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Wahlen15 Zürich Roger Köppel will für die SVP in den Nationalrat

Seit Monaten wurde darüber spekuliert, am Vormittag gab es erste Vorabmeldungen, nun ist es offiziell: Roger Köppel will bei den Eidgenössischen Wahlen im Oktober für die SVP antreten.

Legende: Video Kommt jetzt der «neue Christoph Blocher»? abspielen. Laufzeit 03:55 Minuten.
Aus 10vor10 vom 26.02.2015.

Der «Weltwoche»-Chefredaktor und -Verleger Roger Köppel will für die Zürcher SVP in den Nationalrat. Dies hat der 49-Jährige in Zürich bekannt gegeben. Der Quereinsteiger war bislang parteilos und ist nun der SVP beigetreten.

Grund für seine Kandidatur sei die verheerende und alarmierende Politik der «linken Mehrheit in Bundesrat und Parlament» in Bern, sagte Köppel. Es reiche nicht mehr, als unabhängiger Verleger und Chefredaktor an der Seitenlinie zu stehen, er müsse nun selber «in das Getümmel hinein».

Er wolle Gegensteuer geben zu Fehlentwicklungen. Als Partei sei für ihn nur die SVP in Frage gekommen. Andere bürgerliche Parteien setzten sich zu wenig klar und konsequent für jene Themen ein, die ihm wichtig seien.

Direkte Demokratie «systematisch torpediert»

Es sei nichts Ungewöhnliches, dass «in schwierigen Zeiten Chefredaktoren nach Bern gehen», sagte Köppel und erwähnte Willy Bretscher (NZZ, FDP), Peter Dürrenmatt (Basler Nachrichten, LDP) und Ernst Nobs (Volksrecht, SP).

Seine Funktionen bei der «Weltwoche» wird Köppel im Falle einer Wahl beibehalten.
Den Ausschlag für seine Kandidatur habe das Referat von SP-Bundesrätin Simonetta Sommaruga an der diesjährigen Albisgüetli-Tagung gegeben, in dem sie den Eindruck habe erwecken wollen, die SVP wehre sich gegen die Menschenrechte.

Wichtig ist für Köppel, dass nicht pauschal internationales Recht über die schweizerische Bundesverfassung gestellt wird. Die direkte Demokratie sei das Rückgrat und der Lebensnerv der Schweiz und werde «systematisch torpediert», sagte Köppel weiter. Verteidigt werden müsse auch der Föderalismus, indem nicht immer mehr Zuständigkeiten von der Gemeinde- auf Bundesebene verschoben würden.

Roger Köppel.
Legende: Roger Köppel. Keystone

Platz auf der Nationalratsliste noch offen

11 der 34 Zürcher Nationalratssitze werden heute von der SVP gehalten. Bei den letzten Wahlen verlor die Partei ein Mandat. Drei der Zürcher SVP-Nationalräte sind im Pensionsalter. Ob alle Bisherigen am 18. Oktober wieder kandidieren, ist noch offen.

Laut Kantonalparteipräsident und Nationalrat Alfred Heer hat das Büro der Parteileitung der Findungskommission beantragt, Köppel auf die Nationalratsliste zu nehmen. Auf welchem Platz der «Weltwoche»-Chef kommt, ist noch offen. Eine Delegiertenversammlung entscheidet im Mai über die Nationalratsliste.

Rückkehr 2006 als Chefredaktor

Köppel begann seine Journalistenkarriere bei der «Neuen Zürcher Zeitung» (NZZ), wo er unter anderem in der Sport- und der Filmredaktion arbeitete. Beim «Tages-Anzeiger» war Köppel Kulturredaktor, Chef der Wochenendbeilage «Das Magazin» und stellvertretender Chefredaktor.

2001 übernahm er die Leitung der «Weltwoche»-Redaktion und wechselte 2004 als Chefredaktor zur deutschen Tageszeitung «Die Welt». 2006 kehrte er zurück zur «Weltwoche» als Chefredaktor und Verleger. Er übernahm die Aktienmehrheit der Weltwoche Verlags AG.

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167 Kommentare

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  • Kommentar von Niklaus Bächler, Winterthur
    Für die einen mag Köppel DIE politische Bereicherung sein. Weshalb? Weil er unbequem ist? Weil viele auch gerne so unbequem sein möchten & ihn deshalb bewundern, so wie CB? Ich frage mich, brauchen wir in Bern noch mehr solche «Hauptsache unbequem-Politiker»? Haben wir nicht genug solche, die dauernd nur anprangern & andere diffamieren? Ich kämpfe für eine sachorientierte Politik & nicht für diesen «Megatrend Wutbürgertum». Dies ist keine nachhaltige Politik, auch wenn sie gerade «sexy» ist!
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    1. Antwort von m.marty, buch
      @bächler, W'thur. Eigentlich verstehe ich nicht, weshalb Sie dermassen aktiv werden, wenn sich ein R.Köppel für die Kandidatur des NR entscheidet. Das steht doch jedem Schweizer offen. Er hat das Recht, sein Wissen in Bern einzubringen, falls er gewählt wird. Sie können nicht vorhersagen, wie er in Bern politisiert. Mir scheint, sie haben ein ernsthaftes Problem wenn Sie R.Köppel, Sachlichkeit absprechen. Sie kämpfen offenbar einfach. Vielleicht ist die SVP Ihr persönlicher Wutableiter
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  • Kommentar von Niklaus Bächler, Winterthur
    Irgendwie werden die Kommentare der Köppel-Freunde immer absuder. Nun vergleicht unsere Mitkommentatorin M. Zelger in ihrem Blog (12:24) C. Blocher mit Jesus. Wörtlich: Jesus kann mit Blocher nicht mithalten ;-) schon etwas abstrus oder? Ich denke, wir sind an einem Punkt angelangt, an welchem mann diese Kommentarseite schliessen kann. Amen ;-)
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  • Kommentar von Felix Müller, Bern
    Es gibt eine Legende, wonach der alte Bösewicht ganz alleine der CVP den Weg auf den absteigenden Ast gewiesen hat, indem er ihrem damaligen Präsidenten darlegte, wie wichtig es für den inskünftigen Erfolg besagter CVP sei, sich auf den christlichen anstelle des konservativen Gehaltes zu konzentrieren. Die CVP besann sich schuldgepeinigt auf das C und ganze Landstriche wechselten geschlossen zur SVP. Und die Moral von der Geschicht? Herr Köppel hilft seinen Konkurrenten nicht. Selber schuld...
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