Einheitliche Spitaltarife Wie viel kostet eine Depression?

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Einigung auf Rahmenvertrag

  • Psychisch Kranke werden in Kliniken schon bald nach einheitlichen Tarifen behandelt.
  • Abgerechnet wird aber nicht in Fall- sondern in Tagespauschalen.
  • Weil die Definition der Behandlungsdauer einer psychischen Erkrankung so schwierig ist, dauerte es so lange, bis man sich auf einen Rahmenvertrag einigen konnte.

Fast 100'000 Menschen in der Schweiz lassen sich jedes Jahr wegen einer psychischen Krankheit in ein Spital einliefern. Wie viel eine solche Behandlung kostet, variiert je nach Kanton, Klinik und Krankenkasse. Mit Tarpsy gibt es nun erstmals eine schweizweit einheitliche Tarifstrukur.

Kliniken und Kassen einigen sich

Die Eckwerte sind schon länger bekannt: So wird in Tagespauschalen, und nicht in Fallpauschalen abgerechnet. Schliesslich lässt sich die Behandlungsdauer einer psychischen Erkrankung – etwa einer Depression – weniger genau festlegen als eine rein medizinische Behandlung wie eine Blinddarmoperation.

Bislang fehlte allerdings eine vertragliche Grundlage, um die vereinbarten Tarife einführen zu können. Inzwischen haben sich die Spitäler und die Krankenkassen aber auf einen Rahmenvertrag einigen können. Dies zeigen Recherchen von Radio SRF. Der Vertrag regelt die Zusammenarbeit zwischen den Tarifpartnern.

Tarpsy dürfte ab 2018 gelten

Für Diskussion hatte insbesondere die Frage gesorgt, ob und wie überprüft werden soll, wie sich die Kosten mit den neuen Tarifen entwickeln. Hier konnte nun offenbar eine Lösung gefunden werden. Über die Details wollen die Tarifpartner derzeit allerdings noch keine Auskunft geben.

Mehr Informationen zum Rahmenvertrag Tarpsy gebe es nächste Woche, heisst es von den Tarifpartnern. Dann werde der Vertrag auch beim Bundesrat eingereicht. Damit dürfte der Einführung von Tarpsy 2018 nichts mehr im Weg stehen.