«Schade, wenn gute Projekte durch Kleinigkeiten blockiert sind»

GLP-Ständeratskandidat Jürg Grossen ist ein Befürworter des V-Bahn-Projekts in Grindelwald. Der 46-jährige Unternehmer sieht darin keinen Widerspruch zum Thema Umweltschutz. Im Auswärtsspiel diskutiert Jürg Grossen mit einem vehementen Gegner des Bahnprojekts.

Zwei Männer stehen auf einem Parkplatz, im Hintergrund eine grüne Wiese. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Jürg Grossen diskutiert mit Adi Bohren, einem Gegner des V-Bahn-Projekts. Im Hintergrund ein Teil von Bohrens Land. Christine Widmer/SRF

Die Jungfraubahnen haben in Grindelwald ein 400-Millionen-Projekt. Der Ersatz der altersschwachen Gondelbahn auf den Männlichen ist nicht bestritten. Aber das V-Projekt beinhaltet auch die Idee einer Direktverbindung auf den Eigergletscher. Die Jungfraubahnen wollen so das Ziel erreichen, pro Jahr eine Million Besucher auf das Jungfraujoch zu bringen. Heute sind es 800' 000.

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Das Auswärtsspiel

Im Hinblick auf die eidgenössischen Wahlen lädt das Regionaljournal die sieben Ständeratskandidatinnen und -kandidaten der relevanten Berner Parteien zu einem Auswärtsspiel ein. Analog zum Sport tauchen sie dabei in Welten ein, die ihnen fremd sind - haben also kein politisches Heimspiel.

-> zu den gesammelten Auswärtsspielen

Im Rahmen des Auswärtsspiels des «Regionaljournals Bern Freiburg Wallis» traf GLP-Nationalrat Jürg Grossen, Befürworter des Bahnprojekts, den vehementen Gegner Adi Bohren. Seine Familie müsste Land für das Projekt abtreten, Bohren ist aber auch aus Umweltschutzgründen gegen das Projekt. Und er befürchtet, dass die Qualität im Tourismus verloren geht und nur noch die Masse zählt.

Grün und liberal ist kein Widerspruch

Jürg Grossen findet es schade, wenn Projekte, durch Kleinigkeiten blockiert sind. Er sehe schon, dass Bohren direkt betroffen sei, aber dennoch. «Man muss doch das Ganze im Auge behalten und für die Region Berner Oberland ist das Projekt wichtig». Der 46-Jährige gibt aber Adi Bohren Recht, dass das Parkhaus besser unter den Boden gebaut würde. Und Grossen versteht den Grindelwaldner, der findet, dass die Eiger-Region durch die hohen Masten beeinträchtigt wird.

Brücken bauen

Die Smartspider von Jürg Grossen. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Die Smartspider von Jürg Grossen. Smartvote

Jürg Grossen sitzt seit vier Jahren im Nationalrat. Auf Anhieb hat die GLP mit ihm und Kathrin Bertschy zwei Sitze erobert. Der Unternehmer sieht sich als typischer Mittepolitiker, der nicht Probleme bewirtschaften, sondern Brücken bauen und vorwärts gehen will.

Der Unternehmer ist in den letzten vier Jahren nicht gross in Erscheinung getreten. Seine Partei, die GLP Schweiz, schon - mit der Niederlage ihrer ersten Volksinitiative «Energie- statt Mehrwertsteuer», die mit einem Nein-Anteil von 92 Prozent abgeschmettert wurde.