Zeitung «Le Temps» muss zügeln

Ringier als neuer Eigentümer von «Le Temps» will seine Westschweizer Titel in einem Newsroom zusammenführen, der neue Standort ist Lausanne. Die Westschweiz beobachtet die Entwicklung mit Sorge.

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Bildlegende: Muss von Genf nach Lausanne zügeln: Die Zeitung «le Temps». Besitzer Ringier will alle Titel in der Westschweiz haben. Keystone

«Le Temps» ist nicht irgendeine Zeitung. «Le Temps» ist die meistbeachtete, überregionale Tageszeitung der Westschweiz. Allerdings sinkt ihre Auflage seit längerem. Aktuell zählt sie etwas weniger als 100'000 zahlende Leser.

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Neuer Chefredaktor

Stéphane Benoit Godet

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Stéphane Benoit Godet übernimmt die Leitung der Westschweizer Tageszeitung «le Temps» per 1. April 2015. Ab 1998 war Benoit-Godet in der Funktion als Ressortleiter Wirtschaft schon einmal für «Le Temps» tätig, bevor er 2006 die Redaktionsleitung beim Westschweizer Wirtschaftsmagazin «Bilan» übernahm.

Zusammenführung in Newsroom

Am Mittwoch hat das Verlagshaus Ringier, das «Le Temps» neu allein besitzt, seine Pläne für die Zukunft des Titels vorgestellt. In einem Wort zusammengefasst lauten die: Newsroom. Marc Walder, der Geschäftsführer von Ringier, will alle Titel des Verlags in einer Redaktion zusammenführen. Sitz der neuen Redaktion wird Lausanne sein, in Genf bleibt eine kleine Aussenstelle der Redaktion.

Die bisherige Spitze von «Le Temps» hält offensichtlich wenig von diesen Plänen: Der Chefredaktor und die langjährige Geschäftsführerin treten von ihren Aufgaben zurück. Neuer Chefredaktor wird Stéphane Benoit-Godet, der bisher den Wirtschaftstitel Bilan verantwortet.

Versprechen: «Le Temps» redaktionell eigenständig

Walder erklärte heute, für Ringier sei die Zeitung «eine Herzensangelegenheit». Er verspricht, dass «Le Temps» auch im Newsroom redaktionell eigenständig bleiben werde. Allerdings werde die Zeitung im Newsroom organisatorisch und inhaltlich von den anderen Ringier-Titeln profitieren, namentlich vom Wochenmagazin «L'Hebdo» und dem Livestile-Titel «Edelweiss».

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