Weniger Tierversuche in der Schweiz

Mäuse, Hamster, Meerschweinchen – in der Schweiz mussten im vergangenen Jahr über 600‘000 Tiere für Versuche herhalten. Das ist die schlechte Nachricht. Die gute ist: Die Anzahl der Versuchstiere geht Jahr für Jahr zurück.

In der Schweiz mussten im vergangenen Jahr 606'434 Tiere in Versuchslaboren verbringen. Das entspricht einem Rückgang von 8,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Stark abgenommen haben die schwerbelastenden Versuche. Solche Versuche wurden im letzten Jahr an rund 11'700 Tieren durchgeführt, auch diese Zahl nimmt Jahr für Jahr ab.

Am häufigsten wiesen die Versuche den leichtesten Schweregrad auf. Bei solchen Versuchen handelt es sich zum Beispiel um Beobachtungen bei Hühnern.

Bei mehr als der Hälfte aller Versuche kamen Mäuse zum Einsatz. Zusammen mit Ratten, Hamstern und Meerschweinchen machen sie vier Fünftel aller verwendeten Tiere aus. Dies teilte das Bundesamt für Veterinärwesen (BVET) mit.

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Schulen, Spitäler, Industrie

Knapp die Hälfte der Tierversuche entfielen im vergangenen Jahr auf Hochschulen und Spitäler. In der Industrieforschung ist die Anzahl der Versuchstiere um einen Viertel zurückgegangen.

Güter abwägen

Die Zahl der Tierversuche nimmt seit Anfang der 1980er Jahre stark ab: Vor zwanzig Jahren wurden noch rund zwei Millionen Versuche pro Jahr durchgeführt.

Der Rückgang ist auf die Gesetzgebung zurückzuführen. Der Tierschutz wurde in den letzten Jahren laufend verschärft. Heute müssen die Kantone Tierversuche bewilligen.

Die Behörden geben den Versuchen nur dann statt, wenn der Nutzen für die Gesellschaft grösser ist als das Leiden der Tiere. Und: Es darf keine Alternativmethoden geben.