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Corona-Krise: Röstigraben bei der Schulöffnung
Aus Schweiz aktuell vom 20.04.2020.
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Widerstand in der Westschweiz «Die Schulen bereits zu öffnen, ist verantwortungslos»

Die geplante Wiederaufnahme des Schulbetriebs am 11. Mai wird kritisiert. Der Waadtländer Lehrerverband fordert gar eine Ausnahmeregelung.

Im Kanton Waadt wird die geplante Wiederaufnahme des Schulbetriebs am heftigsten kritisiert. Der Präsident des Waadtländer Lehrerverbandes (SPV) versteht den Entscheid des Bundesrates überhaupt nicht: «Es gibt kein Konzept zur Einhaltung der Hygienevorschriften und wir haben keine Garantie, dass die Kinder das Virus nicht übertragen. Unter diesen Umständen können die Schulen am 11. Mai nicht geöffnet werden.»

Es mache zwar Sinn, die Schulen vor Juli wieder zu öffnen, allerdings sieht der Lehrerverband einen anderen Fahrplan: Dies solle schrittweise erfolgen und wenn es die sanitarische Lage erlaubt – und nicht wie jetzt nur aus wirtschaftlichen oder politischen Gründen. Der Lehrerverband bittet deshalb die Kantonsregierung darum, den Entscheid des Bundes nicht umzusetzen.

Eltern sind besorgt

Der Kanton Waadt hat Verständnis für die Kritik an der Wiederaufnahme des Schulbetriebs. Trotzdem werde man versuchen, den Plan des Bundesrats zu befolgen, sagt Bildungsdirektorin Cesla Amarelle: «Wir sind sehr stark betroffen von dieser Krise. Die meisten Personen kennen Corona-Patienten oder gar Todesopfer, deswegen fürchtet man hier sehr, dass eine zweite Welle ausbrechen könnte. Wir erhalten viele Anfragen von besorgten Eltern, die zum Beispiel selber Risikopatienten sind.»

Ausserdem gäbe es auch für den Kanton Waadt noch viele Unklarheiten. «Das Bundesamt für Gesundheit muss nun genau erklären, wie es zum Beispiel aussieht mit der sozialen Distanz. Muss diese auch während des Unterrichts gewährleistet werden?», fragt Amarelle. Auch weitere Punkte seien noch offen.

Schulbeginn vor allem politischer Entscheid

Der Entscheid des Bundes wird auch von Ärzten hinterfragt. Philippe Eggimann, Präsident der Waadtländer Ärztegesellschaft sagt, es gäbe keine wissenschaftlichen Belege dafür, dass Kinder nicht Träger des Coronavirus seien:

«Wenn der Schulbetrieb am 11. Mai wieder aufgenommen wird, dann müssen die Kinder jetzt prioritär getestet werden auf Antikörper.» Und für ihn ist klar: «Dieser Entscheid wurde nicht aufgrund der sanitarischen Situation getroffen, sondern aus gesellschaftlichen oder politischen Gründen.»

Die Uneinigkeit der Epidemiologen, ob Kinder Träger des Coronavirus sind oder nicht und die Tatsache, dass ein Schulbesuch bald kein Problem mehr sein soll, obwohl die Grosseltern weiterhin gemieden werden sollen – das verunsichert die Bevölkerung in der Westschweiz zusätzlich.

«10vor10» 20.04.2020, 21:50 Uhr

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131 Kommentare

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  • Kommentar von Beatrice Misteli  (Beatrice Misteli)
    Ich verstehe die ängste des kanton waadt.
    Ich finde man sollte dies kantonal regeln lassen.
    Waadt,tessin und zürich haben auch am meisten fälle von corona.
    Da währ ich auch vorsichsichtiger.
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  • Kommentar von Evelyne Zbinden  (Elfy Vy)
    Wenn Sie ein Brot kaufen, gehen Sie zum Bäcker und nicht in die Autogarage? Wenn Sie krank sind, gehen Sie zum Arzt und nicht an den Kiosk...oder? Weshalb äussern sich so viele Menschen zu diesem Thema, obschon Sie von Virologie nicht die leiseste Ahnung haben? Merken diese Menschen denn nicht, dass sie dadurch andere und sich selber verunsichern? Ist das Social Media? Einfach IRGENWAS drauflos schreiben...? Wozu denn das...?
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  • Kommentar von Leondina Di Marco  (Leo74)
    Dass wir der Witschaft zuliebe die Betriebe arbeiten lassen müssen ist nachvollziehbar. Keineswegs bin ich damit einverstanden unsere Kinder der Gefahr einer Ansteckung aussetzen zu müssen.. ich finde es unakzeptabel und verantwortungslos. Falls das Gegenteil erwünscht wird, fordere ich einen Test bei allen Kindern und Lehrer. Wenn mir die Schule zu 100% garantiert, dass es für die Kinder sicher ist.. Wer weiss ob unsere Kinder zu 100% gesund sind und kein Restrisiko besteht?
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