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Schweiz Wie viele Bilder vom ungeborenen Kind sind angemessen?

Pro Schwangerschaft rechnet der Bund mit zwei Ultraschall-Bildern vom ungeborenen Kind. Aber der Krankenkassenverband Santésuisse beobachtet, dass sechs Bilder pro Schwangerschaft usus sind. Das sei missbräuchlich und koste die Prämienzahlerinnen und Prämienzahler Millionen.

Aus einem Drucker kommen eine ganze Reihe Ultraschallbilder.
Legende: Ärzte würden bei fast jeder Kontrolle einen Ultraschall machen, so Santésuisse. Keystone

Wenn alles normal läuft in der Schwangerschaft, macht der Arzt zwei Ultraschallbilder vom ungeborenen Kind – mehr ist laut Bund nicht vorgesehen. Aber die Mediziner hielten sich nicht daran, sagt Urs Vogt, Vertrauensarzt beim Krankenkassenverband Santésuisse gegenüber Radio SRF.

«Wir beobachten, dass bei jeder Schwangerschaftskontrolle ein Ultraschall durchgeführt wird.» Also etwa sechs Ultraschallbilder pro Schwangerschaft.

Die zusätzlichen Untersuchungen rechnen die Ärzte unter dem Posten «Komplikationen» ab. Urs Vogt glaubt aber nicht, dass es so viele komplizierte Schwangerschaften gibt: «Eigentlich kann man von Missbrauch reden.» Missbrauch, weil das ganze in die Millionen gehe, die die Prämienzahler berappen müssten.

Ultraschall gibt den Schwangeren Sicherheit

Roland Zimmermann von Gynécologie Suisse, dem Verband der Schweizer Frauenärzte, hält den Vorwurf für nicht ganz abwegig: «Der Schwangerschafts-Ultraschall ist sicher nicht nutzlos. Aber man kann unter Umständen schon zu viel machen, wenn es dann zu Lasten der Kasse geht.»

Andererseits gebe der Ultraschall Schwangeren Sicherheit – und Komplikationen wie Blutungen seien nun einmal häufig. Roland Zimmermann will dem Bund vorschlagen, künftig drei Baby-Bilder pro Schwangerschaft vorzusehen.

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13 Kommentare

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  • Kommentar von Max Blatter (maxblatter)
    Anscheinend ist die Durchführung von sechs Kontrollen pro Schwangerschaft unumstritten. Dann frage ich mich aber: Weshalb soll man bei vier Kontrollen nur aus Kostengründen auf das aufschlussreichste Untersuchungsmittel verzichten und sich gleichsam in die medizinische Steinzeit zurückbegeben? Statt dessen könnte vielleicht der Tarif pro Ultraschall gesenkt werden: Die Geräte sind mit Sicherheit billiger geworden; in Gemeinschaftspraxen kann man sich ein Gerät teilen ... DA sollte man ansetzen!
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  • Kommentar von Lucas Kunz (L'art pur l'art)
    Diese Bildchen hier sind im Grunde nur ein Pappenstiel - aber so wird es in der gesamten Medizin gemacht. Die Krankenkassenprämien würden nur einen Bruchteil kosten dessen kosten, was sie heute mit diesem Selbstbedienungsladen der Medizinbranche aber ausmachen. PS: Rund 4% aller Geburten sind Problemgeburten ... und dennoch werden rund 30% oder mehr Kaiserschnitte durchgeführt - an denen wird eben gut verdient!
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  • Kommentar von Denise Casagrande (begulide)
    Wie viel bezahlter (Volks-Steuergelder-Verschwendung) Wahnsinn und Skrupellosigkeit in der angeblichen "Forschung", lässt das Schweizer Volk noch zu???
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