Das Gold hat seinen Glanz verloren

Die Zeiten, in denen sich Anleger auf Gold gestürzt haben, sind vorbei. In den letzten Monaten ist der Goldpreis so rasant eingebrochen wie seit 1920 nicht mehr.

Goldbarren von einem Kilo in der Münze Österreichs. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Selbst Schnäppchenjäger greifen derzeit nicht zu Gold. Reuters

Der Goldpreis ist in den letzten drei Monaten um rund einen Viertel eingebrochen: Damit kostet die Feinunze Gold mittlerweile nur noch rund 1200 Dollar. Laut der Finanznachrichten-Agentur Bloomberg ist das der stärkste Einbruch innert eines Quartals seit 1920. Das hat selbst die erfahrensten Goldhändler überrascht.

Der Kurssturz hat vor allem mit der amerikanischen Wirtschaft zu tun. Sie erholt sich von der Krise und findet allmählich wieder Tritt. Die Konsumenten und die Unternehmen in den USA sind so zuversichtlich wie schon lange nicht mehr. Dasselbe gilt auch für Anlegerinnen und Anleger. Während der Finanzkrise wichen sie scharenweise auf Gold aus. Denn Gold ist sicher und schützt vor den Folgen der Inflation. Die hohe Nachfrage trieb den Goldpreis zeitweise auf Rekordstände.

Jetzt aber gewinnt die amerikanische Wirtschaft wieder an Kraft. US-Notenbankchef Ben Bernanke kündigte deshalb an, er werde seine Geldpolitik demnächst wieder straffen. Damit wäre die Zeit des vielen billigen Geldes wieder vorbei und die Gefahr einer Inflation gebannt. Die Zinsen würden wieder steigen. Aus diesen Gründen ist es zurzeit nicht attraktiv, Geld in Gold anzulegen.

Ob der Goldpreis nach seiner rasanten Talfahrt nun zur Ruhe kommt, bleibt offen. Verschiedenen Experten zufolge könnte die Talfahrt des Goldpreises gar noch ein Stückchen weitergehen.

aebn; buet