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Wirtschaft Analysten reagieren verhalten auf Syngenta-Quartalszahlen

Der Schweizer Agrarchemiekonzern konnte den Umsatz 2014 leicht steigern. Besonders in den Schwellenländern war Syngenta erfolgreich. Gegen eine Franken-Aufwertung im laufenden Jahr ist Syngenta weitgehend abgesichert. Analysten reagieren aber verhalten auf die Quartalsergebnisse des Konzerns.

Der Hauptsitz von Syngenta.
Legende: Für das laufende Jahr erwartet Syngenta, dass die Umsätze unverändert bleiben. Trotzdem will der Konzern sparen. Keystone

Syngenta hat 2014 einen Umsatz von 15,13 Milliarden Dollar erzielt und damit seine Einnahmen im Vergleich zum Vorjahr um 3 Prozent gesteigert. Mit konstanten Wechselkursen gerechnet weist Syngenta gar ein Umsatzwachstum von 5 Prozent aus.

Verbessern konnte der Konzern mit Sitz in Basel auch die Profitabilität. Der operative Gewinn vor Abschreibungen fiel mit 2,92 Milliarden Dollar um 7 Prozent höher aus als 2013.

Der Reingewinn allerdings sank aufgrund von Wertberichtigungen und Restrukturierungskosten um 2 Prozent auf 1,62 Milliarden Dollar. Analysten hatten im Schnitt einen deutlich stärkeren Rückgang erwartet – auf 1,58 Milliarden Dollar.

Kosten in der Schweiz reduzieren

Syngenta sei gegen eine Franken-Aufwertung im laufenden Jahr weitgehend abgesichert, wie Finanzchef John Ramsay erklärte. Im Jahr 2016 sollten voraussichtlich die Vorteile des tiefen Ölpreises die Belastung durch den starken Franken überwiegen.

Syngenta prüfe alle Optionen, um seine Kostenbasis in der Schweiz zu reduzieren, erklärte Ramsey. Es gebe derzeit aber keine Sparpläne über das hinausgehend, was der Konzern bislang angekündigt habe. Syngenta will rund 1800 Stellen der mehr als 28'000 Arbeitsplätze streichen oder verlagern, um das bis 2018 angepeilte Sparziel von einer Milliarde Dollar zu erreichen. Nach einem Gewinneinbruch im Jahr 2013 war Syngenta-Chef Mike Mack auf die Kostenbremse getreten.

Konzernchef: «Ziel erreicht»

Syngenta habe im vergangenen Jahr das eigene Wachstumsziel erreicht, obwohl die Agrarpreise gesunken seien und die Wetterbedingungen in Nordamerika ungünstig gewesen seien, sagte Konzernchef Mike Mack. Besonders in den Schwellenländern habe Syngenta zulegen können – und zwar im zweistelligen Bereich.

Die Markteinführung des Fungizids «Elatus» in Brasilien etwa habe mehr als 300 Millionen Dollar Umsatz gebracht. Für das laufende Jahr erwartet Mack, dass die Umsätze «im Wesentlichen unverändert» bleiben. Währungsabwertungen in Schwellenländern wolle Syngenta mit Preiserhöhungen auffangen.

Analysten bleiben zurückhaltend

Trotz Quartalszahlen, die besser ausfielen als erwartet, zeigen sich Analysten nach der Veröffentlichung zurückhaltend: Patrick Rafaisz von der Bank Vontobel spricht von «soliden Ergebnissen». Aber: «Der Ausblick bleibt etwas hinter den Erwartungen zurück.» Das Risiko-Rendite-Profil der Syngenta-Aktie bleibe ungünstig. Rafaisz sieht «weiterhin die Gefahr, dass Syngenta seine längerfristigen Ziele verfehlen wird».

Weniger negativ bewertet Martin Schreiber, Analyst der Zürcher Kantonalbank, die Situation. Zwar sei der Ausblick 2015 verhalten: «Die akzentuierte Restrukturierung wird sich aber zunehmendergebnisverbessernd auswirken, was auch das von Syngenta bestätigte mittelfristige Margenziel unterstützt.»

Die Anleger aber reagierten positiv auf die Quartalsergebnisse. Die Syngenta-Aktie legte bis 11 Uhr heute Vormittag um mehr als 3,4 Prozent zu.

2 Kommentare

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  • Kommentar von m.mitulla, wil
    Solange aus der Wirtschaft solche Töne kommen, sollte es wirklich kein Problem sein, die MEI umzusetzen. Sparen und Stellen abbauen heisst ja nichts anderes!
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  • Kommentar von m.mitulla, wil
    Dasejammer die Wirtschaft ist riesig, obwohl sich der Frankenkurs bereits wieder leicht nach oben einpendelt. Es gibt viele Unternehmen weltweit, die froh wären mit einer stabilen Währung wirtschaften zu können. Vielleicht wäre es an der Zeit, die Gewinnerwartungen auch einmal nach unten anzupassen. Aber am ungerechtesten sind die weltweit möglichen Spekulatuionen auf Lebensmittel, Devisen und alles mögliche an Optionen. So werden Volkswirtschaften nachhaltig zerstört.
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