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Wirtschaft AT&T schluckt Time Warner – mitsamt CNN und HBO

Megafusion in der US-Medienbranche: Der Telekomriese übernimmt den Medienkonzern für 85 Milliarden Dollar. Der Kauf soll bis Ende nächsten Jahres abgeschlossen werden.

Die Front des Hauses mit Drehtüren und goldenem Schriftzug.
Legende: Time Warner Büro in New York City. Getty Images

Der Telekomkonzern AT&T übernimmt den Medienriesen Time Warner. Die Führungsgremien beider Unternehmen hätten das Geschäft einstimmig gebilligt, teilte AT&T am Samstagabend mit.

Man habe sich auf einen Kaufpreis von 85,4 Milliarden Dollar geeinigt. Inklusive übernommener Schulden liegt die Summe bei 108,7 Milliarden Dollar. AT&T will den Kaufpreis zur Hälfte in bar und zur Hälfte in eigenen Aktien bezahlen.

Wettbewerbshüter haben letztes Wort

Dem Vorhaben müssen noch die Wettbewerbsbehörden zustimmen. Die Fusion soll AT&T zufolge bis Ende 2017 abgeschlossen werden. Der Deal ist die zweite Grossübernahme von AT&T im Mediengeschäft binnen kurzer Zeit. Erst vergangenes Jahr hatte sich das Unternehmen für 48,5 Milliarden Dollar den Satellitenfernseh-Anbieter DirecTV einverleibt.

Zu Time Warner gehören unter anderem die Sender HBO («Game of Thrones») und CNN sowie das Filmstudio Warner Bros. AT&T ist der zweitgrösste Mobilfunkanbieter in den USA und der drittgrösste Kabelfernsehprovider des Landes. Vor zwei Jahren hatte 21th Century Fox aus dem Firmenimperium des Medienmagnaten Rupert Murdoch vergeblich versucht, den Konkurrenten zu übernehmen. Time Warner hatte das Angebot von 21th Century Fox über 85 Dollar pro Aktie ausgeschlagen.

Im Jahr 2000 war Time Warner mit dem Online-Anbieter AOL zusammengegangen, was mittlerweile als einer der grössten Fehlschläge bei Firmenzusammenschlüssen überhaupt gilt. Inzwischen gehört AOL dem AT&T-Konkurrenten Verizon.

Gigantisches Medienimperium

Video
AT&t will Fusion
Aus Tagesschau vom 24.10.2016.
abspielen. Laufzeit 3 Minuten 52 Sekunden.

Die beiden Unternehmen ergänzten sich perfekt, erklärte der AT&T-Vorstandsvorsitzende Randall Stephenson. Ein Zusammengehen der beiden Mediengiganten, die gemeinsam einen Marktwert von mehr als 300 Milliarden Dollar haben, dürfte von den Kartellbehörden kritisch beäugt werden. Damit entsteht ein gigantisches Medien- und Unterhaltungsimperium.

Die jüngsten Initiativen spiegeln Umwälzungen in den beteiligten Branchen wider. Zuschauer schauen sich Filme oder Sendungen zunehmend übers Internet an. Davon profitieren Online-Videotheken wie Netflix auf Kosten traditioneller TV-Sender. Zugleich decken sich Telekomunternehmen verstärkt mit Medieninhalten ein, um mehr Kunden zu gewinnen.

US-Senat will prüfen

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Der US-Senat will die geplante Übernahme von Time Warner durch AT&T sorgfältig prüfen. Das 85 Milliarden Dollar schwere Vorhaben könnte schwerwiegende Wettbewerbsbedenken hervorrufen, sagte der Vorsitzende des zuständigen Ausschusses der Kongress-Kammer.

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4 Kommentare

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  • Kommentar von Angela Keller  (kira)
    Je grösser ein Konzern wird, desto mehr Macht hat er, zum Nachteil der Konsumenten. Fusionen bedeuten immer mehr Macht und Geld. Diese Entwicklung bedeutet nichts Gutes, sie ist schädlich. Dieses Vorhaben könnte schwerwiegende Wettbewerbsbedenken hervorrufen.
  • Kommentar von Philipp Etter  (Philipp Etter)
    Wenn AT&T bis 2019 auch noch Fox, die New York Times und die Washington Post dazukauft, dann kann AT&T im Jahr 2020 eine Internetauktion veranstalten, bei der sie das amerikanische Präsidententenamt versteigert, weil es ihr möglich sein wird, alle andern Kandidaten medial zu killen.
  • Kommentar von paul waber  (sandokan)
    Medien steuern heute politische Prozesse in hohem Masse. Wäre mal interessant zu wissen, wer diesen Giganten dann so steuert....
    1. Antwort von Nicolas Dudle  (Nicolas Dudle)
      Fragen Sie einmal in der CH nach. - Die "Vierte Macht im Staat" verliert mit zunehmender Konzentration ihre Glaubwürdigkeit und ihre Funktion.