhoben. Gegenüber dem ersten Halbjahr sank schweizweit die Reichweite sowie der Marktanteil der SRG-Sender. Allerdings dominieren sie nach wie vor deutlich und halten hohe Marktanteile.

  • Deutschschweiz: 64,5 Prozent
  • Romandie: 66,1 Prozent
  • Tessin: 76,9 Prozent

Dafür konnten die privaten Radios etwas zulegen: In der Deutschschweiz stieg ihr Marktanteil um ein knappes Prozent auf 31 Prozent und in der Westschweiz ebenfalls um ein knappes Prozent auf 24,4 Prozent. Im Tessin verloren die SRG zugunsten privater Sender und ausländischen Radios 1,3 Prozent Marktanteile.

Radio 24 in der Deutschschweiz vom Thron gestossen

Ein kleines Erdbeben zeigen die Zahlen von Mediapulse bei den Privatradios: In der Deutschschweiz ist neu Radio Energy Zürich das meistgehörte Privatradio. Es löst damit seinen Konkurrenten Radio 24 «von seiner jahrzehntelangen Führungsposition ab», wie Mediapulse schreibt.

Allerdings ist der gemessene Unterschied in der Reichweite statistisch nicht signifikant. Im Konzessionsgebiet Zürich bewegen sich die beiden Sender gemäss Mediapulse praktisch auf Augenhöhe – mit minimalem Vorsprung für Radio 24.