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Schweiz Wenn Politiker das Volk nicht verstehen, haben Initiativen Erfolg

Volksinitiativen machen im Selbstverständnis vieler Schweizer die Eigenart der Eidgenossenschaft aus. Allerdings gelangen solche erst seit den 70er Jahren in grösserer Zahl zur Abstimmung. Die Zahl erfolgreicher Volksbegehren ist gar erst in jüngster Vergangenheit signifikant gestiegen.

Legende:
Volksinitiativen 1891-2017 , welche seit 1891 zur Abstimmung gelangten. BFS

Volksinitiativen haben es in der Regel schwer. Im 20. Jahrhundert wurde nur ein sehr kleiner Teil an der Urne angenommen. Seit der Jahrtausendwende hat sich der Anteil erfolgreicher Volksbegehren jedoch markant erhöht.

Das habe unter anderem mit der Art der eingereichten Volksinitiativen zu tun, sagt Politologe Claude Longchamp. Ein Grossteil der seit dem Jahr 2000 zur Abstimmung gelangten Begehren könne man als «Sensibilisierungs-Initiativen» bezeichnen. Solche beträfen Bereiche, in denen «die Bevölkerung und die Politik bei der Wahrnehmung der Probleme auseinanderklaffen».

Longchamp sieht drei Bereiche, in denen dies in jüngster Vergangenheit der Fall war. Sie beträfen durchgehend Folgeprobleme der Globalisierung:

  • Umweltanliegen (Beispiel Zweitwohnungsinitiative)
  • Kultureller Wandel (Beispiele Minarett-Initiative, Verwahrungsinitiative etc.)
  • Ökonomisch-gesellschaftliche Veränderungen (Beispiel Abzocker-Initiative)

Sendungsbezug: «HeuteMorgen», 19.08.2015

Claude Longchamp

Claude Longchamp

Claude Longchamp, Historiker und Politikwissenschaftler, ist Verwaltungsratspräsident des Forschungsinstituts gfs.bern und Lehrbeauftragter verschiedener Universitäten. Von 1987 bis Mai 2017 hat er Wahlen und Abstimmungen für die SRG-Medien analysiert. Im September 2017 wird er auf Weltreise gehen, die unter @weltreise1718 mitverfolgt werden kann.

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16 Kommentare

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  • Kommentar von M.Müller, Zürich
    Und würden sich die Wähler von ihren Parteien nicht ständig anschmieren lassen und mal selber versuchen zu denken, dann wären die Resultate noch viel stärker gegen die Volksfeinde von Bern. Schweizer, fangt endlich mal an über 3-4 Ecken zu denken, wer will was und wem dient es!
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  • Kommentar von Franz NANNI, Nelspruit SA
    Logisch bei der zur Zeit schlechtesten Politik der letzten 70 Jahre.. und jetzt will man dem Volke den Weg erschweren. Demokratie ....? Ich denke, die CH ist auf dem Weg zu einer Oligarchie... oder der Diktatur des Kapitals... (Und DAS schreibt ein eher kapitalistischer Mitbuerger!!!!!)
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  • Kommentar von W. Pip, Züri
    Wer hier wen und warum nicht versteht, sei dahingestellt, die Motivationeen sind vielschichtig, aber es gibt sie immer. Mir fällt zu dem Thema bloss Björn Engholm (bis 1982 Bildungsminister D) ein: "Wer vor seinem dreißigsten Lebensjahr niemals Sozialist war, hat kein Herz. Wer nach seinem dreißigsten Lebensjahr noch Sozialist ist, hat keinen Verstand."
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