Blinkende Werbung im Aufwind

«E-Panels» sind in der Schweiz im Trend. Das zeigt sich auch bei der Werbegruppe APG: Die Nummer eins für Aussenwerbung in der Schweiz macht heute mehr, als nur Plakate an die Wand kleben. Nicht alle freut die neue Entwicklung.

Ein digitales Werbeplakat in der Zürcher Bahnhofshalle wirbt für ein gelbes Auto. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: In Bahnhöfen bereits gang und gäbe: Nun sollen «E-Panels» auch das Schweizer Stadtbild erobern. Keystone/Archiv

«Das ist ein neues Format, das wir in der Schweiz eingeführt haben», sagt APG-Chef Markus Ehrle. Er spricht vom Star Tower, einem sich drehenden Plakatträger, der in der Nacht hinterleuchtet ist.

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Trendwende geschafft

Logo der Aussenwerbegruppe APG.

Keystone

Bei der APG geht es nach schwierigen Jahren wieder aufwärts. Mehr als 2,5 Millionen Plakate klebte die Nummer eins der Schweizer Aussenwerbung 2014 an ihre Plakatwände. Der Umsatz in der Schweiz stieg um 3,2 Prozent auf 298,4 Mio. Franken. Unter dem Strich verdiente APG 51,7 Mio. Franken, 8,4 Prozent mehr als im Vorjahr.

Durch seine Höhe von fünf Metern gebe er dem Kunden neue Bespielmöglichkeiten, so Ehrle. Flächendeckend werde man solche Türme in der Schweiz aber nicht antreffen: «Solche Investitionen lohnen sich nur an den besten Standorten. Das geklebte Plakat hat weiterhin Zukunft.»

Werbung bald direkt aufs Handy?

«Ein Plakat ist mehr als nur ein Plakat», sagt Ehrle. So hat die APG etwa eine neue Werbemethode namens «Double Impact» entwickelt. Mit ihr können Werbetreibende die Plakatwerbung auf das Smartphone eines Kunden schicken, wenn dieser am entsprechenden Plakat vorbeigeht. «Es ist die Verknüpfung der mobilen Werbewelt mit der Plakatwelt. Damit soll und kann die Werbewirkung erhöht werden.»

Bewegte Bilder und digitale Angebote werden immer wichtiger werden, auch in der Aussenwerbung. Was man aus Bahnhöfen und Einkaufszentren kennt, soll nun auch das Stadtbild erobern: das sogenannte «E-Panel».

«  Die Schweiz soll kein zweites Las Vegas werden. »

Markus Ehrle
APG-Chef

In Winterthur rüstet die APG neuerdings Bushaltestellen mit diesen grossen Fernsehbildschirmen aus. «Das Beispiel Winterthur zeigt, wie wir die Digitalisierung sehen. Es sind klassische Plakatformate, die nun digital animiert sind», sagt Ehrle. Die Schweiz solle aber nicht ein zweites Las Vegas werden oder dem Time Square in New York gleichen.

Bildschirme nicht überall willkommen

Die digitalisierten Plakate bieten den Werbeauftraggebern neue Gestaltungsmöglichkeiten. Ein klassisches Plakat hänge heute sieben bis 14 Tage, so Ehrle. Mit der Digitalisierung haben die Werbekunden nun die Möglichkeit, ihre Sujets, je nach Tageszeit oder um rasch auf eine Konkurrenz zu reagieren, anzupassen.

Doch die Neuheiten kommen nicht überall gleich gut an: In der Stadt Zürich blieb es bei einem Versuch mit einem grossen E-Panel am Bellevue. Danach entschied die Stadt, das neue Format vorerst nicht zuzulassen.