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Wirtschaft 1600 Ausländer kommen für die Lehre in die Schweiz

In diesen Tagen fängt für Tausende von Jugendlichen die Lehre oder ein neues Lehrjahr an. Unter ihnen sind 1'611 die ihren Wohnsitz im Ausland haben und einen ausländischem Pass besitzen. Der Bundesrat sieht in ihnen Potenzial um den Lehrlings-Mangel in der Schweiz zu entschärfen.

Legende: Video Das Lehrlingsparadox abspielen. Laufzeit 06:49 Minuten.
Aus 10vor10 vom 08.08.2016.

Von den rund 200'000 Lernenden in der Schweiz wohnen 1611 im Ausland und haben einen ausländischen Pass.. Die meisten davon zählen die Grenzkantone. Spitzenreiter ist der Kanton Tessin mit knapp 600 ausländischen Lernenden, gefolgt vom Kanton Genf mit 266 und Basel-Stadt mit rund 240. Das zeigt eine Umfrage von «10vor10» bei allen kantonalen Berufsbildungsämter (siehe Grafik).

Dieses Jahr wurden die Zahlen erstmals ermittelt – Vergleichswerte gibt es keine. In den Kantonen Basel-Stadt und Basel-Land geht man von einer Zunahme in den letzten Jahren aus. Grégoire Evequoz, Direktor des kantonalen Amts für Berufsbildung, meldet für Genf stabile Zahlen in den letzten Jahren: «Die Berufslehre ist in Frankreich nur wenig bekannt und entsprechend nicht wertgeschätzt.»

Im Tessin wo heute der Anteil an den ausländischen Lernenden mit fast 7 Prozent am höchsten ist, ist laut Angaben von Claudia Sassi vom Departement für Bildung, Kultur und Sport die Tendenz leicht rückläufg: «Die Betriebe sind sensibilisiert – bei gleichen Bedingungen – Junge, die von der Sekundarstufe 1 direkt herauskommen, zu fördern.»

Bundesrat Schneider-Ammann sieht Potenzial

Noch vor ein paar Jahren klagte die Schweiz über einen Lehrstellenmangel. Heute hat sich die Situation gerade umgekehrt. Statt ein Mangel an Ausbildungsplätzen gibt es einen Mangel an qualifizierten Bewerbern. Aktuell sind laut dem Lehrstellennachweis Lena 7000 Lehrstellen nicht besetzt. Im Ausland ist die Jugendarbeitslosigkeit zum Teil höher.

Dass es in der Schweiz offene Lehrstellen gibt will der Bundesrat Johann Schneider-Ammann ausnutzen, wie er gegenüber «10vor10» sagt: «Warum helfen wir nicht uns und den Ausländer und bieten den ausländischen Jungen diese Lehrstellen an?» Diese Idee widerspricht laut Schneider-Ammann dem Anliegen der Masseneinwanderungsinitative nicht.

Bei den Vertretern der Masseneinwanderungsinitiative stösst diese Idee auf Widerstand. Für den SVP-Fraktions-Chef Adrian Amstutz muss zuerst die Berufslehre in der Schweiz wieder gestärkt werden: «Erst wenn die vorgenannten Hausaufgaben gelöst sind und noch ein Bedarf besteht, kann über die Rekrutierung von Lernenden aus grenznahen Regionen im Rahmen der festgelegten Höchstzahlen und Kontingente diskutiert werden.»

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6 Kommentare

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  • Kommentar von Rolf Bolliger (robo)
    Warum wollen bei uns viele Schulabgänger keinen handwerklichen Beruf lernen (Metzger, Gärtner, Schreiner, Schlosser, Maurer, usw.), sodass die Unternehmen auch hier schon zu ausländischen Jugendlichen ausweichen müssen? Unsere Sozial-Regulierungen (Möglichkeiten), um sich nicht allzu hart anstrengen zu müssen, sind in den letzten Jahren bei uns zur "Lebens-Hängematte" verkommen! Leistung, Selbstverantwortung und Lernbereitschaft verringern sich immer deutlicher! Der Hauptgrund dazu ist tabu (!)!
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  • Kommentar von M. Roe (M. Roe)
    Wenn sich bei uns noch mehr junge Leute mit Drogen zudröhnen, brauchen wir zuletzt jeden "Dubel". Wir müssen vorsichtig sein, und die "Wirtschaft" in der Schweiz abbauen. Wir brauchen keine ausländischen Unternehmen, diese verlangen nach immer mehr "Ausländern" und das spiegelt nicht die Realität ab. Wir brauchen mehr "Schweizer" die diese Tatsache erkennen. Vor allem die Jungen sollen selbständiger denken, und nicht einfach alles den Lehrern und Politikern nachplappern. Ein Abbau ist gesund !
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  • Kommentar von Charly Ball (Charly Ball)
    Sehr gut ! Ich sehe es im eigenen Betrieb, dass sich Jahr für Jahr weniger CH-er Lernende für eine Lehrstelle ausserhalb des "warmen" Büros interessieren. Schuld daran sind häufig deren Eltern, die immer noch meinen, eine KV-Lehre bei der Grossbank oder Versicherung sei das einzig wahre und die Sicherheit für die Zukunft - falsch gedacht !
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