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Schweiz Westlicher Lebensstil und Energie sparen – ein Widerspruch?

Die Vision einer Gesellschaft, in der jeder Erdbewohner mit 2000 Watt auskommt, gibt es bereits seit 15 Jahren. Herr und Frau Schweizer sind allerdings noch weit davon entfernt. Dies zeigt eine neue Studie von Empa und ETH.

Der aktuelle Energieverbrauch der Schweizer übersteigt das Nachhaltigkeitsziel der 2000-Watt-Gesellschaft deutlich, wie die jährliche Energiestatistik des Bundesamts für Umwelt zeigt. Solche Statistiken teilen den Gesamtverbrauch durch die Anzahl Einwohner.

Kind in moderner Wohnung öffnet Fenster und lässt Katze hinein.
Legende: Der Durschnitt der Haushalte lag bei 4200 Watt pro Person. Keystone

Die eidgenössische Materialprüfungs- und Forschungsanstalt (Empa) und die ETH Zürich haben nun eine Studie durchgeführt, die den ökologischen Fussabdruck der Schweiz von Einzelpersonen ausgehend betrachtet. Die Forscher hofften, Haushalte zu finden, die die Kriterien der 2000-Watt- beziehungsweise der 1-Tonne-CO2-Gesellschaft bereits erfüllen.

In einer Kombination aus Umfrage und Lebenszyklusanalysen errichteten die Forscher einen Querschnitt durch die verschiedenen Lebensstile der Schweizer Bevölkerung. 3369 Haushalte beantworteten Fragen zu Wohnen, Mobilität, Ernährung und Konsumgütern.

Die Ergebnisse waren ernüchternd: Kein Haushalt erfüllte die Bedingungen der 2000-Watt-Gesellschaft. Der Energieverbrauch reichte von «vorbildlichen» 1400 Watt pro Person bis zu 20‘000 Watt – das Zehnfache des Soll-Wertes – mit einem Durschnitt von 4200 Watt. Insgesamt liegen nur zwei Prozent der befragten Haushalte unter der 2000-Watt-Schwelle.

Legende: Video Die 2000-Watt-Gesellschaft existiert längst abspielen. Laufzeit 02:20 Minuten.
Aus Tagesschau vom 04.02.2013.

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10 Kommentare

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  • Kommentar von Marcel Amgwerd, Solothurn
    Welcher Nutzen ergibt sich daraus für die Schweiz?
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  • Kommentar von Mike Steiner, Winterthur
    Wisst ihr was? Mich interessiert das Geschwätz von 200-Watt-Gesellschaft und dergleichen schlicht nicht mehr. Jeder vernünftig denkende Mensch weiss, wo er sein Verhalten ändern kann. Solaranlage auf dem Dach, neue Fenster, neue Haushaltgeräte, ein zeitgemässes Auto, mehr Velo und öV nehmen, auf dem Markt einkaufen und und und. Und wenn's recht ist, nehm ich ich mir die Freiheit, mir meinen Lebensstandard nicht vermiesen zu lassen. Melonenpolitiker, die mehr wollen: in Afrika ist noch Platz.
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  • Kommentar von Tom Duran, Basel
    Das kann es doch nicht sein! Gesamtverbrauch inklusive Wirtschaft? Geteilt durch uns Bürger? Aber hallo, so geht das nicht! WIR sparen uns seit Jahrzehnten ein Ohr ab, es gibt ja schon kein Stromfresser mehr, Kühlschränke, Herde usw. sind seit 20 Jahren Energiesparend. Trotzdem steigt die Kurve höher und höher. Logisch, WIR sparen, die Wirtschaft baut ein neues Werk und hopp, 10000 sparsame Bürger werden sofort wieder egalisiert. Fazit: WIR müssen für die Wirtschaft sparen und zahlen. So nicht!
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    1. Antwort von S. Sachser, Basel
      Nicht ganz richtig. Die Kochherde verschleudern soviel Energie wie nie zuvor. Der Staat möchte unbedingt nicht auf die LED Technologie setzen. Wir verbrauchen mehr Strom, weil auch die Bevölkerung massiv zulegt. Jeder Fährt immer ein grösseres und noch ein grösseres Auto. Für was benötigt man ein 2.5 Tonnen schweres Fahrzeug mit Allradantrieb und 15-20 Liter auf 100km in einer Stadt? Es hat die Energieklasse A++ und ist somit besser als der Fiat in der Klasse B der smarte 3l/100km verbraucht.
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