SRF: In Altdorf ist der Samichlaus ganz in blau gekleidet – seine Mitra, das Gewand und der Bischofsstab sind blau – woher kommt diese Tradition?
Andreas Baumann: Der blaue Samichlaus in Altdorf geht auf den Urner Kunstmaler Heinrich Danioth zurück. Er hat ihn 1929 entworfen. Heinrich Danioth war ein Mitglied der «Nächstenliebe Altdorf». Der Grund für die Farbwahl ist, dass blau keine liturgische Farbe ist. So kam man mit dem Bischof am wenigsten in Konflikt. Die «Nächstenliebe Altdorf» wurde nämlich in einer Zeit gegründet, in welcher politische Spannungen herrschten. Die «Nächstenliebe Altdorf» wollte unbedingt ein neutraler Verein sein, in dem alle religiösen Einstellungen Platz haben.
Werden Sie häufig darauf angesprochen, dass der Altdorfer Samichlaus blau angezogen ist?
Ja, diese Frage hören wir tatsächlich sehr häufig. Die Kinder fragen oft, warum der Samichlaus nun blau trage und nicht rot wie in den Einkaufszentren. Unsere Antwort ist dann, dass der Samichlaus halt verschiedene Gewänder habe. Was wir den Kindern auch schon gesagt haben ist, dass das andere Gewand halt gerade in der Wäsche sei.
Der traditionelle Besuch des Samichlauses zuhause – ist das immer noch beliebt heutzutage?
Das Interesse ist sogar steigend. Wir besuchen jährlich immer mehr Familien. Wir haben sogar personelle Engpässe beim Verteilen der Samichlaus-Routen. Der Trend zeigt nach oben. Es freut uns natürlich sehr, dass der Besuch des Samichlauses immer noch sehr beliebt ist bei den Kindern, und dass unser Verein die Familien besuchen darf.
Regionaljournal Zentralschweiz, 17:30 Uhr