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Schweiz Zwölf Prozent mehr Tierversuche in der Schweiz

Hiesige Wissenschaftler haben im vergangenen Jahr 682'000 Tiere für ihre Forschungen eingesetzt. Grund für die Steigerung ist die grosse Zahl an Herdenversuchen und Artenschutzprojekten. Rund ein Viertel aller Tiere hätten mittelschwer bis schwer leiden müssen.

Maus auf Forschungshandschuh
Legende: 72 Prozent aller Versuchstiere waren Nagetiere (Archivbild). Keystone

2015 sind in der Schweiz 682'000 Tiere für Tierversuche eingesetzt worden. Das sind über 12 Prozent mehr als im Vorjahr. Der Grund für die Zunahme sind Verhaltensstudien an Herden und Artenschutzprojekte.

Für einzelne Studien sei eine grosse Anzahl von Tieren eingesetzt worden, schreibt das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) in einer Mitteilung – namentlich Fische, Amphibien, Geflügel und gentechnisch veränderte Mäuse.

13'640 Tiere waren einer schweren Belastung ausgesetzt

An grossen Geflügelherden wurden Untersuchungen zur Haltungsform und Fütterung durchgeführt. Bei den Amphibien ging es um Artenschutzprojekte. So wurden etwa 23'000 Kaulquappen unter Laborbedingungen gezüchtet und an verschiedenen Orten freigelassen – um ihre Entwicklung unter unterschiedlichen Umweltbedingungen zu beobachten und zu analysieren.

Über drei Viertel der Tiere seien 2015 in nicht oder wenig belastenden Versuchen zum Einsatz gekommen, schreibt das BLV. Rund 21 Prozent der Tiere seien aber einer mittelschweren und 2 Prozent einer schweren Belastung ausgesetzt gewesen.

Abwägen zwischen menschlichen Vorteilen und tierischen Leiden

Die Tierversuche – die im vergangenen Jahr zu 72 Prozent an Nagetieren vorgenommen wurden – müssen grundsätzlich bewilligt werden. Die Gesuche beurteilt eine kantonale Tierversuchskommission.

Die Forschenden müssen darlegen, dass die Vorteile, welche die Gesellschaft aus den Versuchen zieht, das Leiden der Versuchstiere überwiegt.

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18 Kommentare

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  • Kommentar von Hanspeter Müller (HPMüller)
    Alle, die sich rasch über Mittag Botoxen lassen sind mitverantwortlich für den elenden Tod von hunderten Tieren. Weil Botox nicht immer gleich stark wirkt muss jede einzelne Charge ausgetestet werden, indem man verschiedene Konzentrationen hunderten Tieren spritzt und schaut wie viele wie schnell sterben. Sie ersticken elendiglich an Atemlähmung. Und das alles für ein faltenfreies Gesicht! Wem ist das so viel wert?
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  • Kommentar von H. Wach (H. Wach)
    Stellen wir uns vor, irgendeine Spezies unseres Universums würde das gleiche mit uns machen. Unvorstellbar! Deshalb ist es auch verständlich, dass nicht Gott den Menschen geschaffen hat, sondern Menschen haben Gott geschaffen. Denn ein Gott für Tiere und Pflanzen würde Tierversuche niemals dulden, sondern die Menschen bestrafen.
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    1. Antwort von Ursula Schüpbach (Artio)
      "...sondern die Menschen bestrafen." Denke ich nicht. Wahrscheinlich hätte er einfach keine Lust mehr auf Menschen.
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  • Kommentar von marlene Zelger (Marlene Zelger)
    Vor nicht allzulanger Zeit gingen die Tierversuche zurück. Und nun sollen sie wieder vermehrt stattfinden. Es ist ein Skandal, dass man die armen Tiere wieder leiden lässt, nur um das Wohl der Menschen. willen. Wann werden endlich Alternativmethoden entwickelt, damit man die Tiere schonen kann? War nicht auf davon schon mal die Rede? Wie grausam ist doch der Mensch gegenüber der tierischen Kreatur.
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