Zwei Ex-Kollegen Mörgelis im Visier der Staatsanwaltschaft

Die Zürcher Staatsanwaltschaft hat ein Strafverfahren gegen zwei Mitarbeiter des Medizinhistorischen Institutes der Uni Zürich eröffnet. Sie stehen im Verdacht, zwei geheime Berichte über das von Christoph Mörgeli geleitete Museum weitergegeben zu haben.

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Christoph Mörgeli: jetzt rede ich!

5:01 min, aus Schweiz aktuell vom 17.9.2012

Wie die Staatsanwaltschaft Zürich mitteilte, stehen die beiden Mitarbeiter im Verdacht, den Akademischen Bericht 2011 und den Bericht der internationalen Expertenkommission an die Medien weitergegeben zu haben. Diese Unterlagen brachten die Affäre Mörgeli ins Rollen.

Gegen beide Mitarbeiter wird ein Verfahren wegen Amtsgeheimnisverletzung geführt. Bei beiden wurden in den vergangenen Tagen Hausdurchsuchungen durchgeführt, bei denen Beweise sichergestellt wurden. Zudem hätten Befragungen stattgefunden. Beide Mitarbeiter befinden sich auf freiem Fuss.

Uni suspendiert Mitarbeiter

Die beiden Mitarbeitenden, gegen die ermittelt wird, dürfen vorübergehend nicht mehr an ihren Arbeitsplatz zurückkehren. Wie die Uni mitteilte, wurden sie suspendiert.

Mörgeli lacht in die Kamera. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Wer zuletzt lacht, lacht am besten. Die Affäre Mörgeli hat jetzt auch für zwei seiner Ex-Mitarbeitenden konsequenzen. keystone

Ob die beiden geständig sind, will der zuständige Staatsanwalt Andrej Gnehm nicht bekannt geben. Die Ermittlungen würden weitergeführt. Es sei nicht auszuschliessen, dass noch weitere Personen das Amtsgeheimnis verletzt hätten.

Mörgeli-Chef gibt Institutsleitung vorerst ab

Beide wurden am 14. und 15. November befragt und nach einer Nacht im Gefängnis wieder auf freien Fuss gesetzt. Wie die Universität in ihrer Mitteilung schreibt, gehört Christoph Mörgelis Vorgesetzter, Flurin Condrau, nicht zu diesen Verdächtigen.

Angesichts der derzeit schwierigen Lage habe Condrau aber darum ersucht, die Institutsleitung vorübergehend abgeben zu dürfen. Er werde sich aber weiterhin um Forschung und Lehre kümmern. Bis zum Ende des Frühjahrssemesters 2013 wird Condrau von Professor Johann Steurer vertreten, dem Leiter des Horten-Zentrums für praxisorientierte Forschung und Wissenstransfer am Unispital.