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Wirtschaft Bankgebühren in der Schweiz sinken nicht

Viele Schweizer Banken haben in den letzten 15 Jahren die Gebühren erhöht. Nun schafft die Migrosbank die Jahresgebühr für die Maestro-Karte ab. Allerdings steigen auch bei diesem Geldinstitut andere Gebühren. Wer sparen will, muss auch in Zukunft genau hinschauen.

Hände auf der Tastatur eines Bankomats
Legende: Banken erheben heute tendenziell höhere Gebühren – einige etwa für Bargeldbezüge an fremden Bankomaten. Keystone

Bei der Migrosbank zahlten Kunden bislang 30 Franken im Jahr für die Maestro-Karte. Diese Gebühr fällt nun weg. Andreas Dietrich, Bankenprofessor an der Hochschule Luzern, relativiert allerdings. Zwar sei es aussergewöhnlich, die Maestro-Karte gratis anzubieten. Andererseits gelte es, das Gesamtbild zu betrachten, und nicht nur ein einzelnes Produkt herauszugreifen. Tatsächlich kosten bei der Migrosbank Bargeldbezüge an den Automaten anderer Banken neu 2 Franken pro Transaktion. Dies passt schon eher zum Trend der vergangenen Jahre in der Branche.

Tiefe Zinsen – höhere Gebühren

Gemäss Zahlen des Bundesamts für Statistik sind die Bankgebühren in den letzten 15 Jahren im Schnitt um fast 75 Prozent gestiegen. Die Konsumentenpreise in der Schweiz sind im gleichen Zeitraum nur um knapp 8 Prozent geklettert, in jüngster Zeit sind sie sogar leicht gesunken.

Grund der Entwicklung sind die tiefen Zinsen. Die Banken nahmen im klassischen Geschäft weniger ein. Viele Institute verlangen darum höhere Gebühren, zum Beispiel für die Führung eines Privatkontos. Auch wenn Kunden Wertpapiere kaufen, sei dies teurer geworden, so Dietrich. Seit einige Banken auf die Provisionen im Anlagegeschäft verzichteten, versuchten sie auf andere Weise, Geld zu verdienen. Denn die sogenannten Retrozessionen dürfen sie wegen eines Bundesgerichtsentscheids heute nicht mehr einfach so einsacken.

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