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Wirtschaft Britischer Finanzminister umgarnt US-Investoren

Der britische Finanzminister George Osborne will nach dem Brexit-Entscheid internationale Investoren im Land behalten – und begibt sich auf Werbetour.

Zu sehen ist der britische Finanzminister Osbrone
Legende: Finanzminister Osborne macht in den USA Werbung für den Wirtschaftsstandort Grossbritannien. Keystone

Osborne trifft sich heute in New York mit Vertretern grosser Unternehmer, sein besonderes Engagement gilt dabei der Finanzbranche: «Meine Botschaft an die Wall Street ist: Wir möchten in Zukunft mehr Finanzgeschäfte in London abwickeln, nicht weniger», schreibt Osborne in einem Artikel im Wall Street Journal.

Die Signale, die die britische Regierung aus Übersee erhält, sind zumindest verhalten positiv. Führende US-Investmentbanken wie Merrill Lynch, Goldman Sachs und JP Morgan hatten sich in den letzten Tagen zum Standort London bekannt und ihre Hilfe zugesagt, die führende Position Londons als Europas Finanzzentrum zu erhalten. Allerdings vermieden die Geldhäuser dabei verbindliche Aussagen über Arbeitsplätze.

Finanzminister Osborne wird sich auch seiner Reise nicht nur mit den Riesen von der Wall Street treffen, auch Gespräche mit Politikern und Wirtschaftsvertretern anderer Branchen stehen auf seinem Terminplan. Dabei will er für intensivere Handelsbeziehungen zwischen Grossbritannien und den USA, Kanada und Mexiko werben.

«Wir verlassen vielleicht die EU, aber keinesfalls die Welt», macht der Finanzminister in einer Mitteilung vor seiner Abreise klar. Grossbritannien werde ein weltoffenes Zentrum des Handels und der Demokratie bleiben – dafür tue man alles, was nötig sei. Ähnliche Werbe-Reisen des Finanzministers nach Singapur und China sind geplant.

Anwälte stellen Forderungen

Über 1000 britische Anwälte fordern in einem Schreiben an die Regierung eine Parlamentsabstimmung über den EU-Abschied des Landes. Die Volksabstimmung hätte nur «beratenden Charakter». Um den Austritt formal zu beantragen, brauche es zwingend eine Entscheidung durch die Legislative.

4 Kommentare

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  • Kommentar von Manuela Fitzi (Mano)
    Ja, die Briten fackeln nicht lange. Sie gehen in die Offensive. Bis in CH die zuständigen mit leidenden Mienen verkünden: "Es stehen schwierige Verhandlungen bevor." Aha. Es gibt Leute, denen ist alles "schwierig". Und die anderen müssen es ausbaden.
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    1. Antwort von Hans Haller (panasawan)
      Das Schwierige wird vorgeschoben um nichts machen zu müssen. Mehr noch, sie legen sich quermund blockieren nur noch. Mir scheint, wenn's denen tatsächlich so schwierig fällt, sollten sie sofort abgelöst werden. Sobald ein Politiker merkt, dass er abgewählt werden kann, löst sich das "Schwierigkeitsproblem" plötzlich.
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    2. Antwort von Laurent Christen (kritisch bleiben)
      Warum lassen wir nicht SVP-Exponenten mit der EU verhandeln? Die SVP war ja schliesslich für die MEI verantwortlich. Ach ja richtig, die SVP wollte ja keine Verantwortung übernehmen...
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  • Kommentar von Nicolas Dudle (Nicolas Dudle)
    Damit konkretisiert sich ein weiterer Konkurrent auf dem "Markt der Steuerzahler". Den einen Ländern werden im ruinösen Wettbewerb die sehr tiefen Unternehmenssteuern bleiben, den anderen die Steuern der für diese Konzernzentralen arbeitenden Angestellten. Die CH will mit der Unternehmenssteuerreform III in diesem nur über den tiefen Preis zu gewinnenden Wettbewerb mitmachen und liefert sich dadurch dem Grosskapital aus, das sich in Sekundenschnelle rund um die Welt verschiebt. Selbstmörderisch.
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