Zum Inhalt springen

Header

Aus einem Drucker kommen eine ganze Reihe Ultraschallbilder.
Legende: Ärzte würden bei fast jeder Kontrolle einen Ultraschall machen, so Santésuisse. Keystone
Inhalt

Schweiz Wie viele Bilder vom ungeborenen Kind sind angemessen?

Pro Schwangerschaft rechnet der Bund mit zwei Ultraschall-Bildern vom ungeborenen Kind. Aber der Krankenkassenverband Santésuisse beobachtet, dass sechs Bilder pro Schwangerschaft usus sind. Das sei missbräuchlich und koste die Prämienzahlerinnen und Prämienzahler Millionen.

Wenn alles normal läuft in der Schwangerschaft, macht der Arzt zwei Ultraschallbilder vom ungeborenen Kind – mehr ist laut Bund nicht vorgesehen. Aber die Mediziner hielten sich nicht daran, sagt Urs Vogt, Vertrauensarzt beim Krankenkassenverband Santésuisse gegenüber Radio SRF.

«Wir beobachten, dass bei jeder Schwangerschaftskontrolle ein Ultraschall durchgeführt wird.» Also etwa sechs Ultraschallbilder pro Schwangerschaft.

Audio
Zu viele Ultraschallbilder pro Schwangerschaft?
aus HeuteMorgen vom 13.06.2016.
abspielen. Laufzeit 1 Minute 24 Sekunden.

Die zusätzlichen Untersuchungen rechnen die Ärzte unter dem Posten «Komplikationen» ab. Urs Vogt glaubt aber nicht, dass es so viele komplizierte Schwangerschaften gibt: «Eigentlich kann man von Missbrauch reden.» Missbrauch, weil das ganze in die Millionen gehe, die die Prämienzahler berappen müssten.

Ultraschall gibt den Schwangeren Sicherheit

Roland Zimmermann von Gynécologie Suisse, dem Verband der Schweizer Frauenärzte, hält den Vorwurf für nicht ganz abwegig: «Der Schwangerschafts-Ultraschall ist sicher nicht nutzlos. Aber man kann unter Umständen schon zu viel machen, wenn es dann zu Lasten der Kasse geht.»

Andererseits gebe der Ultraschall Schwangeren Sicherheit – und Komplikationen wie Blutungen seien nun einmal häufig. Roland Zimmermann will dem Bund vorschlagen, künftig drei Baby-Bilder pro Schwangerschaft vorzusehen.

Jederzeit top informiert!
Erhalten Sie alle News-Highlights direkt per Browser-Push und bleiben Sie immer auf dem Laufenden.
Schliessen

Jederzeit top informiert!

Erhalten Sie alle News-Highlights direkt per Browser-Push und bleiben Sie immer auf dem Laufenden. Mehr

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren. Weniger

Sie haben diesen Hinweis zur Aktivierung von Browser-Push-Mitteilungen bereits mehrfach ausgeblendet. Wollen Sie diesen Hinweis permanent ausblenden oder in einigen Wochen nochmals daran erinnert werden?

Meistgelesene Artikel

Nach links scrollen Nach rechts scrollen

13 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen
  • Kommentar von Max Blatter  (maxblatter)
    Anscheinend ist die Durchführung von sechs Kontrollen pro Schwangerschaft unumstritten. Dann frage ich mich aber: Weshalb soll man bei vier Kontrollen nur aus Kostengründen auf das aufschlussreichste Untersuchungsmittel verzichten und sich gleichsam in die medizinische Steinzeit zurückbegeben? Statt dessen könnte vielleicht der Tarif pro Ultraschall gesenkt werden: Die Geräte sind mit Sicherheit billiger geworden; in Gemeinschaftspraxen kann man sich ein Gerät teilen ... DA sollte man ansetzen!
  • Kommentar von Lucas Kunz  (L'art pour l'art)
    Diese Bildchen hier sind im Grunde nur ein Pappenstiel - aber so wird es in der gesamten Medizin gemacht. Die Krankenkassenprämien würden nur einen Bruchteil kosten dessen kosten, was sie heute mit diesem Selbstbedienungsladen der Medizinbranche aber ausmachen. PS: Rund 4% aller Geburten sind Problemgeburten ... und dennoch werden rund 30% oder mehr Kaiserschnitte durchgeführt - an denen wird eben gut verdient!
  • Kommentar von Denise Casagrande  (begulide)
    Wie viel bezahlter (Volks-Steuergelder-Verschwendung) Wahnsinn und Skrupellosigkeit in der angeblichen "Forschung", lässt das Schweizer Volk noch zu???