Zum Inhalt springen

Nationalbank als Grossinvestor Auch die Nationalbank ist an der Börse aktiv

Die Schweizerische Nationalbank sitzt auf einem riesigen Vermögen: Rund 140 Milliarden Franken hat sie allein in Aktien investiert.

Legende: Video SNB investiert in Aktien abspielen. Laufzeit 1:41 Minuten.
Aus Tagesschau vom 15.06.2017.
  • Die Schweizer Nationalbank SNB hat von ihren 700 Milliarden Franken umfassenden Devisenreserven 140 Milliarden in ausländische Aktien investiert.
  • Welche Aktien die SNB gekauft hat, hält sie geheim.

Die Schweizerische Nationalbank versteht sich als Hüterin des Frankens. Im Kampf gegen einen zu starken Franken hat sie Fremdwährungen aufgekauft. Ihre Devisenreserven umfassen derzeit inzwischen rund 700 Milliarden Franken.

Keine Schweizer Titel im Portfolio

Dieses Geld legt die Nationalbank an den Finanzmärkten an: So ist die Hüterin des Frankens längst zu einer gewichtigen Investorin geworden. Eine Investorin, die immer stärker auf Aktien setzt. Hatte die Nationalbank 2009 lediglich 7 Prozent ihrer Devisen in Aktien investiert, sind es heute bereits 20 Prozent. Das entspricht rund 140 Milliarden Franken.

Dafür hat die Nationalbank in etwa 6‘500 Einzel-Titel zusammengekauft. Schweizer Aktien gehören nicht dazu, weil die Währungshüter Interessenskonflikte tunlichst vermeiden wollen.

Aus diesem Grund verzichtet die Nationalbank auch darauf, sich einzelne Aktien aus dem Anlage-Universum herauszupflücken. Sie bildet vielmehr Aktien-Indizes ab, vorwiegend aus Europa und den USA. Seit 2015 sind aber auch 800 Titel von Firmen aus Schwellenländern dabei.

Welche Aktien die Nationalbank genau hält, verrät sie nicht: Denn sie will sich nicht als Grossinvestorin in Szene setzen, sondern weiterhin primär als Hüterin des Frankens verstanden werden.

SNB-Präsident Jordan lehnt einen Staatsfonds ab

Die Nationalbank will weiterhin keinen Staatsfonds. Auch nicht nach den jüngsten politischen Vorstössen. Er lehne einen Staatsfonds aus verschiedenen Gründen ab, sagte SNB-Präsident Thomas Jordan. Der wichtigste: Die Devisenreserven der SNB sind nicht deren Eigenkapital. Staatsfonds anderer Länder wie etwa Norwegen könnten daher für die Bewirtschaftung der Währungsreserven der SNB nicht als Vorbild dienen. Denn bei den Devisenreserven der SNB handle sich um Aktiven, die aus der Geldschöpfung entstanden seien.

6 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von M. Roe (M. Roe)
    Wartet man jetzt bei der Nationalbank darauf, dass diese Aktienwerte "zerfallen" und man am Schluss trotzdem noch mehr hat, als diejenigen (die meisten) die mit dem Zerfall alles verloren haben. Ob man solche Politik am äusseren Limit befürworten soll, ist doch eher fraglich. Am Schluss wird die Regierung noch mehr Geld haben und damit noch mehr Druck auf uns ausüben können. Dann werden wir wie früher dem Staat alles abgeben und froh sein, wenn uns ein paar "Ritter" dafür vor Terror schützen.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Christophe Bühler ((Bühli))
    Mit mehr Golddeckung und weniger Devisen und praktisch keinen Aktien wäre den CH-Volk vermutlich besser gedient.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Jakob Frauchiger (Jakob Frauchiger, Hilterfingen)
    Gut so - mitspielen - und abzocken. Seitdem Präsident Nixon die Gold-Bindung des Dollars aufgehoben hat, gibt es kein Geld mehr. Niemand spricht darüber..... Seither ist jede Währung eine Aktie eines Wirtschaftsraums. Auch der schweizerische Franken. Devisengeschäfte sind Aktien-Tauschgeschäfte. Nur wer wirklich Macht und etwas Begehrenswertes hat, kann sagen gegen was er tauschen will: Waffen gegen Öl, Nahrungsmittel gegen Agro-Chemie, Diamanten gegen Gold oder Kamele gegen Menschen....
    Ablehnen den Kommentar ablehnen