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Wirtschaft China wertet eigene Währung erneut ab

Die chinesische Zentralbank interveniert erneut an der Börse. Der Yuan wird innert kurzer Zeit zum Dollar abgewertet. Damit soll der darbenden Exportwirtschaft Beine gemacht werden.

Legende: Video Yuan erneut abgewertet abspielen. Laufzeit 0:58 Minuten.
Aus Tagesschau am Mittag vom 12.08.2015.

Chinas Zentralbank hat den Yuan mit einem erneuten Eingreifen auf Talfahrt geschickt. Die Bank setzte den Referenzkurs auf 6,3306 Yuan pro Dollar fest – ein Abschlag für die chinesische Währung von 1,6 Prozent im Vergleich zum Vortag.

Bereits am Dienstag hatte die Bank den Referenzkurs um 1,9 Prozent gesenkt, und damit den Yuan im Verhältnis zum US-Dollar auf den niedrigsten Stand seit drei Jahren geschickt. Unklarheit herrscht nun darüber, ob noch weitere Abwertungsschritte folgen.

Die Zentralbank schrieb zwar in einer Stellungnahme: «Momentan gibt es keine Basis dafür, die Abwertung des Wechselkurses fortzusetzen». Allerdings hatten die Geldwächter schon bei der Intervention am Vortrag betont, dass es sich um eine «einmalige Massnahme» handelte.

Asiatische Börsen im Minus

Die erneute Abwertung des Yuan hat die asiatischen Börsen ins Minus rutschen lassen. Die Talfahrt des Yuan und eine enttäuschende Industrieproduktion im Juli schürten die Sorgen um Chinas Wirtschaft. Ein schwächerer Yuan macht chinesische Produkte im Ausland wettbewerbsfähiger, verteuert umgekehrt aber ausländische Produkte für chinesische Käufer.

Analysten glauben, dass der schwächere Yuan der Exportindustrie des Landes helfen wird. Die Ausfuhren Chinas waren im Juli um 8,3 Prozent im Vergleich zum Juli des Vorjahres eingebrochen.

Ein «willkommener Schritt»

Der Internationale Währungsfonds (IWF) sieht die neue Methode der chinesischen Zentralbank zur Bestimmung des täglichen Referenzkurses der Landeswährung Yuan positiv. Die Marktkräfte dürften künftig eine grössere Rolle bei der Festlegung des Wechselkurses haben, teilte der IWF mit.

Bald ein freies Wechselkurssystem?

Dies sei ein «willkommener Schritt» in Richtung einer grösseren Flexibilität. Der Fonds gehe davon aus, dass China in zwei bis drei Jahren ein frei schwankendes Wechselkurssystem haben könnte.

Der Yuan ist keine frei schwankende Währung wie etwa der Euro. Vielmehr ist er an den Kurs des Dollar gebunden: Die Zentralbank bestimmt arbeitstäglich einen Referenzkurs, um den der Yuan um maximal zwei Prozent schwanken darf. Am Dienstag legte sie ihn auf 6,2298 Yuan je Dollar fest, nach 6,1162 Dollar am Montag – die bislang grösste Anpassung binnen eines Tages.

10 Kommentare

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  • Kommentar von Rudolf R. Blaser, Aeschi
    Abwertung desCN YuanRenminbi(CNY)ist mind.in 3-facherHinsicht 1Geniestreich:1) Macht kleinenSchlemmerausflug nachCN noch erschwinglicher,2)preiswerteWare ausCNnoch attraktiver+3)macht granitharten CNY zum wertlosen $ noch fester. Somit wird künftig für minderwertiges Geld,mehr erstklassige Währung hinzublättern sein. Im Klartext MUSS es darauf hinauslaufen, dass die Imperialisten in Zukunft etwas produzieren müssen, um die Völker zu meucheln, statt einfach die Druckmaschine arbeiten zu lassen.
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  • Kommentar von Harald Girschweiler, 9500 Wil SG
    An SRF: Renminbi = Volkswährung ist die Währung der VR Ch. u. wird von der Chin. Volksbank herausgegeben. Die Einheiten sind Yuan, Jiao und Fen. 1 Yuan = 10 Jiao bez. 100 Fen. Strenggenommen ist die Bezeichnung Yuan für die chin. Währung falsch.
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  • Kommentar von Harald Girschweiler, 9500 Wil SG
    Das Timing der chin. Regierung war und ist perfekt. Natürlich ist die Gefahr eines Währungskrieges zwischen VR Ch., Südkorea und Japan gross. Auch für die USA könnte die Lage ungemütlich werden. Es ist ja bezeichnend dass Washington sich über die Massnahmen in China beklagt, aber die Manipulationen, eben auch beim Goldpreis, in nie dagewesenem Ausmass fortsetzt, sogar verstärkt.
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    1. Antwort von Rudolf R. Blaser, Aeschi
      WährendJahrhunderten versuchtenAlchemistenMaterie inGold zu verwandeln. Dadurch entstand ja unsere heutige Chemieindustrie.Meiner bescheidenen Meinung nach,haben nun dieJungs derSNBeine historische Gelegenheit verpasst,für uns, das Volch,Papier inGold zu verwandeln und werden deshalb unsere Freunde NIE sein. Katastrophe ist unabwendbar. Danach wird es sich KLAR erweisen, dass Gold wertvoller sei als Papier. Gold ist mit Papier NICHT aufzuwiegen! DARAUF beruht gegenwärtige Manipulation.
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