Börsenfusion soll halbe Milliarde einsparen

Die Börsen von Frankfurt und London haben sich geeinigt: Sie wollen sich zusammenschliessen und gemeinsam eine grosse europäische Börse bilden. Der Holdingsitz soll in London sein.

Blick in den Handelsraum der Frankfurter Börse mit runden Arbeitsinseln mit Bildschirmen Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Die Frankfurter Börse (Archivbild Mai 2015) will wachsen und Kosten sparen. Keystone

Die Börsen in Frankfurt und London machen Ernst mit ihren Fusionsplänen. Die Deutsche Börse und die London Stock Exchange (LSE) einigten sich auf einen Zusammenschluss auf Augenhöhe.

Zusatzinhalt überspringen

Zwei Firmensitze

Die neue europäische Superbörse soll ihren rechtlichen Sitz in London und Hauptsitze in der britischen Hauptstadt sowie in Frankfurt haben. Deutsche-Börse-Chef Carsten Kengete soll das Gemeinschaftsunternehmen leiten. LSE-Verwaltungsratspräsident Donald Brydon wird nach den Plänen diesen Posten auch im fusionierten Unternehmen übernehmen.

Es handle sich um eine Fusion «unter Gleichen», heisst es in einer Mitteilung der beiden Unternehmen. Die Deutsche Börse und die London Stock Exchange hätten eine entsprechende Erklärung unterzeichnet. Allerdings würden die Deutschen eine Mehrheit an der gemeinsamen Börse halten.

Millionen-Einsparungen geplant

Die beiden Unternehmen erwarten von dem Zusammenschluss Kosteneinsparungen von jährlich 450 Millionen Euro. Die Fusion werde beide Seiten stärken werde und biete die Chance, «einen führenden europäischen Anbieter für globale Börseninfrastruktur zu schaffen», heisst es in der Mitteilung.

Dem Zusammenschluss müssen noch die Aktionäre und Behörden zustimmen.

Auch Schweizer Börse war im Gespräch

Die Deutsche Börse plante bereits mehrfach, sich mit anderen Börsen zusammenzuschliessen, doch die Pläne scheiterten bisher immer. So etwa im Jahr 2000 in London, 2004 mit der Schweizer Börse und 2011 mit New York.