Bundesrat will krisensichere Grossbanken

Der Bundesrat will nicht wieder in die Notlage geraten, eine Grossbank retten zu müssen. Er fordert deswegen von den Banken ihre Eigenkapitalquote zu erhöhen.

Aymo Brunetti lächelt anlässlich einer Konferenz in die Kamera. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Aymo Brunetti, Leiter Wirtschaftspolitik im Seco. Keystone

2008 musste die Schweizer Grossbank UBS mit einem Rettungspaket von 68 Milliarden Franken vom Bundesrat gerettet werden. Damit dies nicht nochmals geschieht, will er den Banken eine höhere Eigenkapitalquote verordnen. Diese Forderung hat er heute in einem Communiqué mitgeteilt.

Der Bundesrat folgt in seinem Bericht den Empfehlungen der von ihm eingesetzten Expertengruppe, unter der Leitung von Professor Aymo Brunetti. Diese haben die «Too big to fail»-Thematik untersucht und im letzten Dezember ihre Vorschläge präsentiert.

Ausland gilt als Vorbild

Dabei wurde den Banken empfohlen, ihren Anteil des Eigenkapitals aufzustocken. Und sie sollen sowohl bei den risikogewichteten Kapitalanforderungen als auch bei der ungewichteten Leverage Ratio weiterhin an den Ländern mit international führenden Anforderungen zu orientieren.

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Leverage ratio

Unter leverage ratio versteht man den Verschuldungsgrad einer Bank. Bei einer ungewichteten leverage ratio, meint man damit eine «zweite Verteidigungslinie» (NZZ), im Fall dass die Risikomodelle der Banken versagen sollten.

Wie das Fachgremium ist der Bundesrat zudem der Überzeugung, dass die Beurteilung des Schweizer Ansatzes im internationalen Vergleich grundsätzlich positiv ausfällt, wie es weiter heisst.

Eine Neuausrichtung des Regulierungsmodells sei deshalb nicht notwendig. Allerdings seien zusätzliche Massnahmen und Anpassungen nötig, um die Widerstandsfähigkeit der systemrelevanten Banken weiter zu erhöhen.