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Schweiz Winterthurer Teenager in den Fängen des IS vermutet

Ein Junge und ein Mädchen aus Winterthur werden seit letzter Woche vermisst. Ihr Vater vermutet die beiden in den Händen des IS. Nun sucht er seine Kinder in der Türkei.

Legende: Video Schweizer Vater sucht seine radikalisierten Kinder abspielen. Laufzeit 03:27 Minuten.
Aus 10vor10 vom 23.12.2014.

Sie sind normale Teenager, unauffällig, und plötzlich ändert sich alles. Die 15-jährige Schülerin und ihr 16-jähriger Bruder sind in der Schweiz zur Welt gekommen. Ihre Eltern stammen ursprünglich vom Balkan und sind eingebürgerte Schweizer. Als Kinder einer gemässigten muslimischen Familie besuchten die beiden Religionsunterricht.

Vor zwei Jahren dann hätten sie laut «20 Minuten» in eine Moschee in der Region Winterthur gewechselt. Das Mädchen begann sich mit einem Schleier zu verhüllen, sprach angeblich davon, die Schule abzubrechen und bald zu heiraten. Letzte Woche fehlte sie plötzlich in der Schule. Seither werden sie und ihr Bruder vermisst. Die Kantonspolizei Zürich bestätigt gegenüber «10vor10»: «Die zwei Jugendlichen sind über Interpol international ausgeschrieben. Die zwei jungen Leute halten sich vermutlich in der Türkei auf. Warum genau steht noch nicht fest.»

Dschihadisten organisieren die Reisen

Die Familie befürchtet, dass die beiden Teenager schon in Syrien sind, um sich freiwillig in die Hände der Terrororganisation IS zu begeben. Die Dschihadisten rekrutieren gerne Europäer für ihre Pläne. Wie ein Reisebüro organisieren sie für westliche Jugendliche die Reise ins Kriegsgebiet.

Dieses Vorgehen habe man bereits bei Jugendlichen aus Österreich oder Frankreich beobachten können, sagt die Islam-Kennerin Saida Keller-Messahli im Interview mit «10vor10». «Sie müssen weder einen Flug buchen noch sonst etwas organisieren, werden abgeholt und weitergegeben, bis sie im Kriegsgebiet ankommen.»

«Scharlatane manipulieren die Kinder»

Der Vater versucht seine Kinder pausenlos anzurufen. Doch deren Handys sind tot. Verzweifelt wendet er sich an die türkischen Medien mit der Bitte, ihm zu helfen. Die Familie scheint fassungslos. Wie ist es möglich, dass zwei durchschnittliche Schweizer Teenager derart manipuliert werden können?

Die Islam-Kennerin Keller-Messahli sieht einen wesentlichen Grund im jungen Alter der Teenager. «Ihre Persönlichkeit ist noch nicht vollständig, sie sind auf der Suche. Und genau dort setzen diese Scharlatane an, sie wollen sie manipulieren, und erklären ihnen den vermeintlich richtigen Weg.»

In dieser Stimmung könnten die Kinder dann nicht mehr selber oder kritisch denken. «Das ist wie in einer Sekte, man wird benebelt. Und dann wird man instrumentalisiert.»

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42 Kommentare

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  • Kommentar von Veri Bosic, Winterthur
    Kein Problem, wenn die Kinder bei der IS sind. IS ist ja ein islamischer Staat. Islam bedeutet Frieden. Alle sind friedlich und lieb. Also kein Problem. Die werden das Paradies auf Erden finden.
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  • Kommentar von S. Meier, Adliswil
    Hoffentlich findet dieser Vater seine Kinder und kann mit ihnen wieder nach hause kommen.
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  • Kommentar von hermann voegeln, wil
    wenn jemand dieser isis beitreten moechten dan nur bitte fuer immer in diese gegend bleiben und auch dort das leben weiter fuehren,aber nicht zurueck nach europa reisen,die famielienangehoerigen desen isis extremisten geheimueberwachen.wieso meine ich so, wenn eine person etwas moechte dan kan ihn keiner daran hindern,eigenlich sollten wir europaer froh sein das diese personen nicht in europa solche atentate verueben. gruesse aus kosovo und das gilt besonders fuer meine einheimischen mitbuerger
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