Barry Callebaut: Viel Schokolade für wenig Geld

Der grösste Schokoladenhersteller der Welt hat in der ersten Hälfte des neuen Geschäftsjahres zwar fast 8 Prozent mehr Schokolade verkauft als ein Jahr davor. Umsatz und Gewinn sind trotzdem gesunken.

Ein Mitarbeiter von Barry Callebaut prüft flüssige Schokolade in einem grossen Kessel Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Barry Callebaut hat zwischen August und Februar rund 745'256 Tonnen Schokolade mehr verkauft. Das sind fast 8 Prozent. Reuters/archiv

Die Expansion von Barry Callebaut der letzten Jahre hinterlässt seine Spuren: Der grösste Schokoladenhersteller der Welt hat in der ersten Hälfte seines Geschäftsjahres 2012/13 Einbussen bei der Profitabilität hinnehmen müssen.

Zwar hat die Firma 7,8 Prozent mehr Schokolade verkauft als ein Jahr davor. Während die Verkaufsmenge in Europa knapp 6 Prozent zunahm, waren es in Nord- und Südamerika gut 13 Prozent und in Asien-Pazifik fast 12 Prozent. Dies schlug sich allerdings nicht im Umsatz nieder: Er ist um 2,4 Prozent auf 2,39 Milliarden Franken gesunken.

Höhere Marketingkosten und mehr Investitionen

Hauptgrund dafür waren gestiegene Kosten: So fielen zusätzliche Ausgaben an, um jene Produktionsengpässe aufzufangen, mit denen Barry Callebaut in gewissen Regionen aufgrund des schnellen Wachstums konfrontiert war. Aber auch in Zusammenhang mit der im Dezember vereinbarten Übernahme der Kakaosparte von Petra Foods fielen erste Kosten an.

Ein weiterer Grund liegt in den gesunkenen Kakaopreisen: Barry Callebaut beliefert Schokoladenfabrikanten auf der ganzen Welt und gibt Veränderungen bei den Rohstoffpreise zu vier Fünfteln direkt an die Kunden weiter. Da der Konzern dennoch höhere Marge durchsetzen konnte, stieg der Bruttogewinn um 5,5 Prozent auf 357,3 Millionen Franken.

Höhere Marketingkosten und Kosten im Zusammenhang mit Investitionen führten schliesslich dazu, dass der Gewinn von Barry Callebaut dennoch tiefer ausfiel als noch im vorhergehenden Geschäftsjahr. Der Betriebsgewinn (Ebit) sank um 2,1 Prozent auf 173,8 Millionen Franken.