Apples Höhenflug endet

Das jahrelang rasante Wachstum von Apple stockt. Im vergangenen Weihnachtsgeschäft konnte das Unternehmen Umsatz und Gewinn nur noch knapp steigern. Der Konzern verweist auf Währungs- und Konjunkturprobleme – und stellt sich auf rauere Zeiten ein.

  • Apples Umsatz dürfte in diesem Quartal erstmals seit 13 Jahren sinken
  • iPhone-Absatz stagniert im Weihnachtsquartal
  • Apple spürt Konjunkturabkühlung in China
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Bildlegende: Konzernchef Tim Cook rechnet mit sinkenden Umsätzen im laufenden Quartal. Keystone

Apples Rekordjagd stösst an Grenzen: Im laufenden Quartal muss der US-Technologieriese erstmals seit 13 Jahren einen Umsatzrückgang hinnehmen, wie das Management ankündigte. Vor allem die Konjunkturabkühlung in China drückt auf die Geschäfte mit dem Kassenschlager iPhone. Der Absatz des iPhones dürfte deutlich zurückgehen.

Kein neuer Verkaufsschlager

Bislang nicht in Sicht ist ein neuer Verkaufshit, der dem erfolgsverwöhnten Konzern aus Kalifornien zu alter Wachstumsstärke verhelfen könnte. Der rasante Aufstieg von Apple zum wertvollsten Technologiekonzern der Welt basiert vor allem auf den
Erfindungen der Kalifornier. Seit dem Tod des Firmengründers Steve Jobs 2011 stockt es hier aber. Die Apple-Aktie verlor am Mittwoch im Frankfurter Handel mehr als drei Prozent an Wert.

Knappes Wachstum bei Umsatz und Gewinn

Konzernweit kletterten Umsatz und Gewinn von Apple um jeweils knapp zwei Prozent auf Rekordmarken. Der Umsatz erreichte 75,87 Milliarden Dollar, der Gewinn 18,36 Milliarden. Im Weihnachtsquartal setzte Apple weltweit 74,8 Millionen iPhones ab. Das entspricht noch einem minimalen Plus von 0,4 Prozent.

«  Wir erleben jetzt langsam etwas, das wir noch nicht erlebt haben. »

Luca Maestri
Finanzvorstand Apple

Bremsspuren gibt es unter anderem im wichtigen chinesischen Markt. Vor allem in Hongkong sei die konjunkturelle Abkühlung spürbar gewesen, sagte der Apple-Finanzchef Luca Maestri im Reuters-Interview.

«Wir erleben jetzt langsam etwas, das wir noch nicht erlebt haben.» Das chinesische Geschäft trägt knapp ein Viertel zum Konzernumsatz bei. Im abgelaufenen Quartal stiegen die dortigen Erlöse nur noch um 14 Prozent, nachdem sie sich im Vorquartal noch fast verdoppelt hatten.

Sinkender iPhone-Absatz erwartet

Für die laufenden drei Monate erwartet Apple nur noch einen Konzernumsatz von 50 bis 53 Milliarden Dollar. Das wäre weniger als von Analysten geschätzt und läge merklich unter dem Vorjahresresultat von 58 Milliarden.

Die Zahl der iPhone-Verkäufe wird nach einer Prognose der Konzernführung auf 50 bis 52 Millionen sinken von zuvor gut 61 Millionen verkauften Exemplaren. Das wäre der erste Rückgang seit der Markteinführung des Geräts im Jahr 2007.