Zum Inhalt springen

Wirtschaft Alibaba füllt die Kriegskasse

Der chinesische Online-Händler Alibaba geht heute an die Börse in New York. Der Schritt dürfte dem Unternehmen 25 Milliarden Dollar in die Kassen spülen – so viel wie noch nie bei einem Börsengang. Entsprechend gross sind die Befürchtungen der US-Konkurrenz.

Legende: Video Börse im Alibaba-Fieber abspielen. Laufzeit 2:56 Minuten.
Aus Tagesschau vom 19.09.2014.

Der Ausgabepreis für die Aktien des führenden chinesischen Online-Händlers Alibaba beim Mega-Börsengang am heutigen Freitag in New York beträgt 68 Dollar. Das teilte eine konsortialführende Bank mit.

Grösser als Facebook

Mit dem Emissionsvolumen von 21,8 Milliarden Dollar stellt Alibaba den Börsengang von Facebook in den Schatten. Das soziale Netzwerk hatte bei seinem IPO im Mai 2012 rund 16 Milliarden Dollar eingenommen.

Wenn die bei der Platzierung der Alibaba-Aktien die beteiligten Investmentbanken ihre Zeichnungsrechte ausüben, könnte das Volumen sogar 25 Milliarden Dollar erreichen.

Der asiatische Amazon-Konkurrent kommt damit aus dem Stand heraus auf eine Marktkapitalisierung von 167,6 Milliarden Dollar. Das Papier wird unter dem Kürzel BABA an der New York Stock Exchange (Nyse) notieren.

Börsengang beschäftigt die Chinesen

In China ist der Börsengang derzeit das ganz grosse Thema. «Es ist vor allem Stolz, dass es eine echte private Unternehmung geschafft hat, sich an der amerikanischen Börse zu platzieren», sagt SRF-Ostasienkorrespondent Urs Morf.

Alibaba habe von Anfang an schwarze Zahlen geschrieben und fahre mittlerweile riesige Gewinne ein, so Morf weiter. In China sei die Firma äusserst beliebt, sie gelte als sehr zuverlässig.

Eigentlich habe Alibaba-Gründer Jack Ma an die Börse in Hongkong gehen wollen. Weil aber die Unternehmens-Organisation von Alibaba nicht mit den dortigen Börsenregeln vereinbar sei, gehe die Firma nun nach New York. «Das ist der grosse Haken an dem Märchen», sagt der Korrespondent.

Grosses Thema auch in den USA

Auch in den USA ist der Rekord-Börsengang des chinesischen Unternehmens ein grosses Thema in den Medien, wie SRF-Korrespondent Beat Soltermann in Washington erklärt. So komme etwa die Tellerwäscher-Karriere von Jack Ma auch im Land der unendlichen Möglichkeiten gut an.

«Andererseits gibt es auch viele Fragezeichen», so Soltermann weiter. Trotz der Offenlegungspflichten sei noch vieles unklar über Alibaba. So fürchteten einige, man könne der chinesischen Firma nicht wirklich trauen. Allerdings beschäftige das Thema fast nur die Spezialisten: «Die Durchschnittsamerikaner interessieren sich für Alibaba nicht wirklich.»

Was die Zukunft angeht, macht sich vor allem die amerikanische Internet-Konkurrenz Sorgen: Nach dem Börsengang werde die Kriegskasse von Alibaba gut gefüllt sein und weitere Zukäufe könnten bald anstehen, sagt Soltermann.

Zahlen und Fakten

  • Firmensitz: Hangzhou
  • Gründung: 1999
  • Mitarbeiter weltweit: 22'000
  • Umsatz: 8,46 Milliarden USD
  • Gewinn: 3,72 Milliarden USD
  • 279 Millionen Käufer/Jahr
  • 14,5 Milliarden Aufträge/Jahr
  • Kunden in über 190 Ländern

3 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von kari huber, surin
    Bei uns (Thailand) ist alibaba praktisch nur für Händler interessant, also beileibe keine Amazon-Konkurrenz. 80% der Angebote sind nicht einzelne Geräte sondern Lose zu 20 bis mehrere Tausend.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Florian Schmid, ZH
    " Weil aber die Unternehmens-Organisation von Alibaba nicht mit den dortigen Börsenregeln vereinbar sei..." Würde mich einmal interessieren, was genau damit gemeint ist. Eine Erwähnung im Artikel hierzu fände ich nicht unpassend.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Mike Schacher, 6000 Luzern
    Allerdings warte ich schon seit 9 Monaten auf mein Geld einer fehlerhaften Lieferung. Da ist dieses Unternehmen leider alles andere als gewillt und gibt dem Kunden nicht einmal eine Emailadresse zur Hand. Stattdessen wird man an einen unfähigen Chat-Support verwiesen, der seine Versprechungen den Fall weiterzuleiten nicht einhält. Chinesische Qualität eben.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen