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Zahlen von Pink Cross Zahlreiche Übergriffe gegen Schwule und Lesben

Bei der Helpline des Schwulen-Dachverbandes Pink Cross sind innert drei Monaten über 100 Übergriffe gemeldet worden.

Legende: Audio Viele Anrufe bei der Pink-Cross-Hotline abspielen. Laufzeit 01:42 Minuten.
01:42 min, aus HeuteMorgen vom 15.02.2017.

Das Wichtigste in Kürze

  • Fast jeden Tag wird in der Schweiz eine Person wegen ihrer sexuellen Orientierung oder Geschlechtsidentität Opfer von Gewalt, wie Zahlen von Pink Cross zeigen.
  • Offiziell werden Gewaltdelikte gegen Homosexuelle, Bisexuelle und Transmenschen nicht speziell erfasst.
  • Das soll sich ändern, fordert eine Nationalrätin – und auch der Bundesrat ist im Prinzip dieser Meinung.

Bei den Fällen, die Schwule, Lesben, Bisexuelle und Transmenschen der neuen Helpline von Pink Cross melden, geht es laut Geschäftsleiter Bastian Baumann nicht um Bagatellen, sondern um verbale und physische Attacken. «Leute werden geschubst und angespuckt, andere müssen gar ins Spital, weil sie schwer verletzt worden sind.»

Was man nicht erfasst, gibt es offiziell nicht. Und was es nicht gibt, das kümmert die Politik nicht.
Autor: Bastian BaumannGeschäftsleiter Pink Cross

Insgesamt verzeichnete die Helpline in drei Monaten über 100 Kontaktaufnahmen. Pink Cross hilft den Opfern, die Fälle bei der Polizei zur Anzeige zu bringen. Dort werden diese aber nicht explizit als Gewaltakt gegen Homosexuelle oder Transmenschen erfasst. Das sei gesetzlich nicht vorgesehen, heisst es bei den Polizeikorps. Man behandle alle Personengruppen gleich – unabhängig von ihrer sexuellen Neigung.

Keine Statistik – keine Opfer?

Für Baumann ist es ein Manko, dass Straftaten gegen Schwule und Lesben nicht speziell registriert werden: «Was man nicht erfasst, gibt es offiziell nicht. Und was es nicht gibt, das kümmert die Politik nicht.»

Die Zürcher BDP-Nationalrätin Rosmarie Quadranti kümmert es doch. Sie hat einen Vorstoss eingereicht, der verlangt, dass künftig in der Kriminalitätsstatistik des Bundes Gewalt gegen Homosexuelle, Bisexuelle und Transmenschen ausgewiesen wird. «Um gute Prävention machen zu können, sind statistische Daten wichtig», sagt Quadranti.

Nationalrätin hakt nach

Auch der Bundesrat ist im Prinzip dieser Meinung, wie er in seiner Antwort auf Quadrantis Vorstoss schrieb. Anfang Jahr hätte eigentlich informiert werden sollen, ob Gewalt gegen Homosexuelle, Bisexuelle und Transmenschen statistisch erfasst werden soll. Passiert ist jedoch bisher nichts. Quadranti will – beunruhigt durch die Zahlen der Pink-Cross-Helpline – in der bald beginnenden Frühlingssession in dieser Sache nachhaken.

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56 Kommentare

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  • Kommentar von Dölf Meier (Meier Dölf)
    Die Schöpfung zeigt es: Männlein und Weiblein gehören zusammen, damit es Nachwuchs gibt. Alles andere sind Spielarten, für die jeder persönlich verantwortlich ist. Ich denke an AIDS. Doch Sex usw. Ist intim und nichts für die Öffentlichkeit. haben nichts in der Öffentlichkeit zu suchen.
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  • Kommentar von Christian Szabo (C. Szabo)
    Um was geht es? Es gibt Menschen/Gruppen, die aus irgendwelchen ideologischen Gründen oder aus Angst/Abneigung etc. sexuell anders orientierte Menschen angreifen/verletzen. Homosexuelle sind weder für die Gesellschaft noch einzelne Menschen eine Gefahr. Die Fortpflanzung ist auf jeden Fall gesichert. Nehmt Euch ein Beispiel an Bonobos. Die haben durch häufigen Sex unterschiedlicher Spielart Aggressionen in den Gruppen reduziert. Sind Bonobos gescheiter als Menschen?
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  • Kommentar von Juha Stump (Juha Ilkka Stump)
    Es wird gegenüber denen vom anderen Ufer viel Toleranz verlangt - aber wie steht es umgekehrt? Als vor wenigen Monaten auf dem Bundesplatz in Bern eine Veranstaltung von Christen mit dem etwas seltsamen Titel "Tanzen für Gott" stattfand - nicht mit dem "Marsch fürs Läbe" zu verwechseln! -, provozierten Hunderte von denen, indem sie die Tanzenden mit Kondomen bewarfen, sich unter sie mischten und paarweise demonstrativ fest knutschten. Wer braucht wohl einen Besen für sich selber?
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