Konkurrenzkampf im Internet Das beste Schnäppchen dank Online-Preisvergleich

Preisvergleichsportale informieren über das günstigste Angebot. Wie das den Markt verändert und wer davon profitiert.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Online-Preisvergleichsportale lohnen sich für Konsumenten wie auch für Händler.
  • Preise können wegen Konkurrenzkampf im Tagesverlauf stark schwanken.
  • Zu den Verlierern zählen aufgrund des Preisdrucks die Zwischenhändler.
  • Vergleichsdienste beeinflussen den Schweizer Markt nur bedingt.

Toppreise.ch gehört zu den bekanntesten Preisvergleichsportalen der Schweiz. Die Webseite hilft, den billigsten Anbieter zu finden für die unterschiedlichsten Produkte: Vom Parfüm bis zur Kamera – die Webseite kennt die Angebote der verschiedenen Online Shops.

Die Suchresultate werden sortiert aufgelistet, das attraktivste zuerst. Nicht nur der Preis wird angezeigt, man erfährt auch, welcher Händler das gewünschte Produkt zurzeit am Lager hat und was er für den Versand verrechnet.

Vermittler geht nicht leer aus

Toppreise selber verkauft keine Produkte. Doch obwohl das deutsche Unternehmen bloss als Vermittler auftritt, geht es nicht leer aus. Es gibt zwei Modelle, wie das Vergleichsportal Geld verdient: Entweder bezahlen die Online-Händler jedes Mal einen Mini-Betrag, wenn ein Kunde bei Toppreise auf eines ihrer Angebote klickt. Oder das Portal ist an einem erfolgreichen Verkaufsabschluss beteiligt.

Und das nicht zu knapp: Ralf Plattek von Toppreise sagt, dass sich die Marge je nach Produktekategorie zwischen etwa 2 (Elektronik, Computer) und 12 Prozent (Kleider, Drogeriebedarf) bewege.

Chance für die Kleinen

Eine happige Gebühr, doch für die Händler lohnt sich das allemal. Über einen Vergleichsdienst wie Toppreise können sie direkt Kundinnen und Kunden ansprechen, ohne Online-Werbung schalten zu müssen.

«  Toppreise verdient entweder, wenn ein Kunde auf das Angebot eines Händlers klickt oder ist mit 2-12 Prozent am Verkaufsabschluss beteiligt. »

So kommen auch kleine Zwischenhändler zum Zug. Denn hinter vielen Online-Shops steckt weder eine Logistikabteilung noch eine grosse Lagerhalle, sondern bloss ein Büro. Viel mehr brauche er nicht, verrät uns ein solcher Zwischenhändler. Im Auftrag eines Kunden bestellt er beim Grosshändler die Ware. Der verpackt diese in Schachteln mit dem Logo des Händlers und schickt die dann direkt an den Kunden.

Obwohl er fast 100'000 Produkte anbietet, kommt der von uns kontaktierte Zwischenhändler so gut wie nie direkt mit der Ware in Kontakt. Er schaut lediglich, dass er zu Bedingungen einkaufen kann, die ihm noch eine Marge garantieren, von der er leben kann.

Transparenz führt zum Preiskrieg

Alle Händler arbeiten aktiv mit Toppreise zusammen. Auf der Webseite des Portals steht, wie das funktioniert: Wer seine Produkte auf der Plattform anbieten möchte, der muss dem Portal einen Link zu seiner Preisliste zur Verfügung stellen. Einmal pro Stunde aktualisiert Toppreise so die Angebote.

«  Die Händler unterbieten sich gegenseitig, auch wenn es nur um fünf Rappen geht – genug, um einen Platz höher zu erscheinen. »

Gerade bei Elektronikartikeln können die Preise im Tagesverlauf darum stark schwanken. Um bei der Auflistung möglichst weit vorne aufzutauchen, liefern sich die Anbieter einen gnadenlosen Konkurrenzkampf. Sie unterbieten sich gegenseitig, auch wenn es nur um fünf Rappen geht – genug, um einen Platz höher zu erscheinen.

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Gefahren

Für Konsumenten sind die Preisportale eine gute Sache. Informiert man sich rechtzeitig, kann man günstig einkaufen. Doch aufgepasst: Bei den OnlineHändlern gibt es schwarze Schafe, die Produkte angeblich am Lager haben, aber dann nicht liefern können. Und manchmal kann es im Laden Aktionen geben, die noch günstiger sind als ihre Online-Pendants.

Toppreise und andere Vergleichsdienste beeinflussen den Schweizer Markt aber nur bis zu einem gewissen Grad. Denn nicht alle Konsumenten suchen nach dem günstigsten Angebot. Viele lassen sich von der traditionellen Werbung beeinflussen. Darauf setzt etwa der Online Shop Digitec, der im öffentlichen Raum fast omnipräsent scheint mit seinen Plakaten.

Gewinner und Verlierer

Zu den Verlierern zählen nicht zuletzt die oben beschriebenen Zwischenhändler, heisst es in der Branche. Um im hart umkämpften Markt mit Elektronik noch die Günstigsten zu sein, müssen sie ihre Produkte fast zum Selbstkostenpreis anbieten. Manche tun das, in der Hoffnung, so neue Kunden zu gewinnen.

Doch auf lange Sicht lohnt sich das kaum. Die Wahrscheinlichkeit ist gross, dass Kunden sich auch vor dem nächsten Kauf wieder über das Portal schlau machen und keinem bestimmten Anbieter die Treue halten.