200 zusätzliche Millionen für den Tourismus

Der Schweizer Tourismus schwächelt, trotz weltweitem Wachstum. Der Bund möchte der Branche deshalb zu neuen Impulsen verhelfen. Und will dafür 200 Millionen Franken in die Hand nehmen.

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Im Winter top – im Sommer flop

2:22 min, aus Tagesschau vom 27.6.2013

Zwar ist der Franken weiterhin stark und die Zweitwohnungsinitiative lastet auf den Tourismusorten. Trotzdem gibt es aus Sicht des Bundesrates keinen Bedarf für eine grundlegende Neuorientierung der Tourismuspolitik.

Die neuen Voraussetzungen führten aber zu einem beschleunigten Strukturwandel, hielt Johann Schneider-Ammann vor den Medien fest. Der Wirtschaftsminister stellte den neusten Tourismusbericht vor. Die gute Nachricht: die Konjunktur erholt sich langsam.

Strukturwandel mit 200 Millionen unterstützen

Schneider-Ammann betonte, der Schweizer Tourismus sei im internationalen Vergleich zu teuer. Auch seien die Tourismus-Betriebe in der Regel zu klein: 90 Prozent der Schweizer Hotels hätten weniger als 50 Zimmer. Und schliesslich gebe es mit total 561 zu viele lokale und regionale Tourismus-Förderorganisationen.

Zur Unterstützung des Strukturwandels möchte der Bundesrat deshalb ein Impulsprogramm lancieren: Aus dem Fonds für die Neue Regionalpolitik sollen in der Vierjahresperiode 2016-2019 insgesamt 200 Millionen Franken in den Tourismus fliessen. Das letzte Wort dazu hat das Parlament.

Innovationen fördern

Auch die Probleme, die mit der Beschränkung der Zweitwohnungen auf 20 Prozent entstehen, sieht der Bundesrat: Bislang habe die gehobene Hotellerie ihre Projekte durch die Vermietung oder den Verkauf von Zweitwohnungen querfinanzieren können, sagte Schneider-Ammann. Wenn diese Möglichkeit nun eingeschränkt werde, fehlten Mittel für die Hotellerie.

Deshalb wird ein Millionenkredit verlängert: Bereits 2011, als der Franken immer stärker wurde, bewilligte das Parlament ein Zusatzdarlehen für die Schweizerische Gesellschaft für Hotelkredit im Umfang von 100 Millionen Franken. Dieses Darlehen soll nun statt bis Ende 2015 bis Ende 2019 laufen. Ausserdem sollen die Strukturen der Gesellschaft angepasst und besser mit der Neuen Regionalpolitik abgestimmt werden. Mit einer Wissensdatenbank soll der Bund zudem dazu beitragen, dass alternative Finanzierungsmöglichkeiten bekannt werden.

Weiter lehnt es die Landesregierung ab, eine Tourismusbank zu schaffen, wie sie Österreich kennt. Diese Forderung war im Parlament laut geworden.