Zum Inhalt springen

Header

Antonis Samaras und Li Keqiang und schreiten eine Ehrengarde am Roten Teppich auf dem Flughafen ab.
Legende: Grosser Empfang für Chinas Regierungschef Li Keqiang am Flughafen Athen – ein Hoffnungsträger für das gebeutelte Land. Keystone
Inhalt

Wirtschaft Chinesen auf Grosseinkauf in Griechenland

Chinas Ministerpräsident Li Keqiang ist derzeit zu Besuch in Athen. Er hat viel Geld dabei. Milliarden, die China in dem Krisenland investieren will. In den Frachthafen von Piräus hat sich China schon eingekauft. Nun haben Investoren auch griechische Flughäfen ins Visier genommen.

China und Griechenland haben sich darauf geeinigt, ihre Wirtschaftsbeziehungen auszubauen. Der chinesische Regierungschef Li Keqiang konnte in Athen Verträge und Abkommen in der Höhe von 4,7 Milliarden Euro abschliessen.

Das Tor Chinas nach Europa

Die beiden Länder beschlossen Kooperationen in den Bereichen Energie, Handel, Handelsschifffahrt, Landwirtschaft und Tourismus. «Jetzt müssen wir diese Abkommen in die Tat umsetzen», sagte Li zu seinem Amtskollegen Antonis Samaras.

Laut Samaras will Griechenland das Tor Chinas nach Europa werden. Die Kooperation mit Peking sei von strategischer Bedeutung. Noch grössere Abkommen würden folgen, sagte er. China werde auch Staatsanleihen kaufen.

Während europäische Investitionen nur zaghaft fliessen, engagiert sich China im grossen Stil. Doch was macht Griechenland für die Chinesen so attraktiv? «Das hat sachliche und rationale Gründe», sagt Gerd Höhler. Er ist Wirtschaftsjournalist in Athen.

Einer sei die ideale geografische Lage Griechenlands für die Warenströme, die aus Asien durch den Suezkanal ins östliche Mittelmeer kommen. «Dort ist Piräus der erste und beste Anlaufpunkt», erklärt der Journalist.

Piräus in chinesischer Hand

Der chinesische Transportkonzernriese Cosco hat bereits im Jahr 2008 grosse Teile des Frachthafens von Piräus gepachtet. Cosco wickelt auf Grundlage dieses Vertrages inzwischen etwa 70 Prozent seines Frachtumschlags dort ab.

«Seit 2012 hat sich der Containerumschlag in Piräus mehr als verdoppelt», weiss Höhler. Zahlreiche chinesische Unternehmen wie die Elektronikfirmen Huawei und ZTE benutzen Piräus als Drehscheibe für ihre Transporte nach Ost- und Südosteuropa.

Die Chinesen wollen nun zwei Drittel des Frachthafens kaufen. Die geplanten Investitionen in Piräus belaufen sich für die nächsten Jahre auf 3,5 Milliarden Euro.

«Eine Win-win-Situation»

Ein weiterer Kooperationsbereich sind die griechischen Reedereien. «Sie betreiben die grösste Handelsflotte der Welt», erklärt Höhler. Sie lassen eine Vielzahl ihrer Schiffe in China bauen und übernehmen einen Grossteil der chinesischen Transporte.

Die Reeder erhalten dafür Kredite in Milliardenhöhe. «Das ist eine Win-win-Situation», sagt der Wirtschaftsjournalist. 60 Prozent der chinesischen Rohöleinfuhren und 50 Prozent der Warenausfuhren Chinas werden mit griechischen Schiffen transportiert.

Peking zeigt zudem Interesse an einem seit Jahren geplanten privaten Grossflughafen auf Kreta. Am Samstag wird Li mit Samaras die Insel besuchen und sich über den Stand des Projekts informieren. Der Bau soll 800 Millionen Euro kosten.

Interesse an Athener Flughafen

«Ebenfalls interessiert ist China an der bevorstehenden Privatisierung des Athener Flughafens», fährt Höhler fort. Ein Konsortium aus chinesischen Investoren möchte Anteile daran erwerben und schmiedet schon ehrgeizige Pläne.

«Athen soll zum Drehkreuz für die Ströme chinesischer und anderer asiatischer Urlauber nach Europa ausgebaut werden.» Die Passagierzahlen sollen in den kommenden Jahren von zwölf auf 50 Millionen gesteigert werden.

Jederzeit top informiert!
Erhalten Sie alle News-Highlights direkt per Browser-Push und bleiben Sie immer auf dem Laufenden.

Meistgelesene Artikel

Nach links scrollen Nach rechts scrollen

8 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von E. Burri , Luzern
    China gibt Geld für Gegenleistung. EU gibt Geld für leere Drohungen und blablablabla Ideologie-Geplapper.
  • Kommentar von W.Ineichen , Luzern
    Die Griechen begeben sich in die chinesische Sklaverei. Zeus und seine Götter auf dem Olymp schütteln den Kopf und brechen in Tränen aus.
    1. Antwort von Meyer F. , Genf
      Die Griechen machen es genau richtig. Die Sklaventreiber von denen Sie sprechen sitzen nicht in China, im Gegenteil, China ist ein neuer Garant für Freiheit. Die Tibetische Sache wäre lösbar, wenn der Westen global nicht militärische Expansionspolitik betreiben würde, Tibet sind halt die Golanhöhen der Chinesen. EU hat in der Zwischenzeit bewiesen, dass eine Ukraine wichtiger ist für Europa, als die Stabilität Europas. Ich vermute die Götter schütteln aus diesem Grund ihre Köpfe
    2. Antwort von Walter Starnberger , Therwil
      Herr Ineichen, die Griechen sind doch seit Beginn der Schuldenkrise schon in der Sklaverei.
    3. Antwort von Albert Planta , Chur
      "China ist ein neuer Garant für Freiheit." Ich lache jetzt nicht wegen diesem Nonsens angesichts der hunderdtausenden Chinesen, die in den chinesischen Gefängnissen schmachten, der grossflächigen Vertreibung von Leuten aus ihrer angestammten Umgebung und dem fortschreitenden Raubbau an der Natur und dem allgegenwärtigen Smog. Natürlich hat der Ineichen Recht.
  • Kommentar von W.Ineichen , Luzern
    Die Griechen begeben sich in die chinesische Sklaverei.