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politbox on tour – Zürich Ist die Schweiz bereit für die «Ehe für alle»?

Sollen in der Schweiz auch gleichgeschlechtliche Paare heiraten dürfen? Diese Frage ist aktueller denn je. politbox hat bei Nutzern, Betroffenen und Jungpolitikern nachgefragt.

Geht es nach der Rechtskommission des Nationalrates, sollten künftig in der Schweiz auch gleichgeschlechtliche Paare heiraten dürfen. Über diese parlamentarische Initiative der Grünliberalen hat die Kommission im Februar abgestimmt.

In einem nächsten Schritt muss nun die Kommission des Ständerates über diesen Vorschlag befinden. Erst falls diese Zweitkommission der parlamentarischen Initiative ebenfalls zustimmt, kann die Nationalratskommission einen Erlassentwurf ausarbeiten. Über diesen Entwurf muss dann das Parlament befinden. Da es sich um eine generelle Änderung der Bundesverfassung handelt, hätte das Volk schliesslich das letzte Wort.

«Eingetragene Partnerschaft» vs. Ehe

Seit 2007 ist gleichgeschlechtlichen Paaren in der Schweiz einzig eine «eingetragene Partnerschaft» erlaubt. Diese rechtliche Form des Zusammenlebens sieht folgende Unterschiede, Link öffnet in einem neuen Fenster gegenüber der Ehe vor:

  • keine Adoption von Kindern, kein Zugang zu Fortpflanzungsmedizin
  • keine erleichterte Einbürgerung des/der ausländischen Partner/in
  • kein gemeinsamer Name möglich
  • «Ja»-Wort reicht nicht, sondern Protokollierung der Willenserklärung
  • Gütergemeinschaft als Güterstand nicht wählbar
  • keinen Ausgleichsmechanismus für die Person, die den Haushalt führt

Seit der Einführung dieses neuen Partnerschaftsgesetzes, Link öffnet in einem neuen Fenster im Jahr 2007 haben bisher 7307 Paare von der «eingetragenen Partnerschaft» Gebrauch gemacht. Das entspricht etwa 2,5 Prozent der jährlich in der Schweiz geschlossenen Ehen.

Im Gegensatz zur relativ hohen Scheidungsquote bei heterosexuellen Paaren (41,9 Prozent im Jahr 2013) ist die Quote der Auflösungen von «eingetragenen Partnerschaften» mit 20 Prozent halb so hoch.

Wie stimmen politbox-Nutzer darüber ab?

Wir haben bei politbox die Nutzer gefragt, ob in der Schweiz auch gleichgeschlechtliche Paare heiraten dürfen sollten. 2014 Personen haben geantwortet, wobei eine grosse Mehrheit dieser Frage zugestimmt hat. Sowohl zwischen den Altersgruppen wie auch zwischen den Sprachregionen gibt es dabei keinen erheblichen Unterschied.

Was sagen Betroffene dazu?

Doch was sagen Betroffene zu einer möglichen Öffnung der Ehe? politbox hat bei den Jungs und Mädchen des Magazins «Milchbüechli», Link öffnet in einem neuen Fenster nachgefragt.

Legende: Video politbox fragt bei Betroffenen nach: Brauchts die «Ehe für alle»? abspielen. Laufzeit 4:06 Minuten.
Aus Politbox vom 10.08.2015.

Wie sieht die Situation in anderen Ländern aus?

Nicht nur in der Schweiz ist die «Ehe für alle» ein Thema. Ende Juni hat das höchste Gericht in den USA die Ehe für gleichgeschlechtliche Paare in allen 50 Bundesstaaten für zulässig erklärt. Bereits einen Monat zuvor liess Irland als erstes Land überhaupt über die Ehe zwischen gleichgeschlechtlichen Paaren abstimmen. Fast zwei Drittel der Iren sagten damals Ja zur Öffnung der Ehe.

Neben den USA und Irland ist in folgenden 23 weiteren Ländern die «Ehe für alle» erlaubt.

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41 Kommentare

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  • Kommentar von Georg Friedrich, Luzern
    Die meisten von diesen Menschen sind ohne Vater aufgewachsen oder sind in der Kindheit missbraucht worden - von s Männern. Warum wollen sie jetzt die ganze Gesellschaft, auch Kinder, zum Geisel ihres ganz persöhnlichen Trauma zu machen? Ausserdem sind nur die wenigsten von ihnen monogam und halten in der Regel wenig von sexueller Treue - dabei ist die Ehe genau auf diesen Werten aufgebaut worden. Wozu diese Institution ihnen nur, nur um Gleichmacherei willens ist da kein gültiges Argument.
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  • Kommentar von J. Peter, Luzern
    anders veranlagte sollte man akzeptieren. also ist homo-ehe in 2015 kein problem. mit adoption habe ich ein problem. kinder zu kaufen ist schon in normaler ehe eine ethikfrage. wenn 2 männer ein mädchen adoptieren, ist das für das kind ein spiessrutenlauf bis nach der ausbildung. will man das wirklich? irgendwo sollte auch mal ein ende sein. sonst haben künftig nur noch die erfolg, die anders sind. siehe conchita wurst. wie das weitergeht, sollte die mehrheit des volkes entscheiden.
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    1. Antwort von Lukas Bucher, Luzern
      Wieso soll dies ein Spiessrutenlauf sein?
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    2. Antwort von J. Peter, Luzern
      herr bucher, weil das kind spätestens in der kindi gefragt wird, warum es nie von der mutter abgeholt wird. wenn es dann antworten muss, dass es zwei väter hat, beginnt das märtyhrium für das arme kind. das sollten wir den kindern wirklich nicht antun. wie soll ein kind damit klarkommen? und nochmal: kinder kaufen ist echt nicht in ordnung.
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    3. Antwort von G.Beretta, Bern
      ohne zu vergessen dass wir im Jahr 2015 sind J.Peter! Die Zeiten verändern sind, damals wurde ich auch gemobbed wegen meiner Abstammung, heute sieht es anders aus. Man sollte vertrauen haben und sich öffnen, schlussendlich geht es nur um liebe!
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  • Kommentar von Oliver Schaub, Sissach
    Obwohl ich eigentlich der Meinung bin, dass es wichtigeres auf der Welt gibt, was geregelt werden müsste, sollen zwei erwachsene und mündige Menschen mit sich selber machen können was sie wollen, solange keiner zuschaden kommt. Und beim besten Willen, ich finde keinen Schaden der durch eine Ehe zwischen zwei Frauen oder zwei Männern entstehen sollte.
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