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Schweiz Wolf im Schafspelz? Strenggläubige Muslime in der Schweiz

Strenggläubige Muslime sind hierzulande eine kleine Minderheit. Doch sorgen sie immer wieder für Aufsehen. Nach dem Burka-Verbot im Tessin fragt sich die Schweiz erneut: Wer sind die strenggläubigen Muslime unter uns? Auf der Suche nach Antworten stand die «Rundschau» oft vor verschlossenen Türen.

Legende: Video «Falsche Frage? IZRS-Präsident kanzelt Reporter ab» abspielen. Laufzeit 0:34 Minuten.
Vom 09.10.2013.

Von den rund 400‘000 Muslimen in der Schweiz ist nur gerade jeder siebte praktizierend. Einige wenige Vertreter dieser Minderheit verteilen Korane und laden Hassprediger ein.

Eine Organisation, die sich auf die wörtliche Interpretation des Korans bezieht ist der selbsternannte Isamlische Zentralrat (IZRS). Dessen Präsident, Nicolas Blancho, spricht zum Publikum. Sein Thema ist der Dschihad: «Bedeutet der Dschihad einfach, die Waffe zu zücken, und damit hat es sich? Oder bedeutet der Dschihad noch viel mehr?» Dschihad stehe auch für soziale Unterstützung, zum Beispiel für Waisenkinder, sagt Blancho gegenüber der «Rundschau».

Einfluss deutscher Salafisten

Medien sind an einzelnen Veranstaltungen unerwünscht. Dies erfuhr auch der Rundschau-Reporter, der am Samstag vor einer Woche in Winterthur eine Benefizveranstaltung für Syrien besuchen wollte.

Legende: Video «Radikale Islamisten: Kein Problem mit der Öffentlichkeit?» abspielen. Laufzeit 0:21 Minuten.
Vom 09.10.2013.

An dieses Treffen waren auch radikale Redner aus Deutschland eingeladen, die unter Beobachtung des deutschen Verfassungsschutzes stehen. Unter ihnen der Hassprediger Ibrahim Abou-Nagie, dem aber die Einreise in die Schweiz an der Grenze verweigert wurde.

Prediger aus dem Umfeld Abou-Nagies sind es auch, die in der Schweiz missionieren. Petra Rahemah ist vor vier Jahren zum Islam konvertiert und bezeichnet sich selbst heute als strenggläubige Musliminnen.

Für sie ist klar: «Wenn man uns bekämpft sind wir auf dem richtigen Weg.» Deswegen trägt sie einen Niqab, eine Art der Verschleierung bei welcher ausschliesslich die Hände und die Augen zu sehen sind.

Im Fokus des Nachrichtendienstes

Am 1. September fand in Dietikon zum ersten Mal in der Schweiz eine islamische Modeschau statt. Unter den über 500 moderaten Besucherinnen befanden sich auch einige Musliminnen mit radikalem Gedankengut. Eines der Models verwendete zum Beispiel für ihr Profilbild auf Facebook ein Foto einer vermummte Kämpferin bewaffnet mit einer Kalaschnikow.

Legende: Video «Muslima: «Lieber streng als modern und falsch»» abspielen. Laufzeit 0:17 Minuten.
Vom 09.10.2013.

Radikale Muslime stehen in der Schweiz vermehrt unter Beobachtung des Nachrichtendienstes. Das Bundesamt für Polizei (Fedpol) weist im Jahresbericht 2011 auf Fälle hin, in denen Personen über das Internet in Kontakt mit Exponenten dschihadistischer Bewegungen getreten sind oder anderweitig auf einschlägigen Seiten aktiv waren.

In seinem jüngsten Bericht schreibt der Bundesrat, dass einzelne extremistische Vertreter des Islamismus eine anhaltende Bedrohung für die Schweiz darstellten. Weiter hält der Bundesrat aber ausdrücklich fest, dass der politische Islam in der Schweiz ein Randphänomen ist.

104 Kommentare

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  • Kommentar von Hanspeter Büchi, Stäfa
    Schade, Frau Wille hat die sich nicht sehr flüssig ausdrückende, aber kompetente Frau Manea mindestens zweimal genau dann unterbrochen, als diese zu ganz wichtigen Schlüssen kommen wollte!! Gemäss Mark A. Gabriel (ehem. Iman und Dozent an der wichtigsten Kairoer Universität) heisst Islam nicht Frieden, sondern Unterwerfung (siehe sein Buch "Swislam").
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  • Kommentar von Fausi Marti, Bern
    Ein neuer Tiefpunkt in der Berichterstattung über die Muslime in der Schweiz. Jeder strenggläubige Muslim ist also den "radikalen Islamisten" zuzurechnen, und bei diesen fallen der "Rundschau" "Selbstmordattentate und Terroranschläge" ein! 500 Zeichen reichen da nicht, ich werde mich beim Ombudsman Achille Casanova in aller Ausführlichkeit beschweren.
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    1. Antwort von sascha müller, uznach
      Sie sind selber ein Tiefpunkt aber für die Schweiz. Vor 25 Jahren waren uns die Muslime kaum aufgefallen. Wir waren getrennt. Jetzt kommen sie jeden Tag, jeden Tag mit etwas negativen in der Tagesschau,Zeitungen Medien. Man kann nicht mehr schauen. Was soll ich meinen Kinder erzählen, was das für Menschen sind, warum sie auf einmal bei uns Probleme machen, haben sie eine Antwort ? und noch etwas, warum hört man nie etwas von den Buddhisten ? Papi sind den die Chinesen nicht böse ?
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    2. Antwort von Hans Haller, Kölliken
      Fausi Marti,Bern: Nicht alle strenggläubige sind automatisch auch Radikale. Aber man hat damit besonders dann ein nicht zu unterschätzenden Unterscheidungsproblem, wenn man nicht mit deren Religion genauer vertraut ist. Da werden ua. auch Zitate (Suren) aus dem Koran ins Feld gebracht, die ganz und gar nicht friedfertig klingen und eher dazu geeignet sind "Andersgläubige" zu demütigen. Damit verletzt man ganz klar den Religionsfrieden hierzulande! Es gibt nicht nur den Islam auf dieser Welt!
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  • Kommentar von Hans Haller, Kölliken
    Warum ist das so? - Beobachte ich die verschiedenen Religionen, wie sie sich untereinander verhalten, stelle ich immer wieder fest, dass nicht nur die Christen, tatsächlich restlos alle anderen Religionen auch, ein Problem mit den "Islamisten" haben. Im Vergleich dazu, haben wir Christen keine solchen Probleme mit Buddisten, Hindus usw. - Explizit nur der Islam bzw. deren Extremisten, verursachen dauern Zoff mit allen anderen Religionsgemeinschaften und stören damit den Religionsfrieden. WARUM?
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    1. Antwort von Björn Christen, Bern
      @Haller - Warum? Weil der Islam die Welt in zweiten Hälften, dar al-Islam (wo der Islam bereits herrscht) und dar al-harb ('Haus des Krieges'; wo die 'Ungläubigen' wohnen), aufteilt und im Koran (8:39) ganz klar steht, dass die 'Ungläubigen' solange bekämpft werden müssen, bis sie sich Allah unterwerfen. Wo immer der Islam an seine Grenzen stösst - Indonesien, Phillippinen, China, Thailand, Burma, Südrussland, Türkei, Palästina, Sudan, Nigeria, etc. - herrscht dicke Luft oder Krieg. Ausnahmslos!
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    2. Antwort von sascha Müller, uznach
      Darum:sein erklärtes Ziel ist die Islamisierung und die Eroberung der Welt im Namen Allahs. Die Minarette haben die symbolische Bedeutung des Sieges in diesem Sinne.Und erschlagt sie, wo immer Ihr auf sie stösst, und vertreibt sie, von wannen sie Euch vertrieben; denn Verführung (Annehmen anderer Religionen) ist schlimmer als Totschlag. Bekämpft sie jedoch… . „Greifen sie Euch jedoch an, dann schlägt sie tot. Also ist der Lohn der Ungläubigen“. Die Ungläubigen sind wir alle!
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