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Schweizer Detailhandel 2000 Kleider- und Schuhläden weniger

Immer mehr Läden im Bereich Bekleidung und Schuhe machen dicht. Es wird insgesamt weniger gekauft, ausserdem erobert der Onlinehandel immer mehr Marktanteile. In wenigen Jahren könnte dieser bereits einen Drittel ausmachen.

Schuhe in Laden
Legende: Warum in den Laden gehen, wenn es auch online geht? Das Einkaufsverhalten verändert den Detailhandel. Reuters

Das Ladensterben: Zwar eröffnen internationale Modegiganten wie H&M oder Zara laufend neue Geschäfte. Doch grundsätzlich läuft der Trend in die entgegengesetzte Richtung: «ECO»-Recherchen ergaben, dass in den letzten sechs Jahren rund 2000 Ladengeschäfte im Bereich Kleidung und Schuhe geschlossen haben. Fast 250 davon gingen gar in Konkurs (s. Tabelle).

Die Gründe: Hauptgrund ist klar das veränderte Einkaufsverhalten. Immer mehr kaufen per Mausklick oder per App. In den letzten Jahren ist der Online-Handel stetig angestiegen und dürfte in diesem Jahr einen Anteil von 16 Prozent erreichen. Experten gehen davon aus, dass damit eine kritische Grösse überschritten worden ist und der Online-Handel in Zukunft noch schneller wachsen wird. Thomas Lang, Entwickler von Digitalstrategien, sagt im Interview: «30 bis 40 Prozent reiner Online-Umsatz ist absolut im Bereich des Möglichen.» Ein weiterer Grund ist der Einkaufstourismus. Dieser lässt den Schweizer Gesamtmarkt schrumpfen.

Zukunft im Online-Handel: Im Schwarzwald baut Zalando ein neues Verteilzentrum mit einer Fläche von 130‘000 Quadratmetern. Damit will der Online-Riese näher an seine Kunden in der Schweiz rücken und so die Lieferzeiten verkürzen. Ginge es nach den Online-Händlern, würden sie am liebsten direkt auf das Sortiment in den stationären Geschäften zugreifen. Damit könnten sie die Ware noch schneller zum Kunden bringen. Bestrebungen in dieser Richtung sind im Gange. Ob der stationäre Handel mitspielt, ist allerdings fraglich. Profitieren würden vor allem die Online-Händler.

Grenzen im Online-Handel: Ein Selbstläufer sei ein Online-Shop allerdings auch nicht, sagt Thomas Lang. Auch im Netz will sich der Kunde abgeholt und umworben fühlen. Wichtig sei, dass der Shop möglichst personalisiert ist, so Lang. Nach der Anmeldung müssen persönliche Angebote den jeweiligen Kunden direkt ansprechen. Dies bedingt neben einer guten Programmierung vor allem die Fähigkeit, Datensätze richtig aufzuarbeiten und einzusetzen. Dafür braucht es spezielles Knowhow, welches fast nur bei den Grossen wie Zalando vorhanden ist.

Rückgang der Schuh- und Bekleidungsläden in der Schweiz (2010–2016)

Laden aufgegeben1692
Konkurs (bzw. in Konkurs)
252
Gesamt
1944

Quelle: CRIF Teledata

16 Kommentare

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  • Kommentar von Bruno Hochuli (Bruno Hochuli)
    Also ich will sehen und probieren und eine gute Beratung haben, wenn ich etwas kaufen will. Ich sehe nicht ein warum die Leute Päkete hin und her senden, bis sie den Ramsch tragen können. Mann sieht immer mehr schlecht gekleidete Personen herum laufen. Aber eben, Billig muss es sein, die Qualität spielt keine Rolle.
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  • Kommentar von M. Roe (M. Roe)
    Es wird nicht mehr so lange gehen wie es schon gegangen ist. Der Online-Handel wird wieder abnehmen da die Menschen wieder Menschen werden, und sie ihre Wahre bei Menschen einkaufen +diese dann auch wirklich mit nach Hause nehmen wollen. Auch die elektronischen Bücher werden aus der Mode kommen, da ein echtes Buch oder Text auf einem Bildschirm lesen, eine ganz anderer Genuss/Erlebnis ist. Das gleiche mit den Kinos. Ein Film am Fernsehen ist doch reines "BlaBla" - ein Film im Kino ein Erlebnis.
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  • Kommentar von Werner Christmann (chrischi1)
    ja, ja, unsere Geiz ist geil-Gesellschaft. Und dann kauft man dann wahrscheinlich gleich 2 Paar Schuhe, die schlussendlich nicht passen. Wo lernt man eigentlich solch "nur bis zur Nasenspitze-denkendes" Kaufverhalten? Mir wurde mal beigebracht, dass jeder Franken den ich im eigenen Dorf ausgebe mir indirekt auch wieder zugute kommt.
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