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Schweiz Wettlauf um Jobs: Ältere sollen fitgemacht werden

Generell steht die Schweiz, was die Arbeitslosigkeit betrifft, im internationalen Vergleich sehr gut da. Dennoch sieht Travail.Suisse Handlungsbedarf – vor allem im Segment der älteren Arbeitnehmenden.

Der Arbeitnehmenden-Dachverband Travail.Suisse fordert eine Bildungspolitik für ältere Angestellte. Mit dieser und weiteren Massnahmen soll das Potenzial der inländischen Arbeitskräfte angesichts des Fachkräftemangels besser genutzt werden können.

Heute werde in Bezug auf die älteren Arbeitnehmenden vor allem über Kosten diskutiert. In der Bildungspolitik spielten sie keine Rolle. Dies ist nach den Worten von Martin Flügel, Präsident von Travail.Suisse, verheerend. Denn insbesondere diese Gruppe sei Risiken wie etwa der Dequalifizierung oder dem Mangel an altersgerechten Bildungsangeboten ausgesetzt.

Coaching und Weiterbildung für Ältere

Eine besondere Brisanz erhalte die Thematik, da die älteren Arbeitnehmenden angesichts der «Babyboomer» eine immer grössere Gruppe darstellten. Das aktuelle Verständnis der älteren Arbeiter im Arbeitsmarkt brauche dringend eine Korrektur.

So müsse der Bund dafür sorgen, dass Laufbahnberatungen für alle Arbeitnehmenden über 40 Jahre zum Standard würden. Zudem brauche es eine Weiterbildungspolitik für ältere Arbeitnehmende.

Potential darf nicht brachliegen

Verbundpartner der Berufsbildung sollten ein Konzept zur Berufsbildung für Erwachsene mit Schwerpunkt ab 40 Jahren erarbeiten, fordert Travail.Suisse weiter. Für dessen Umsetzung sollen in den kommenden zehn Jahren 800 Millionen Franken bereitgestellt werden.

Der Bund soll zudem gemäss Travail.Suisse ein übergeordnetes Konzept zum Thema «Wiedereinstieg» schaffen, das die notwendigen Bildungsmassnahmen und deren Umsetzung beschreiben soll.

Die Schweiz könne es sich aufgrund der demografischen Entwicklung und vor dem Hintergrund der aktuellen migrationspolitischen Debatte nicht leisten, dass die älteren Angestellten ein blinder Fleck in der nationalen Bildungspolitik blieben.

Ältere Langzeitarbeitslose als Problemfall

Die Lage der älteren Arbeitnehmenden in der Schweiz sei auf den ersten Blick zwar nicht dramatisch – die Beschäftigungsquote im internationalen Vergleich hoch und die Arbeitslosenquote tiefer.

Erst bei genauerem Hinschauen zeigten sich die Probleme: Fast 60 Prozent der über 55-jährigen Arbeitslosen seien länger als ein Jahr ohne Arbeit. Im OECD-Durchschnitt seien es lediglich 47%. Dazu komme, dass sich diese Quote seit 2002 von 40% auf 60% massiv verschlechtert habe.

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10 Kommentare

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  • Kommentar von Björn Christen, Bern
    Dass schon 45-jährige immer mehr ausrangiert werden, haben wir der PFZ zu verdanken; solange Arbeitgeber billige(re) Ausländer en masse reinholen können, bilden sie weder ihre eigenen Leute aus, noch werden sie einem Schweizer den Vorzug geben. Und genau das will die EU - wir alle sind nur noch Figuren auf dem Schachbrett 'Arbeitsmarkt Europa', die von der profitgeilen Industrie in allen Branchen beliebig verschoben und ausgebeutet werden können. Gewinne privatisieren. Verluste sozialisieren.
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  • Kommentar von Peter Escher, Varen / Wallis
    "ältere" Bewerber werden, bei telefonischer Bewerbung, als nicht ganz "100 %" behandelt und sogar ausgelacht ....
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  • Kommentar von Christian Schulthess, 8824 Schönenberg
    Ich finde es einfach peinlich. Aber es zeigt deutlich was die Schweiz ist. Nämlich ein Schurkenstaat der Menschen krank macht am Arbeitsplatz und diese wie Vieh abschiebt zur Schlachtbank. Die Schweiz ist Menschenverachtend. Ich bin auch Arbeitslos und weis von was ich spreche. Der Rest gibt Dir dann das Sozialamt. Dann überlegt man sich ob man weiter leben will oder in der Wohnung vor dem Fernseher dahinvegetieren.
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