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Wirtschaft Afrikas schwierige Suche nach Investoren

Afrikas Wirtschaft wird auch dieses Jahr um rund 5 Prozent wachsen. Gute Nachrichten also für die afrikanische Privatwirtschaft. Doch ein Unternehmen in Afrika zu führen, ist nach wie vor nicht einfach. Das zeigte sich auch am Africa CEO Forum in Genf.

Ein Mann zählt Dollarscheine.
Legende: Die Wirtschaft in Afrika wächst, aber die Geschäftsleute haben immer noch mit strukturellen Hindernissen zu kämpfen. Reuters

Im Anzug oder Deux-Pièces stehen die Geschäftsleute im Hotel Intercontinental herum. Der gewichtige Anlass Africa CEO Forum der afrikanischen Privatwirtschaft in Genf hat auch dieses Jahr rund 800 Personen angezogen. Firmenchefs und Firmenchefinnen, Investoren, Banker – alle, die Geld machen wollen auf dem afrikanischen Kontinent.

Doch nach wie vor haben die Geschäftsleute dort mit strukturellen Hindernissen zu kämpfen: Zum Beispiel mit dem schwierigen Zugang zu Kapital, bedauert der Mobilfunkzar Mo Ibrahim: In den USA könne man eine Firma in einer Garage gründen und dennoch gross rauskommen, weil Investoren Geld in die Startup-Unternehmen einschiessen. In Afrika fehle das, sagt er.

Direktinvestitionen von 60 Milliarden Dollar

Firmenchefin Mariéme Jamme – vom Magazin «New African» im vergangenen Jahr zu einer der einflussreichsten Afrikanerinnen gekürt – versucht darum Investoren von Afrika zu überzeugen. «Wichtig dabei ist den Investoren klarzumachen, dass Afrika nicht nur ein armer Kontinent ist und dass sich dort durchaus Geld machen lässt.»

Allmählich scheint diese Nachricht anzukommen: Im Jahr 2015 dürften Direktinvestitionen im Wert von 60 Milliarden Dollar nach Afrika fliessen. Die Region ist laut einer Studie damit die zweitattraktivste nach Südostasien.

Doch auch wenn das Geschäft in einem afrikanischen Land bereits steht, tun sich Schwierigkeiten auf, sagt Fatma Ismael. Die junge Frau leitet ein Immobilienunternehmen in Djibouti. Es sei schwierig, das geeignete Personal zu finden, sagt sie. Zwar ist die Anzahl der gutausgebildeten Afrikanerinnen und Afrikaner stetig am steigen, doch oft sind die Lehrgänge an den Unis nicht auf die Privatwirtschaft zugeschnitten.

Mangelnde Infrastruktur bleibt

Auch wenn die Finanzen und das Personal stimmen, bleibt immer noch die in praktisch allen afrikanischen Ländern mangelhafte Infrastruktur: unzuverlässige Stromversorgung, fehlende Strassen. Davon aber sollten sich Geschäftsleute erst recht nicht abhalten lassen, sagt Mo Ibrahim: Die fehlende Infrastruktur würde zwar die Produktionskosten steigern. Aber diese würden ja sowieso auf den Konsumenten abgewälzt. Man müsse also mehr investieren in Afrika, könne aber auch mehr herausholen.

Mo Ibrahim wird es wissen. Der Mann aus dem Sudan ist mit seinem Mobilfunkimperium in Afrika schliesslich Milliardär geworden.

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8 Kommentare

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  • Kommentar von Hans Knecht, Torny
    Investoren wollen Gewinne. Und das kann zu einem Konflikte mit der afrikanischen Kultur führen, komme ich heute nicht komme ich vielleicht morgen. Die Afrikaner sind daher gut beraten den Weg der Entwicklungshilfe weiter zu gehen, Professionelle Hilfe ist Hilfe zur Selbsthilfe.
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  • Kommentar von Volker Seitz, Six Fours les Plages
    M.Roe: Gleichberechtigte Geschäftsbeziehungen halte ich für sehr viel sinnvoller als die heutige Entwicklungshilfe. Die internationale Not- und Entwicklungshilfe ist eine riesige Branche mit vielen Arbeitsplätzen, die am Leben bleiben will. E c h t e Hilfe zur Selbsthilfe würde zum Beispiel beinhalten, dass Entwicklungsländer ihre agrarischen und mineralischen Rohstoffe selbst weiterverarbeiten.Dabei könnte ihnen geholfen werden. Aber die Initiative müßte von Afrika ausgehen, nicht umgekehrt.
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  • Kommentar von Volker Seitz, Six Fours les Plages/Frankreich
    Ich hatte während meiner Zeit in Afrika oft mit Geschäftsleuten zu tun, die es versäumt hatten sich rechtzeitig über die Geschäftspartner und die vertraglichen Grundlagen kundig zu machen, was zu schwerwiegenden Konsequenzen führte. Ein möglicher Investor muss sich professionell bei Wahl der Geschäftspartner, bei der Vertragsgestaltung beraten und sich Zeit lassen, um gute Marktkenntnisse und das Verständnis für die Anforderungen vor Ort zu erwerben. Volker Seitz, Botschafter a.D./Buchautor
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