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Schweiz Zankapfel Komplementärmedizin

Seit Jahren wird darüber gestritten, ob die Komplementärmedizin wie die Homöopathie von der obligatorischen Krankenversicherung bezahlt werden soll oder nicht. Am Donnerstag läuft die Vernehmlassung dazu ab.

Medikamente in Kapseln und Globuli.
Legende: Komplementärmedizin soll in Zukunft definitiv von der obligatorischen Krankenversicherung bezahlt werden. Keystone

Es geht um die Anerkennung einer medizinischen Fachrichtung und um die Umsetzung eines Volksentscheids von vor sieben Jahren: Die Grundversicherung der Krankenkassen soll die Kosten für Homöopathie, anthroposophische Medizin, Plfanzentherapie und traditionelle chinesische Medizin definitiv bezahlen. Sie tut dies zwar bereits heute, die Regelung ist aber nur provisorisch.

Die Komplementärmedizin hat einen hohen Stellenwert

Für Hansueli Albonico, Präsident der Schweizer Komplementärmedizinerinnen und -mediziner, ist es richtig, dass Komplementär- und Schulmedizin nun definitiv gleich behandelt werden sollen: «Es gibt Felder, beispielsweise Kinder, ältere Menschen, chronisch Krankheiten, aber auch Vermeidung von Antibiotika-Resistenzen, wo die ärztliche Komplementärmedizin heute bereits einen hohen Stellenwert hat. Spätestens dann, wenn wir von Prävention sprechen.»

Auch die Patientenorganisationen wollen, dass die Komplementärmedizin definitiv über die Grundversicherung abgrechnet wird. Nicht so der Krankenkassenverband Santésuisse. Er warnt vor hohen Kosten.

Fehlender Nachweis der wissenschaftlichen Wirksamkeit

Vor allem aber ist für den Krankenkassenverband nach wie vor nicht bewiesen, dass die alternativen Verfahren nachweislich wirken. Christophe Kaempf, Mediensprecher von Santésuisse: «Das Problem ist, dass heute alle Leistungen, die von den Krankenkassen übernommen werden müssen, nach wissenschaftlichen Methoden beweisen müssen, dass sie wirksam sind. Und das ist bei der Komplementärmedizin nicht der Fall.»

Umsetzung eines Volkentscheids

Auch der Bundesrat ist sich bewusst, dass noch nicht alle Fragen geklärt sind. Mit seinem Vorschlag setzt er aber den Volksentscheid für die Komplementärmedizin um. Und so dürfte auch der Widerstand von Santésuisse kaum Erfolg haben.

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10 Kommentare

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  • Kommentar von Stefan Durrer (Stefdurr65)
    Als Krebspatient mit Chemotherapie kann ich nur dazu sagen, dass aufgrund meiner eigenen Erfahrungen die Komplementärmdezin sehr viel zu meinem allgemein guten Zustand beiträgt. Wie gesagt, parallel zur laufenden Chemotherapie. Für mich eine sinnvolle Ergänzung.
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  • Kommentar von Franz NANNI (Aetti)
    Pflanzliche Produkte, ja, Homoeopathie NEIN... Pflanzen haben bekannte Wirkstoffe wobei das Dosieren schwierig ist... aber die Homoeopathi.. das ist schlicht geschuetteltes Wasser.. mit kaum nachweisbaren Spuren von sogenannten Wirkstoffen.. eigent sich hervorragend fuer eingebildete Krankheiten und Krankheiten die sowieso von selbst heilen... Es gibt WELTWEIT keine einzige kontrollierte Doppelblindstudie mit Homoeopathie, die den Nachweis einer besserer Wirkung als Placebo erbringt,
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    1. Antwort von Nicolas Dudle (Nicolas Dudle)
      Dass ein Placebo wirkt, braucht es die Camouflage eines echten Medikaments. Zu dessen Glaubwürdigkeit gehört ein Preis, der deutlich über demjenigen für homöopathische Mittel liegt. Die Homöopathie rechtfertigt sich demnach auch aus Kostengründen für hypochondrische Krankheitsbilder. - Mit der Einschätzung zu den Pflanzlichen bin ich allerdings einer Meinung: Das weltweite, althergebrachte Wissen muss besser vernetzt und genutzt und die Zulassung gelockert werden.
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    2. Antwort von Franz NANNI (Aetti)
      Endlich jemand er verstand was ich schrieb...danke Herr Dudle.. (In Kuessnacht aR habe ich auch mal gewohnt.. und geheiratet.. mehr als 50 Jahre her.. whouuu..)
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    3. Antwort von Urs Müller (Confoederatio)
      Homeöpathische Mittel wirken. Das beste Beispiel ist meine Tochter. Als sie gezahnt hat, hat sie Camomilla C30 bekommen. Und es hat wunderbar gewirkt. Kein Zahngel, kein Paracetamol oder Ibuprofen und ein fröhliches Kind.
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    4. Antwort von Nicolas Dudle (Nicolas Dudle)
      Herr Nanni, vielleicht geht unsere Uebereinstimmung noch weiter, wenn ich behaupte, es sei in erster Linie die Pharmaindustrie, die dies nicht als Chance, sondern als Bedrohung sieht und sich deswegen in der gesamten industrialisierten Welt mit einer starken Lobby dagegen wehrt.
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  • Kommentar von Beatrice Mayer (signorinetta)
    Homöopathie gehört definitv nicht in die obligatorische Krankenversicherung. Sie kann kann über den Placeboeffekt eine gewisse Wirkung haben , in der Prävention ist sie nutzlos.
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