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Wirtschaft Anleihenkäufe: OECD stärkt EZB

Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) hält weitere geldpolitische Impulse vonseiten der Europäischen Zentralbank (EZB) für gerechtfertigt. Damit soll die Konjunktur in der Eurozone anspringen. Noch tritt sie auf der Stelle – ein Risiko für das weltweite Wachstum?

Legende: Video «Wachstumsausblick der OECD» abspielen. Laufzeit 1:54 Minuten.
Aus Tagesschau am Mittag vom 25.11.2014.

Der Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB), Mario Draghi, erhält für den erwogenen Kauf von Staatsanleihen Rückendeckung von der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD).

«Insgesamt tritt der Euroraum auf der Stelle und ist zu einem grossen Risiko für das weltweite Wachstum geworden», sagte OECD-Chefvolkswirtin Catherine Mann. Die Arbeitslosigkeit verharre auf hohem Niveau und die Inflation liege «weiterhin deutlich unter der Zielvorgabe».

Wirtschaftswachstum dieses Jahr bei 0,8 Prozent

Daher hält die OECD weitere geldpolitische Impulse für gerechtfertigt. Nebst mehr Käufen von Kreditverbriefungen und Pfandbriefen könnten also auch Staats- und Unternehmensanleihen von der EZB erworben werden.

Für dieses Jahr rechnet die OECD mit einem Wirtschaftswachstum in der Eurozone von 0,8 Prozent. 2015 soll es auf 1,1 Prozent und 2016 auf 1,7 Prozent steigen soll. «Die Konjunkturerhöhung in der Eurozone dürfte viel schwächer ausfallen als noch vor wenigen Monaten erwartet», warnt die Organisation in ihrem Wirtschaftsausblick. Auch werde die Inflation noch länger als gedacht niedrig bleiben.

Mario Draghi lächelt
Legende: EZB-Chef Mario Draghi erhält Rückenwind von der OECD für seine Staatsanleihen-Käufe. Keystone Archive

Umstrittene Staatsanleihenkäufe

Vorige Woche hatte EZB-Chef Draghi die Tür für die umstrittenen Staatsanleihenkäufe weit aufgemacht. Damit würde die Zentralbank mehr Geld in die Wirtschaft pumpen – in der Hoffnung, dass dadurch die Konjunktur anspringt und die derzeit extrem niedrige Teuerung anzieht.

Zwar ist es der EZB durch die Europäischen Verträge erlaubt, Staatsanleihen am Sekundärmarkt zu Zwecken der Geldpolitik zu kaufen. Sie darf damit aber keine Staatsfinanzierung betreiben.

Fakten zum Wirtschaftswachstum:

  • Weltweit wird das Wachstum des BIP im nächsten Jahr auf 3,7 und im über-nächsten auf 3,9 Prozent steigen.
  • Ein Treiber der Weltkonjunktur werden – neben Asien – vor allem die USA sein.
  • Die Euro-Länder hinken diesen Ländern weit hinten nach.
  • Auch in der Schweiz dürfte das Wachstum grösser sein als im Euro-Raum.

6 Kommentare

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  • Kommentar von M. Maruhn, Düren
    Enrichissez-vous, schon aus der frühen antiken Philosophie entspringt der Grundsatz : De nihil nihil fit , - Aus nichts kommt nichts. We agree to disagree.
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  • Kommentar von M.Müller, Zürich
    Warum kommt das Wachstum nicht, warum wohl nicht? Weil das ganze gedruckte Geld bei den Zocken landet bevor es beim Fussfolk ankommt welches Wertschöpfung generieren soll. Dragei führt die EU nach italienischer Berlusconi Art an die Wand. Das schnelle Geld für die da oben und die Schulden für das Volk. Das EU Moto scheint zu sein: Wie machen wir einen Bürgerkrieg. Die SNB kauf den Schrott Euro und verzichtet auf Goldreserven. Das Schweizer Volk findet das gut - ich finde das dumm!
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    1. Antwort von R. Gfeller, Zürich
      M.Müller: Stimme Ihnen zu. Nur: Das Schulden/BIP Verhältnis ist zu stark aus dem Gleichgewicht. Entweder inflationiert man die Schulden weg oder versucht sie zurückzuzahlen: ->Geldmengenverringerung->Deflation->Rezession. Natürlich wird die Deflation gewählt, wobei das Volk möglichst lange nichts davon merken soll. Befände sich das neue Geld bereits in der Wirtschaft, welchen Wert hätten die Währungen noch? Einige wenige werden durch diese Gelddruckerei unglaublich reich, alle anderen ärmer.
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    2. Antwort von Daniel Mayer, Zürich
      @Gfeller Schulden zurückzahlen? Sie haben offensichtlich nicht begriffen was Geld ist. Wenn die Schulden zurückgezahlt sind, existiert keine Währung mehr!!! Alle Zinspyramiden lassen die Schulden exponentiell zunehmen. Das BIP kann nur bis zu einem gewissen Ausmass mithalten.
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    3. Antwort von M.Müller, Zürich
      Alles richtig und etwas ist völlig quer! Unsere Landesregierung will dass die SNB nicht mit Goldreserven stabilisiert wird. Wie es scheint, konnte die Bundespropaganda u. Medienzensur eine Mehrheit von nicht denkenden Bürgern bilden. Unsere Regierung darf als der traurigste Haufen seit Gessler bezeichnet werden. Das volle Risiko der SNB wird eiskalt und vorsätzlich sozialisiert. Es wird bewusst in Kauf genommen, dass für das schnelle Geld von Wirtschaftsoligarchen das Schweizer Volk bluten wird.
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  • Kommentar von Urs Imboden, Bern
    Mario Draghi macht die Sache für seinen ehemaligen Arbeitgeber super !!! Bald wird er ganz Europa mit seiner EZB Strategie in Schuldenabhängigkeit getrieben haben. Dann wird Goldman Sachs nebst Gri, Por, Span auch noch ein paar andere Länder aufkaufen können.
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