Zum Inhalt springen

Wirtschaft Commerzbank streicht fast 10'000 Stellen

Kahlschlag bei der Commerzbank: Das deutsche Finanzhaus streicht im Zuge seines Unternehmensumbaus 9600 Stellen. Damit will die Bank über 1 Milliarde Euro einsparen. Zu einem möglichen Stellenabbau in der Schweiz will die Bank noch nichts sagen.

Fensterputzer bei der Arbeit am Hauptsitz der Commerzbank.
Legende: Die Commerzbank muss im Zuge des Konzernumbaus Tausende Jobs abbauen. Reuters

Schlechte Nachrichten für Mitarbeitende der Commerzbank: Das deutsche Finanzhaus will im Zuge seines Konzernumbaus 9600 Stellen streichen. Das hat die Konzernleitung dem Verwaltungsrat im Zuge der neuen Strategie «Commerzbank 4.0» für die zweitgrösste deutsche Bank vorgeschlagen, wie die Bank mitteilt.

Das bedeutet, dass die Commerzbank angesichts der schweren Branchenkrise bis ins Jahr 2020 unter dem Strich rund 7300 Vollzeitstellen streichen will. Damit fällt mehr als jede fünfte der zuletzt 45'000 Vollzeitstellen bei der Commerzbank weg.

Zu einem allfälligen Stellenabbau in der Schweiz wollte die Commerzbank auf Anfrage von SRF News keine Auskunft geben. «Wir werden morgen in der Pressekonferenz Näheres bekannt geben», sagte eine Sprecherin. Die Bank beschäftigt in der Schweiz 130 Mitarbeiter an sechs Standorten.

Keine Dividende für Aktionäre

In andern Bereichen sollen aber zugleich 2300 Arbeitsplätze entstehen. Unter dem Strich sollen somit rund 38'000 von den derzeit rund 45'000 Vollzeitjobs bestehen bleiben. Der endgültige Beschluss soll am morgigen Freitag erfolgen. Die Restrukturierung werde rund 1,1 Milliarden Euro kosten, heisst es in der Mitteilung weiter.

Damit nicht genug: Im Zuge der Restrukturierung muss die Bank bereits in der Bilanz für das dritte Quartal Abschreibungen in Höhe von rund 700 Millionen Euro vornehmen. Daher erwartet sie in der Zwischenbilanz einen Verlust. Für das Gesamtjahr rechnet das Institut noch mit einem leichten Überschuss. Nichtsdestotrotz will die Bank ihren Aktionären vorerst die Dividende streichen.

Mit den Einschnitten reagiert die Commerzbank auf die Folgen des anhaltenden Zinstiefs und die deutlich verschärften Auflagen der Bankenaufseher. Tatsächlich brach im ersten Halbjahr der Überschuss des teilverstaatlichten Dax-Konzerns im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um über 40 Prozent auf 372 Millionen Euro ein.

Streichkonzert im Handel

Im Zuge des Konzernumbaus will sich die Bank derweil künftig auf zwei Säulen konzentrieren – auf Privatkunden und Firmenkunden. Dazu werden die Segmente Mittelstandsbank und das Investmentbanking gebündelt und das Handelsgeschäft eingedampft. Darüber hinaus sollen kleinere Unternehmenskunden in Zukunft vom Privatkundenbereich betreut werden.

Es ist indes nicht der erste Stellenabbau bei der Commerzbank: Seit 2013 hat das deutsche Finanzinstitut rund 5000 Stellen abgebaut.

3 Kommentare

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Lutz Bernhardt (lb)
    Kleiner Erfahrungsbericht. Über mehr als zwei Jahrzehnte war ich Kunde der Dresdner Bank, privat und geschäftlich. Und rundum zufrieden mit dem Service und den moderaten Gebühren. Nach der Übernahme der Dresdner durch die Commerzbank hat sich das schlagartig geändert. Die Bankgebühren sind explodiert, der Service wurde immer minder. Also habe ich die Bank gewechselt. Ich bin sicher, dass ich da nicht der Einzige war. Nach meiner Einschätzung hat ein Abzocker-Management der Bank schwer geschadet.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von Albert Planta (Plal)
      Das ist nicht nur bei denen so. Ich bin langjähriger Kunde der Postfinance und GKB. auch bei denen werden kaufend die Gebühren "angepasst".
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von W. Ineichen (win)
    Am besten sollen sie doch ihre Bank für immer schliessen, dann weiss man was man hat.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen